KITZINGEN

"Wir wollen Klaviermusik pur"

Kathrin Haarstick lockt bekannte Klaviervirtuosen nach Kitzingen. Bei der Auswahl der Künstler hat sie klare Vorstellungen.
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Kathrin Haarstick ist die Gründerin der Serie „Weltklassik am Klavier“. Foto: Foto: Haarstick

Früher waren sie gut besucht. Jetzt sind sie es wieder. Wann gibt es auch schon mal die Gelegenheit, Weltklassekünstler in Kitzingen zu erleben. Die Gründerin der Reihe „Weltklassik am Klavier“, Kathrin Haarstick, holt in Kooperation mit Piano Seiler einige der besten Klavierspieler in die Stadt am Main.

Frage: Wie kam es zu dem Kontakt nach Kitzingen?

Kathrin Haarstick: Piano Seiler hat uns angeschrieben. Zum Glück.

Wieso zum Glück?

Haarstick: Weil die Firma nach wie vor einen Weltruf genießt. Sie baut fantastische Instrumente.

„Nach den Konzerten bedanken sich die Leute bei uns oft mit diesem gewissen Glanz in den Augen. . . “
Kathrin Haarstick
Wo sind Sie mit Ihrer Serie denn noch zu hören?

Haarstick: „Weltklassik am Klavier“ erklingt seit mittlerweile 15 Jahren. Wir organisieren rund 400 Konzerte pro Jahr an 40 Standorten im In- und Ausland. Der Schwerpunkt liegt allerdings in Deutschland.

Wer kommt zu Ihren Konzerten?

Haarstick: Wir haben eine sehr fixierte Zielgruppe, ganz viele Wiederholungstäter, die das besondere Ambiente zu schätzen wissen.

Was ist denn so besonders an Ihrer Konzertreihe?

Haarstick: Wir machen kleine, aber feine Konzerte. Künstler, die sich qualitativ nicht hinter denen von Weltruf verstecken müssen, spielen in einer fast schon intimen Umgebung.

Wo liegt denn der Unterschied zwischen Ihren Künstlern und denen von Weltruf, die man beispielsweise im Fernsehen zu Gesicht bekommt?

Haarstick: Es gibt etwa zehn Klaviervirtuosen, die auf den weltberühmtesten Wettbewerbsorten in Moskau, in Tel Aviv oder in Warschau spielen. Dann gibt es Künstler, die Sie angesprochen haben, die im Fernsehen auftreten, weil sie zu einer Marke geworden sind. Aber da geht es nicht mehr vorrangig um die Qualität der Darbietung, sondern um Show oder das Aussehen. Uns sind andere Dinge wichtig.

Welche?

Haarstick: Wir wollen Klaviermusik pur. Keine Lichteffekte oder Künstlerinnen im Minirock.

Wie wählen Sie Ihre Künstler aus?

Haarstick: Das ist ein langer Prozess. Wir bekommen pro Woche drei bis vier Bewerbungen aus der ganzen Welt. Wir schauen uns die mitgeschickten Videos an und besprechen die Einsendungen dann mit renommierten Professoren. Die haben dann ein Vetorecht.

Wie viele Musiker spielen für Sie?

Haarstick: Etwa 50, einige sind schon sehr lange dabei. Letztendlich sind wir ein Sprungbrett. Sieben oder acht unserer ehemaligen Künstler sind jetzt selbst Professoren.

Woher kommt Ihre Begeisterung für dieses Projekt?

Haarstick: Aus meiner Kindheit. Wir haben im Elternhaus gefühlt 24 Stunden am Tag Wagner gehört. Natürlich waren wir auch in Bayreuth bei den Festspielen. Es gibt ein Bild, auf dem ich als kleines Mädchen Herbert von Karajan eine Rose überreiche. Nach 22 Stunden Oper fühlten wir Kinder uns immer noch toll, weil wir gespürt haben, Teil von etwas Wundervollem gewesen zu sein.

Und dieses Gefühl wollen Sie weitergeben?

Haarstick: Das kann man so sagen. Wissen Sie: Nach den Konzerten bedanken sich die Leute bei uns oft mit diesem gewissen Glanz in den Augen oder sagen Dinge wie: „Die Musik hat meine Seele gestreichelt.“ Letztendlich tun wir etwas Gutes für ganz viele Menschen.

Und Kinder bis 18 Jahren haben freien Eintritt.

Haarstick: Das ist mir ganz wichtig. Ich habe Kinder erlebt, die ganz offensichtlich hyperaktiv waren und bei der Musik von Mozart plötzlich ganz ruhig wurden. Außerdem wäre es natürlich schön, wenn auch die kommende Generation noch wüsste, was dieser Wolfgang Amadeus Mozart so alles angestellt hat.

Weitere Infos im Internet: www.weltklassik.de. Reservierung: info.weltklassik.de oder unter Tel.0211 936 5090.

Die nächsten Termine: Samstag, 2. September, um 17 Uhr, Shoko Kawasaki und am Samstag, 4. November, um 17 Uhr, Meryem Natalie Akdenizli.

Eintritt: 20 Euro, Studenten: 15 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren Eintritt frei.

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