KITZINGEN

Zwischen Baby-Boom und Ehe-Abstinenz

Der Trend bleibt: Die Geburten liegen in Kitzingen weiter klar unter den Sterbezahlen. Trotzdem ist die große Kreisstadt keineswegs auf dem absteigenden Ast.
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Immer weniger kirchliche Hochzeiten: Auch in Deutschland belassen es immer mehr junge Paare bei einer Trauung auf dem Standesamt. Foto: Foto: Thinkstock

Die Sorgen, dass Kitzingen mal unter die Schwelle von 20 000 Einwohnern fallen könnte, sind längst Vergangenheit. 21 182 Menschen mit erstem Wohnsitz stehen inzwischen in der Statistik des Bürgeramts. Die verzeichnet auch einen Zuwachs von 196 Einwohnern. Der ist allerdings nicht der steigenden Zahl von Geburten zu verdanken, die immer noch deutlich unter der der Sterbefälle liegt.

Das Positive zuerst: Die Entbindungsstation in der Klinik Kitzinger Land war in diesem Jahr gut beschäftigt. Ob allerdings alle 489 Geburten (Vorjahr: 395), die das Standesamt Kitzingen in seinem Jahresbericht aufzählt, dort stattfanden, ist nicht sicher. Klar nur: Die Buben landeten wie im Vorjahr knapp auf Platz zwei. 249 Mädchen (202) und 240 Jungs (193) erblickten in Kitzingen das Licht der Welt.

Der Beitrag der Kitzinger am Baby-Boom ist eher übersichtlich. Lediglich 142 Säuglinge stammten von Kitzinger Eltern. Und knapp jedes vierte Kind (137) hatte ausländischen Eltern. Was auffällt: Viele der frischgebackenen Eltern eint zwar das Kind, nicht aber ein Ehering. 142 Paare (Vorjahr: 114) waren nicht verheiratet, so das Standesamt.

Überhaupt, die Ehe: 76 Paare schlossen im Kitzinger Standesamt den Bund fürs Leben. Wobei der Bund – wie man weiß – in vielen Fällen eher brüchig ist. Wie brüchig zeigen die Zahlen vom Bürgeramt, das 59 Scheidungen notiert.

Die Kehrseite des Lebens war 2016 etwas weniger ausgeprägt als im Vorjahr: 302 Sterbefälle (2015: 349) gab es da, 181 betrafen Verstorbene mit Wohnsitz in Kitzingen. Beim „letzten Gang“ in den Friedhof setzt sich ein Trend fort, der die Begräbniskultur in den vergangenen Jahren geprägt hat: Die Erdbestattung wird langsam aber sicher ein Auslaufmodell. Lediglich 54 (68) Erdbestattungen notiert das Standesamt, aber 131 Urnenbeisetzungen.

Noch einmal zurück zu den Kitzinger Einwohnerzahlen: Die sind im Plus, weil 1579 Menschen in diesem Jahr in die Stadt zogen und nur 1258 Kitzingen den Rücken kehrten. Die Zunahme sei allerdings vor allem auf die Leiharbeiter bei Netto und dem Paketdienst DHL zurückzuführen, sowie auf die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber, schreibt das Amt.

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