WIESENTHEID

Zwei Berliner im Kuhstall

Mit dem Berliner Liedermacher-Duo Friedrich und Wiesenhütter erlebte „der Kuhstall“ seine Konzert-Premiere. Dorthin wurde der Konzertsaal im alten Bauernhof verlegt.
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Auf Du und Du mit dem Publikum: Das Berliner Duo „Friedrich und Wiesenhütter“ begeisterte die Zuhörer beim ersten Konzert im ehemaligen Kuhstall. Diesen hat Veranstalter Andreas Liebald (Mitte) in seinem alten Bauernhof in Wiesentheid eingerichtet. Foto: Foto: ANDREAS STÖCKINGER

Mit dem Duo „Friedrich und Wiesenhütter“ aus Berlin erlebte der Kuhstall von Andreas Liebald eine gelungenen Konzert-Premiere. Die Liedermacher aus dem Stadtteil Köpenick erfreuten Veranstalter Liebald und die rund 70 Zuhörer mit eigenen Lieder, garniert mit hintersinnigen Gedanken und einer typischen Berliner Schnauze.

Vom Veranstaltungsraum in den Kuhstall

Vom einst 2009 im Kartoffelkeller eingerichteten Veranstaltungsraum sind die Musiker jetzt in den ehemaligen Kuhstall umgezogen, auch weil im Stall des früheren Bauernhofs mehr Platz ist. Hier hat Hausherr Andreas Liebald jetzt eine Konzert-Location eingerichtet. Der Brandschutz wie auch die Hygiene-Verordnung legten den Umzug quasi nahe. So hat Andreas Liebald den Raum Stück für Stück seit vergangenem Sommer renoviert, was mehr Arbeit mit sich brachte, als er zunächst erwartet hatte. Er musste unter anderem, einen neuen Stahlträger für die Decke einziehen.

Im neuen Konzert-Saal in der Gartenstraße am Wiesentheider Ortsrand Richtung Feuerbach ist manches noch nicht ganz fertig gestellt. Neben dem alten Bruchstein-Mauerwerk wurde jedoch mit Liebe zum Detail vieles vom Flair des Ganzen erhalten und einiges erneuert, was nicht nur bei den Besuchern zur offiziellen Eröffnung gut ankam. „Es ist wirklich schön geworden“, fühlte sich Musiker Matthias Wiesenhütter schnell wohl in dem Raum, der mit einem Holzofen beheizt wird.

Beide nahmen sich gegenseitig auf die Schippe

Mit seinem Kompagnon Dirk Friedrich suchte Matthias Wiesenhütter gleich den Kontakt zum Publikum – und die beiden Musiker fanden ihn auch sehr schnell. Das lag nicht nur daran, dass sie sich gegenseitig gekonnt auf die Schippe nahmen. Ihre feinsinnige, gute Beobachtungsgabe in den eigenen Liedern auf manches in der heutigen Zeit bewies viel musikalischen Tiefgang. Nicht nur ihre Heimatstadt Berlin bot jede Menge Stoff, wie etwa der Flughafen, wie etwa im Stück „Ich ziehe nicht mit“.

„Die wahren Spezialisten finden Dinge, die haben andere noch gar nicht verloren“, hieß es etwa. Beide prangerten an, dass in der aktuellen Gesellschaft alles schnell gehen müsse. Hauptsache Überholspur, nur zum Nachdenken bleibe keine Zeit. Herrlich auch der Song übers Angeln, das „Herrenhemd“, oder die Hymne an Köpenick, ihren Kiez. Zwischendurch bewiesen Friedrich und Wiesenhütter bei Akustik-Stücken, dass sie gute Gitarristen sind. Kein Wunder, dass im Kuhstall diesmal niemand muhte.

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