Atzhausen

Zeugen der Bronzezeit neben der Autobahn

In seinem 1993 erschienenen Buch "Archäologiereport Kleinlangheim" schreibt Autor Christian Pescheck davon, "dass für Kleinlangheim der Glücksfall zutrifft, dass alle vor- und frühgeschichtlichen Epochen durch Funde belegt sind". Jüngster Beweis für diese Aussage sind die Ausgrabungen zwischen Kleinlangheim und dem Ortsteil Atzhausen neben der Autobahn, die eine spätbronzezeitliche Siedlung (etwa 1200 bis 800 vor Christus) belegen.
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Ausgrabungen werden derzeit zwischen Kleinlangheim und Atzhausen neben der Autobahn durchgeführt. Sie bringen Beweise für eine spätbronzezeitliche Siedlung zu Tage. Projektleiterin Alexandra Völter, Monika Conrad vom Arbeitskreis Archäologie Kitzinger Land, Bürgermeisterin Gerlinde Stier und Grabungsleiter Dr. Christian Falb inspizieren eine Feuerstelle Foto: Winfried Worschech
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In seinem 1993 erschienenen Buch "Archäologiereport Kleinlangheim" schreibt Autor Christian Pescheck davon, "dass für Kleinlangheim der Glücksfall zutrifft, dass alle vor- und frühgeschichtlichen Epochen durch Funde belegt sind". Jüngster Beweis für diese Aussage sind die Ausgrabungen zwischen Kleinlangheim und dem Ortsteil Atzhausen neben der Autobahn, die eine spätbronzezeitliche Siedlung (etwa 1200 bis 800 vor Christus) belegen.

Die Autobahndirektion hatte die Grabungen im Zuge des dreispurigen Ausbaus der Autobahn in Auftrag gegeben, die derzeit zu beiden Seiten der Autobahn im Bereich der Unterführung stattfinden. Die Direktion trägt auch die Kosten der Grabungen, die seit Anfang März von Mitarbeitern der Firma Arch-Bau (Traunstein) durchgeführt werden. Zwischen Biebelrieder Kreuz und der Ausfahrt Erlangen werden Ausgrabungen auf einer Gesamtfläche von rund 25 Hektar durchgeführt und dabei wurden auf dieser Strecke rund 3000 Gruben ausgehoben "und die Funde werden dokumentiert", wie Projektleiterin Alexandra Völter beim Ortstermin am Donnerstag der Kleinlangheimer Bürgermeisterin Gerlinde Stier und Monika Conrad vom Arbeitskreis "Archäologie Kitzinger Land" erklärte. Zusammen mit Grabungsleiter Dr. Christian Falb erklärte sie Arbeitsvorgänge und Funde des Bereichs zwischen Kleinlangheim und Atzhausen, der schon seit 1972 als Bodendenkmal ausgewiesen ist, da urnenfeldzeitliche Scherben gefunden worden waren.

Nicht zuletzt der sandig-trockene Boden, "der auch ideal für die Ausgrabungen ist", dürfte die Menschen vor gut 3000 Jahren veranlasst haben, in dieser Gegend zu siedeln, vermutet der Grabungsleiter. Besonders an der Nordseite der Autobahn werden derzeit die Hinweise ausgegraben und dokumentiert, die zeigen, wie sich das Leben zur damaligen Zeit abgespielt haben könnte. Richtig begeistert sind die beiden Leiter darüber, dass vier nebeneinander liegende Feuerstellen zum Vorschein kamen: "Das ist schon außergewöhnlich", erklärte Falb. Zu sehen sind zudem verschiedene Bodenverfärbungen, die auf Pfostenstrukturen für die rundlichen Häuser und ein Grubenhaus hinweisen, in dem Textilien verarbeitet wurden. Gefunden wurde bisher zudem "relativ wenig Metall und viel Keramik", und keine Grabstellen, die wahrscheinlich etwas weiter von der Siedlung weg angelegt wurden. Alle Funde, auch die Steine der Feuerstellen, werden nun gesammelt und archiviert "und es kommt auch noch eine Publikation, die über die Seite der Autobahn-Direktion abrufbar ist", gaben die beiden Leiter zum weiteren Procedere bekannt.

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