KITZINGEN

Wohnungen statt Ruinenfeld

Ein Großbrand legte 2007 das Lagerhaus auf dem Kitzinger Fetzergelände am Main in Schutt und Asche. Seitdem lag das Grundstück brach. Hier sollen nun zwischen der Glauberstraße und der Adalbert-Stifter-Straße in der Nähe der Realschule Wohnungen entstehen.
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Das Ende des Ruinenfeldes auf dem Fetzer-Gelände am Main in Kitzingen rückt näher. Der Verwaltungs- und Bauausschuss hat Pläne für eine Bebauung des Geländes zwischen der Glauberstraße und Adalbert-Stifter-Straße bei einer Gegenstimme genehmigt. Siegfried Sebelka Foto: Foto:

Ein Großbrand legte 2007 das Lagerhaus auf dem Kitzinger Fetzergelände am Main in Schutt und Asche. Seitdem lag das Grundstück brach. Hier sollen nun zwischen der Glauberstraße und der Adalbert-Stifter-Straße in der Nähe der Realschule Wohnungen entstehen.

Mit zwölf zu einer Stimme sprach sich der Verwaltungs- und Bauausschuss des Kitzinger Stadtrats am Donnerstag für die seit 2014 diskutierten Pläne aus. Die Mehrheit wischte damit auch die Bedenken von Stadtplanern und Denkmalschützern vom Tisch. Diese hatten sich vor allem gegen ein fünf Stockwerke hohes Gebäude an der Stelle des ehemaligen Lagerhauses an der Glauberstraße ausgesprochen, das wie ein Querriegel wirkt. Während in der Sitzungsvorlage die Bedenken des Bauamts deutlich gemacht wurden, spielten die in der jetzigen Sitzung keine Rolle mehr.

OB steht zum Projekt

Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) wies seine Verwaltung in die Schranken: „Ich stehe zu dem Projekt, so wie es ist. Das hier ist kein Wunschkonzert“, sagte Müller. Es gehe darum, auf dem Gelände ein Ruinenfeld für weitere zehn Jahre zu verhindern. Wie sich schnell zeigte, wollte der Rest des Ausschusses auch kein brachliegendes Gelände auf unbestimmte Zeit.

Das Ergebnis der Abstimmung fiel deutlich aus. Die einzige Gegenstimme kam von Jens Pauluhn. Der ödp-Mann bedauerte, dass „den Gestaltungsvorschlägen aller Fachleute nicht Rechnung getragen wurde“. Hier würden maximale wirtschaftliche Rentabilität über das Stadtbild gesetzt. An dieser „exponierten Lage am Main“ wäre auch eine Bebauung möglich, die sich besser in die Umgebung einfügt, so Pauluhn. Er sei sich mit Bauamt, Kreisheimatpfleger und Denkmalpflege einig: „Hier wurde eine Chance vertan.“

Das aber nahm die Mehrheit im Blick auf eine möglichst schnelle Nachnutzung des seit Jahren als „Schandfleck“ geltenden Geländes hin. Das Konzept für die Bebauung gibt es seit 2014. Wie es in der Sitzungsvorlage heißt, war zunächst der Neubau von zwei mehrstöckigen Gebäuden auf dem Gelände Richtung Glauberstraße vorgesehen. Dazu sollten die Verwaltungsgebäude an der Adalbert-Stifter-Straße ebenfalls zu Wohnungen umgebaut werden.

Vor allem bei den Neubauten wollte die Verwaltung dann eine Reduzierung der Stockwerke. Die Diskussionen darüber hatten aber nicht das erwartete Ergebnis. Ganz im Gegenteil: Aus den zwei Häusern war am Ende eines geworden, mit fünf Stockwerken als eine Art Querriegel am Main. Auch die Bebauung an der Adalbert-Stifter-Straße war massiver geworden.

Gespräche erforderlich

Dass die Gespräche zwischen den Antragstellern und dem Bauamt nicht besonders erfreulich gewesen sein können, zeigte sich in der Sitzung. Der Passus im Beschlussvorschlag, der beim weiteren Vorgehen „eine Abstimmung mit der Bauverwaltung“ ausdrücklich forderte, wurde nach dem Einspruch der Antragsteller gestrichen. Zusammenarbeit wird es dennoch geben müssen. Vor der endgültigen Baugenehmigung sind noch einige Fragen zu Lärmschutz oder Abstandsflächen zu klären – mit dem Bauamt.

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