KITZINGEN

Workmans Weihnachtstraum

Santa Claus in Kitzingen: Die amerikanische Tradition kehrt nach 15 Jahren in den Vorgarten der Familie Workman zurück und rührt so manchen zu Tränen.
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Santa schläft noch unter dem Weihnachtsbaum. Seine Frau hält ihm den Kalender hin, zeigt, dass es höchste Zeit ist, sich auf den Weg zu machen. In der Zwischenzeit packt der Hund die Geschenke ein. Foto: Fotos: Svenja Kloos
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Es leuchtet wieder, das Weihnachtshaus der Familie Workman in Kitzingen, das um die Jahrtausendwende Hunderte von Besuchern in den abendlichen Lochweg gelockt hat.

Fünfzehn Jahre lang haben sie es nicht geschafft, ihr Haus in den amerikanischen Traum von Weihnachten zu verwandeln – entweder aus gesundheitlichen Gründen oder weil Harold beruflich die ganze Woche unterwegs war, dadurch keine Zeit fürs Schmücken blieb.

15 Transformatoren aufgestellt

„Vor vier Wochen hatten wir dann spontan die Idee, die Sachen heuer mal wieder rauszuholen“, sagt Hildegard Workman. Eigentlich ein bisschen spät – wollen sie alle der mehr als 200 beleuchteten Figuren, Bäume und Tiere vor dem Haus aufbauen, müssten sie spätestens im Oktober anfangen. „Da es so kurzfristig war, haben wir Hecke und Dach einfach weggelassen“, erklärt die 67-Jährige.

Schließlich macht die Dekoration so schon genug Arbeit: Zig Meter Verlängerungskabel verlegen, 15 Transformatoren aufstellen. „Hildegard sagt, was sie will und ich muss das dann irgendwie machen“, erzählt Harold lachend. Aber natürlich packt sie kräftig mit an. „Ich habe eine genaue Vorstellung im Kopf, schließlich soll es ja eine Harmonie geben“, sagt sie. Haben sie die Figuren dann aufgebaut, sei es „sein Bier“, wie er das mit den Leitungen hinkriege.

Es bleibt zwar ein Rätsel, wie Harold den Kabelsalat letztlich geordnet hat – nun schläft in einem Zelt jedenfalls der Weihnachtsmann unter dem Baum und schnarcht laut, der Hund schnürt währenddessen die Pakete. Nebenan gibt eine lebensgroße Mrs. Claus ihrem Santa Kekse mit auf die Reise und über die Brücke fährt ein Zug mit Seehund und Pinguinen.

Drahtfiguren kommen nicht in die Tüte

Den größten Teil der Figuren, die im Vorgarten strahlen, haben Harold und Hildegard in den Vereinigten Staaten gekauft. Denn der 69-Jährige kommt aus Amerika, hat seine Frau kennengelernt, als er mit der Army in Kitzingen stationiert war. In den USA sei es üblich, die Häuser üppiger zu dekorieren – allerdings seien die vielen bunten Sachen mittlerweile auch dort schwer zu bekommen. „Drahtfiguren sind im Moment eher angesagt“, erzählt die Kitzingerin. Aber die kommen bei den beiden nicht in die Tüte.

Jeder, der sich selbst ein Bild vom bunten Lichtermeer machen möchte, kann bis zum Dreikönigstag bei den Workmans im Lochweg vorbeischauen, Schokolade und Gummibärchen naschen. „Ich kann auch schnell einen Glühwein auf den Ofen stellen“, bietet Hildegard Workman an.

Viele Kinder seien schon am Haus vorbeigelaufen, staunend stehen geblieben. „Ihre funkelnden Augen sind für uns die größte Belohnung, da ist die ganze Arbeit vergessen“, ist sich das Ehepaar einig.

 

Schon als Kind hier

Zu Tränen gerührt hat Hildegard jedoch der Besuch eines 34-jährigen Mannes. „Er ist früher als Kind immer gekommen“, erzählt sie. „Als er gehört hat, dass wir seit langem mal wieder schmücken, hat er in diesem Jahr seine brasilianische Freundin mitgebracht.“ Sie hat das amerikanisch dekorierte Haus gesehen, fing an zu weinen. „Menschen so eine Freude machen zu können, ist das Schönste“, sagt Hildegard Workman und lächelt.

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