WIESENTHEID

Zwillinge machen ihr Meisterstück

Bis auf ihre Freundinnen haben Alexander und Daniel Lang die gleichen Interessen: Fußball spielen, Fahrrad fahren, Schwimmen – in sportlicher Hinsicht gehen die eineiigen Zwillinge viele gemeinsame Wege. Auch Schule und Beruf absolvierten die beiden 24-Jährigen bisher parallel. Jetzt schafften die beiden Schreinergesellen mit Bravour ihre Meisterprüfung in Ebern.
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Mit 24 Jahren Schreinermeister: Nur am Gehörschutz sind die in Arbeitskleidung angetretenen eineiigen Zwillinge Daniel (links) und Alexander (rechts) Lang voneinander zu unterscheiden. Foto: Foto: Peter Pfannes

Bis auf ihre Freundinnen haben Alexander und Daniel Lang die gleichen Interessen: Fußball spielen, Fahrrad fahren, Schwimmen – in sportlicher Hinsicht gehen die eineiigen Zwillinge viele gemeinsame Wege. Auch Schule und Beruf absolvierten die beiden 24-Jährigen bisher parallel. Jetzt schafften die beiden Schreinergesellen mit Bravour ihre Meisterprüfung in Ebern.

Ihre Chefin Christel Schmitt von der Wiesentheider Schreinerei Karl Schmitt GmbH ist begeistert: „Das haben die zwei toll gemacht. Ich wünsche mir von ihnen, dass sie ihre eigenen Ideen als Meister in unserem Betrieb einbringen.“

Am 27. Januar 1990 war die Freude bei Familie Lang groß. Im Kitzinger Krankenhaus kamen Alexander und Daniel zur Welt. Ihre Schulzeit schlossen sie an der Paul-Eber-Schule in Kitzingen mit der Mittleren Reife ab. Beide hatten von klein auf den Wunsch, Schreiner zu werden. „Im Alter von acht Jahren stand für mich fest, dass ich später mal etwas mit Holz machen möchte, weil mir das Arbeiten und Basteln mit Holz sehr viel Spaß bereitete“, erzählt Alexander. Nach mehreren Praktika während der Schulzeit stand für ihn endgültig fest, dass er den Beruf des Schreiners erlernen möchte. 2006 begann er seine Lehre zum Schreiner in dem Wiesentheider Betrieb.

Erfolg zum Jubiläum

Sein Zwillingsbruder beschritt den gleichen Weg, allerdings bei der Firma Büromöbel Huber in Kitzingen. In ihren Ausbildungsbetrieben lernten die Zwillinge viel, waren engagiert und wissensdurstig. 2009 schafften sie die Gesellenprüfung. Alexander wurde bei der Firma Schmitt übernommen. Weil Daniel in dem Büromöbelbetrieb wegen der schlechten Auftragslage nicht weiterarbeiten konnte, wechselte er in den Wiesentheider Schreinerbetrieb, in dem sein Bruder beschäftigt war.

Die jetzt bestandene Meisterprüfung der beiden Mitarbeiter ist für Christel Schmitt in diesem Jahr ein Höhepunkt. „Wir feiern heuer unser 65-jähriges Betriebsjubiläum und da passt dieser Erfolg super dazu“, sagt sie.

Der Weg zur Meisterprüfung im März war für Alexander und Daniel ein steiniger. Oft musste die Freizeit zurückstehen. Das Fußballtraining beim FV Stadtschwarzach-Schwarzenau musste mehrfach ausfallen. Es hat sich gelohnt. „Während der Zeit an der Meisterschule habe ich sehr viel gelernt, was ich im jetzigen Berufsleben anwenden kann“, so Alexander, der mittlerweile in Dettelbach wohnt. Der Schritt, die Meisterschule in Ebern zu besuchen, sei der richtige gewesen. Sein Meisterstück war ein massiver Esstisch aus amerikanischem Nussbaum.

Der in Schwarzach lebende Daniel fertigte ein Hänge-Sideboard aus Nussbaum mit farblichen Akzenten. Im Zeugnis der Meisterschule hatten die Zwillinge eine Eins vor dem Komma. Bei der Meisterprüfung selbst lag Alexander in Sachen Notendurchschnitt knapp vor seinem Bruder.

In der Schreinerei Schmitt werden beide künftig während der Arbeitszeit getrennte Wege gehen, schließlich hat das Unternehmen in Wiesentheid zwei Werke. Und für Inhaberin Christel Schmitt ist die Trennung von großem Vorteil: „Wenn die Zwillinge zusammen sind, dann weiß ich nicht, wer Alexander und wer Daniel ist.“

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