Preise sind überall. Auf dem Kaugummi und der Spielekonsole, dem Marmeladenglas und der Streichholzschachtel, auf dem iPad und dem Duschgel. Gerade sind sie fast nie. 7,99 Euro oder 1,49 Euro sind ganz „gängige“ Preise. Aber wer glaubt, die Zahl sei der Preis, der irrt gewaltig. Denn: „Der Preis ist immer das Verhältnis zwischen dem, was ich geben muss und dem, was ich dafür bekomme“, erklärte Professor  Björn Ivens am Samstag bei der Kinder-Uni seinen Zuhörern.
Die letzte Vorlesung der diesjährigen Kinder-Uni-Reihe hielt der Professor für Marketing über das Thema „Was kostet die Welt? – Die Rolle von Preisen für Käufer und Verkäufer“. Und wer dabei an ein eher trockenes Thema für gerissene Geschäftsleute denkt, irrt schon wieder. Hilfreich war sicherlich, dass Professor Ivens selbst zwei Kinder im Kinder-Uni-Alter hat.
Und auch, dass er an ihnen sieht, dass das weite Feld des „Marketings“ in der Schule viel zu kurz kommt. Dennoch war seine Vorlesung überraschen interessant und fesselte die rund 60 Buben und Mädchen, die ihm nicht nur eine Stunde lang gebannt zuhörten, sondern sich auch immer wieder fleißig meldeten.
Zu den „Aha-Erlebnissen“ gehörte die Erkenntnis, dass Käufer und Verkäufer sich über den Preis einer Ware einig sein müssen, damit ein Geschäft zustande kommt, ebenso, wie die Feststellung, dass die gleichen Sachen nicht überall dasselbe kosten. Kleine Läden und große Ketten, Tankstellen und andere Länder können für das gleiche Produkt durchaus ganz unterschiedliche Preise haben. Ja sogar von einem „cleveren“ Getränkeautomaten erzählte Professor Ivens, der mit Hilfe von Außenfühlern und einem Thermometer die Außentemperatur messen und selbstständig den Preis der Getränkeflaschen je nach Höhe der Außentemperatur erhöhen oder senken konnte.

Preise vergleichen lohnt sich

Dass Preise von vielen Faktoren wie Löhne, Strom, Material und auch Werbung abhängen, war nicht allen Kindern bewusst. Dass man die Preise vergleichen sollte, dagegen schon. Sogar, dass man in die Preisberechnungen immer die Menge der Waren mit einbeziehen muss, wussten viele Kinder. Und auch, dass man Preise auf die unterschiedlichsten Arten bezahlen kann: Bar, mit Kreditkarte, Scheck oder auch mit anderen Gütern im Tauschhandel.
Eine echte Diskussion kam bei der abschließenden Frage auf, ob die Menschen wirklich immer zum niedrigsten Preis kaufen. „Nein!“ lautete die einhellige Meinung schließlich.. Denn auch wenn es viele gute günstige Dinge gibt, halten etwas teurere Produkte tatsächlich länger, sind qualitativ besser und oft auch viel schöner als billige Sachen.
Darüber hinaus haben manche Leute schlicht so viel Geld, dass es ihnen egal ist, wie viel sie berappen müssen. Sie leisten sich Luxusgüter und Designerklamotten und leben frei nach dem Motto „Was kostet die Welt?“

Autorin: Judith Rinklef