KITZINGEN

Willkommen in Tansania

Eigentlich fühlt sie sich gut vorbereitet - nur bei der Sprache hapert es noch ein bisschen. „Ich bringe es mir gerade überwiegend selbst bei“, sagt Shay Lutz - und lächelt ihr entwaffnendes Lächeln. Das wird sicher auch die Menschen in Tansania bezaubern und Shays holprige Swaheli-Kenntnisse wettmachen - erst einmal. Schließlich bleibt die 18-jährige Abiturientin für ein ganzes Jahr in Ostafrika, lebt dort in der Kleinstadt Ludewa und arbeitet in einem lutheranischen Krankenhaus.
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Große Freude: Das Krankenhaus-Team im tansanischen Ludewa ist für jede Unterstützung dankbar und freut sich sehr über die Helferin aus Deutschland. Foto: Foto: Karl Wagner
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Eigentlich fühlt sie sich gut vorbereitet - nur bei der Sprache hapert es noch ein bisschen. „Ich bringe es mir gerade überwiegend selbst bei“, sagt Shay Lutz - und lächelt ihr entwaffnendes Lächeln. Das wird sicher auch die Menschen in Tansania bezaubern und Shays holprige Swaheli-Kenntnisse wettmachen - erst einmal. Schließlich bleibt die 18-jährige Abiturientin für ein ganzes Jahr in Ostafrika, lebt dort in der Kleinstadt Ludewa und arbeitet in einem lutheranischen Krankenhaus.

Dort ist es wichtig, die Sprache zu beherrschen. Schließlich kann kaum ein Einheimischer Englisch oder gar Deutsch - auch wenn beide Nationen den Staat am indischen Ozean schon einmal besetzt hatten. „Es gibt dadurch aber einige Parallelen, zumindest, was die Sprache betrifft“, sagt Shay.

Ansonsten wird sich die Kitzingerin in eine andere Welt versetzt fühlen. Im Moment ist es in Tansania Herbst, und die Saison für leichte Kleidung ist – im Gegensatz zur Witterung in Deutschland – noch einige Monate entfernt. Die nächste, größere Stadt ist mindestens eine Tagesreise weit weg, und auch generell herrschen komplett andere Verhältnisse, unter anderem auch in den Krankenhäusern.

Mentoren helfen weiter

Shay wird halbtags im „Ludewa Lutheran Hospital“ arbeiten und vermutlich auf der Entbindungsstation eingesetzt werden. Den Rest der Zeit will sie in einer Schule einen kreativen Nachmittagskurs für Kinder halten oder in einem Behindertenheim, das gut eine Stunde Fußmarsch entfernt liegt, mit den Bewohnern basteln und malen. Das wird sich aber erst klären, wenn Shay vor Ort ist. Zur Unterstützung gibt es nicht nur in Tansania, sondern auch bei der Diakonie Württemberg, die Shays Freiwilligendienst zusammen mit der staatlichen Organisation „weltwärts“ bezuschusst, sogenannte Mentoren.

In Deutschland ist Karl Wagner für die insgesamt sechs Freiwilligen zuständig, die am 24. August über Dubai nach Dar-es-Salaam fliegen. Das Diakonische Werk lud Shay und ihre fünf Mitstreiter, die teilweise auch nach Israel, Palästina und Jordanien fahren, zu zwei Vorbereitungskursen in Ulm und Böblingen ein und stand auch sonst für alle Fragen zur Verfügung. Einen solchen Mentor wird es auch in Ludewa geben. Mit dessen Hilfe sollen sich Shay und Constanze, die in unmittelbarer Nähe in den Schuldienst einsteigen wird, leichter eingewöhnen und schnell Anschluss finden.

„Nur meine Oma, die würde mich am liebsten hierbehalten.“
Shay Lutz Freiwillige

Dabei werden die beiden im ersten Monat erst einmal viel unterwegs sein. Nach dem über zehn Stunden dauernden Flug, drei Willkommenstagen und der ersten Ankunft in Ludewa geht es eine Woche später erst einmal nach Morogoro, wo die Freiwilligen noch einmal einen Intensiv-Sprachkurs belegen werden. Bis es dann im Oktober wieder wärmer wird, sollen die zwei Deutschen zurück sein an ihrem Bestimmungsort und ihre Arbeit aufnehmen.

Darauf freut sich Shay schon jetzt. „Ich wusste schon in der siebten Klasse, dass ich einmal eine Zeit lang nach Afrika gehen werde“, erklärt sie. Mit den Jahren wurde aus der Idee ein handfestes Vorhaben. Sie informierte sich, suchte eine Organisation, die sie finanziell unterstützt – und fasste schließlich den Entschluss, das Vorhaben nach dem Abitur am Armin-Knab-Gymnasium in die Tat umzusetzen. „Ich bin ein sozial orientierter Mensch und würde auch gerne beruflich in diese Richtung gehen“, erklärt Shay, warum das Auslandsjahr ihr auch für die Zukunft viel bringen wird.

Unterstützung in der Familie

„Ich wollte auf jeden Fall nach dem Abitur weg. Aber beim Work&Travel lernt man zum Beispiel nicht wirklich Land und Leute kennen.“ Genau das möchte die ehemalige Jahrgangs- und Schülersprecherin, die sich schon immer ehrenamtlich engagiert hat. Sie freut sich auf ihre neue Aufgabe – genauso, wie ihr ganzes Umfeld sich für sie freut. „Meine Mutter würde am liebsten mitfliegen“, sagt Shay. „Auch alle anderen drücken mir die Daumen und freuen sich, dass es so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe. Nur meine Oma, die würde mich am liebsten hierbehalten.“

Beim Gedanken daran strahlt Shay wieder - und lässt keinen Zweifel daran, dass sie für ihr großes Abenteuer in Tansania bestens vorbereitet ist.

Mehr Fotos aus Ludewa gibt es unter www.infranken.de, Shays Erlebnisse kann man im Internet unter www.einjahrtansania.blogspot.com verfolgen.

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