Wiesenbronn

Ziel: das Ortsbild erhalten

"Zum Schutze des Ortsbildes und zur Lenkung der Ortsentwicklung, insbesondere der baulichen Gestaltung", so steht es in der Präambel, erlässt die Gemeinde Wiesenbronn für den Geltungsbereich "Sanierungsgebiet Altort Wiesenbronn" eine Gestaltungssatzung. In der Ratssitzung am Dienstagabend wurde zusammen mit Dorfplaner Tom Buchholz die Satzung besprochen, die nun nach Einfügung einiger Änderungen der Regierung von Unterfranken, dem Landratsamt und dem bayrischen Landesamt für Denkmalpflege vorgelegt wird, um das Plazet dieser Träger öffentliche Belange zum Satzungsbeschluss zu bekommen.
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"Zum Schutze des Ortsbildes und zur Lenkung der Ortsentwicklung, insbesondere der baulichen Gestaltung", so steht es in der Präambel, erlässt die Gemeinde Wiesenbronn für den Geltungsbereich "Sanierungsgebiet Altort Wiesenbronn" eine Gestaltungssatzung. In der Ratssitzung am Dienstagabend wurde zusammen mit Dorfplaner Tom Buchholz die Satzung besprochen, die nun nach Einfügung einiger Änderungen der Regierung von Unterfranken, dem Landratsamt und dem bayrischen Landesamt für Denkmalpflege vorgelegt wird, um das Plazet dieser Träger öffentliche Belange zum Satzungsbeschluss zu bekommen.

In der Präambel steht auch, dass die baulichen Qualitäten erhalten bleiben sollen, "gleichzeitig soll aber auch eine neue Architektur möglich sein, deren Formensprache sich jedoch in die gewachsene Struktur des Ortes einfügen muss". Nach Aussage von Architekt Buchholz liegt der bauliche Schwerpunkt auf den Hauptgebäuden, "denn es ist nicht gut, wenn jemand eine durchgehende Front zerstört, weshalb die für den Altort typischen Raumkanten erhalten werden müssen". Im Passus "Dächer" heißt es, dass für Hauptgebäude mit einem Satteldach eine Neigung von 45 bis 60 Grad vorgegeben ist und historische Dachformen zu erhalten sind. Eine Diskussion gab es beim Thema "Fenster" zum Einbau von Kunststofffenstern. "Generell ist Kunststoff aus allen Bauteilen ausgeschlossen", so der Hinweis des Planers.

Kunststofffenster ausgeschlossen

"Man muss die Leute überzeugen, dass sie nicht in den Baumarkt gehen, sondern erst zum Dorfplaner", meinte Reinhard Hüßner. Jochen Freithaler sprach sich dafür aus, die Bestimmungen der Satzung zu lassen, "denn es geht auch um ein schönes Ortsbild". Zu den Fenstern gab es eine Abstimmung, die bei einer Gegenstimme Kunststofffenster ausschloss. "Man muss konsequent bleiben zu dem, was in der Satzung steht", begrüßte Buchholz dieses Votum. Die Vorgaben gelten somit auch für Fenster- und Türumrahmungen, die in Holz oder Naturstein anzufertigen sind. Rollos und Jalousien sind nach Möglichkeit verdeckt anzubringen. Solaranlagen zur Heizungsunterstützung und Photovoltaikanlagen zur Eigenstromerzeugung sind zulässig, vorhandene Anlagen genießen Bestandsschutz. Der gilt grundsätzlich für alle Gebäude, "solange keine Änderungen, Sanierungs-, Modernisierungs- oder Baumaßnahmen vorgenommen werden", wie es in der Satzung heißt.

Einstimmig beschlossen wurde das kommunale Förderprogramm in verschiedener Ausführung, da es für den Bereich "Altort Wiesenbronn" eine staatliche Förderung gibt, während für den Außenbereich nur die Gemeinde einen Zuschuss gibt. Carolin Trautmann schlug vor, alle Gebäude außerhalb des Sanierungsgebiets zu bezuschussen, "da dort ältere Häuser sind als manche Neubauten im Sanierungsgebiet". Man einigte sich im Rat darauf, diesen Bereich noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Erhöht werden soll zudem die Förderung, die von 10 000 Euro auf maximal 20 000 Euro für die Gesamtmaßnahme steigen kann. Auf Vorschlag von Reinhard Hüßner hin wird der Passus der Möglichkeit eines vorzeitigen Baubeginns eingefügt.

Grundsätzlich gefördert werden durch das Programm Maßnahmen zur Erhaltung des Ortsbildes, zur Erhaltung der Gestalt vorhandener Wohn-, Betriebs- und Nebengebäuden und Neubauten, "die sichtbar zu Erhalt und Gestaltung des Ortsbildes beitragen". Die Maßnahmen sind in Absprache mit der Gemeinde und dem Dorfplaner auszuführen und der Antrag auf Förderung muss vor Maßnahmebeginn bei der Gemeinde eingereicht werden. Der Förderantrag ist nur fünf Jahre gültig "und die Maßnahme darf erst nach dem schriftlichen Förderbescheid der Gemeinde begonnen werden, nach Abschluss der Arbeiten ist innerhalb von drei Monaten ein Verwendungsnachweis vorzulegen".

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