KITZINGEN

Wilhelm-Busch-Vorlesung im Fastnachtmuseum

Einen höchst vergnüglichen Abend erlebten die Besucher im Deutschen Fastnachtmuseum. Sie lachten über Geschichten von Wilhelm Busch.
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Satirisches Duo: Max (links) und Moritz nehmen die Spießbürger aufs Korn. Foto: Fotos: Net

Einen höchst vergnüglichen Abend erlebten die Besucher im ausverkauften Gewölbekeller des Deutschen Fastnachtmuseums. Offenbar hat Wilhelm Busch, der Schöpfer derb-deftiger Bildergeschichten und der sich an Schopenhauer orientierende Philosoph, bis heute nichts von seiner Beliebtheit verloren. Hans Driesel hatte unter dem Motto „Von bösen Kindern und (bösen) Erwachsenen“ ein buntes Programm zusammengestellt, so die Mitteilung an die Presse mit dem Busch-Zitat „Man ist ja von Natur kein Engel“ überschrieben.

Den Auftakt bildeten zwei Weltbestseller der Kinderliteratur: „Max und Moritz“ und dessen literarischer Vorläufer, der „Struwwelpeter“. Beide Kinderbücher haben damals das betuliche Biedermeier aufgeschreckt, für den „Struwwelpeter“ wurde sogar ein Verbot in Erwägung gezogen. Von den widerborstigen Kindern des „Struwwelpeter“ und den Streichen von „Max und Moritz“ war es nur ein Schritt zu den Streichen der Erwachsenen, die bei Busch nicht unbedingt als die Sendboten des Guten daherkommen.

Immer wieder hallte lautes Lachen durch das kleine Gewölbe wenn Driesel – überwiegend frei rezitierend – Buschs unsterbliche Gestalten wie die „Fromme Helene“, den „Heiligen Antonius von Padua“ oder „Tobias Knopp“ zum Leben erweckte. Dann wieder entstand Betroffenheit, als die Doppelbödigkeit von Buschs Geschichten deutlich wurde.

Interessant auch die Blicke auf Zeithintergründe, Buschs Lebensgang, die nicht ganz einfache Kindheit im damaligen Königreich Hannover und sein unerfüllter Traum, Kunstmaler zu werden. Immerhin wurde er als Schöpfer lebensvoller Bildergeschichten zum Vorläufer und Vorbild von Walt Disney. Nicht zu vergessen: Buschs Vermenschlichung der Tiere und sein oft erbarmungsloser Hinweis auf die Tiernatur des Menschen.

Herzlicher Beifall für einen Abend des Lächelns, Lachens und des Nachdenkens, den David Reß am Piano mit Musik aus der Romantik umrahmte. Museumsleiterin Daniela Sandner hatte die Zuhörer begrüßt, darunter Gäste aus Schweinfurt.

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