BOLZHAUSEN

Zuckerrüben auf der Zielgeraden

Am Tag nach Weihnachten endet die Zuckerrübenkampagne. Kurz zuvor bekamen die Rübenbauern noch einmal königlichen Besuch.
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Der Aufsichtsratsvorsitzende der LMG Ochsenfurt, Gerhard Haag (links), und Vorsitzender Martin Roth sind stolz darauf, dass die Deutsche Zuckerrübenkönigin Alica Summ aus ihrer Heimat kommt. In Bolzhausen war die angehende Landwirtin zu Besuch auf einem Rübenfeld. Foto: Foto: G. Meißner

Die Zuckerrüben-Kampagne geht auf die Zielgerade. Nur wenige Rübenmieten liegen noch an den Feldrändern und warten auf den Transport in die Ochsenfurter Zuckerfabrik. Zuspruch erhielten die Rübenbauern im Endspurt der Kampagne von der Deutschen Zuckerrübenkönigin Alica Summ. Die kommt heuer aus dem mittelfränkischen Ullstadt bei Sugenheim und war zu Besuch auf einem Rübenfeld bei Bolzhausen.

Die landwirtschaftliche Maschinengemeinschaft (LMG) Ochsenfurt hatte eingeladen, um nach einer zufriedenstellenden Saison Bilanz zu ziehen. In der Genossenschaft sind 1900 Rübenbauern aus dem südöstlichen Unterfranken und Mittelfranken zusammengeschlossen. 2008 war die LMG gegründet im Maschinenring Maindreieck-Ochsenfurt gegründet worden. Später schloss sich der Maschinenring Franken Mitte mit Sitz in Markt Bibart an. Der Einzugsbereich der LMG reicht seitdem bis nach Fürth und Roth.

Seit Anfang November ist die Rodung bereits abgeschlossen. Seitdem warten die Rüben an den Feldrändern auf die Abfuhr. Die liegt inzwischen vollständig in bäuerlicher Hand. Und mit einer Transportmenge von rund 850 000 Tonnen hat die LMG Ochsenfurt daran den größten Anteil.

26 Transportfahrzeuge und fünf sogenannte Lademäuse hat die Maschinengemeinschaft dafür im Einsatz, sagt LMG-Vorsitzender Martin Roth. Über ein System von Förderschnecken und Bändern bugsiert die Lademaus die Rüben direkt von der Miete auf den Lastwagen. Der muss dazu nicht mehr auf die Felder fahren. Verschmutzte Fahrbahnen, wie sie vor Jahrzehnten üblich waren, gehören deshalb weitgehend der Vergangenheit an. Aber auch die Rüben kommen sauberer in der Fabrik an. Ein großer Teil der anhaftenden Erde fällt beim Verladen ab und bleibt auf dem Acker.

Die Trockenheit zu Erntebeginn hatte den Bauern heuer ohnehin eine relativ saubere Ernte beschert. Erst die ergiebigen Niederschläge Ende Oktober erschwerten die Lage, so der Verband fränkischer Zuckerrübenbauer in einem Rundschreiben an seine Mitglieder. Bis dato wurden rund 1,5 Millionen Tonnen in die Zuckerfabrik transportiert.

Mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 18,8 Prozent verarbeitet die Ochsenfurter Fabrik heuer die süßesten Rüben unter den neun deutschen Südzucker-Standorte. Mit 71,5 Tonnen je Hektar liegt der fränkische Rübenertrag im Durchschnitt der letzten Jahre, sagt Ernst Merz von der Südzucker-Rübenabteilung.

Auffallend ist allerdings die weite Spreizung der Erträge je nach Standort. Bedingt durch Niederschlagsmangel und leichte Böden liegen die Hektarerträge in einzelnen Lagen im Raum Volkach und Gerolzhofen sogar unter 60 Tonnen je Hektar. Im fruchtbaren Ochsenfurter Gau hingegen wurden stellenweise bis zu 100 Tonnen je Hektar geerntet.

Überrascht hat der hohe Zuckergehalt selbst Johannes Menth, Landwirt in Rittershausen und Vorsitzender des Maschinenrings Maindreieck-Ochsenfurt. Sogar im Oktober, wenn der Zuwachs an Masse normalerweise nur mit einer Verdünnung des schon vorhandenen Zuckers einhergeht, sei noch neuer Zucker gebildet worden, berichtet Menth. Anhand von Versuchsfeldern wird die Entwicklung der Rüben auch während der Erntesaison noch genau beobachtet.

Die Ertragsprognosen der Rübenabteilung haben der Zuckerfabrik eine Punktlandung beschert. Vor einem Kampagneende kurz nach Weihnachten war schon im September die Rede. Jetzt steht fest, dass die Rübenverarbeitung am 27. Dezember endet. Gegen 15 Uhr wird die letzten Rüben in der Fabrik erwartet. In der folgenden Nacht geht die Verarbeitung nach 107 Tagen Dauerlauf zu Ende.

Für Zuckerrübenkönigin Alica Summ allerdings gab es wenig Neues zu erfahren beim Feldbesuch in Bolzhausen. Die 24-Jährige studiert im siebten Semester Landwirtschaft an der Fachhochschule in Triesdorf. In ihrem elterlichen Betrieb in Ullstadt spielt die Zuckerrübe eine Hauptrolle. Deshalb sei es ihr als Deutsche Zuckerrübenkönigin eine Herzensangelegenheit, den Verbrauchern die Zuckerrübe näher zu bringen.

ONLINE-TIPP

Ein Video dazu finden Sie im Internet unter facebook.com/mainpost.och.

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