REGION KITZINGEN

Wildblumenfeld als Rückzugsgebiet für Tiere

Im etwa 850 Hektar großen Gebiet der Jagdgenossenschaft Theilheim verschwinden Feldhase, Rebhuhn oder Fasan immer mehr. Ein Wildblumenfeld soll als Rückzugsgebiet dienen.
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Andreas Wallrapp, Burkhard Kneitz mit Hund Don und ihr Jagdkollege Franz-Josef Kreuzer zeigen Bürgermeister Hubert Henig, wie gut das Wildblumenbiotop gewachsen ist. Foto: Foto: Traudel Baumeister
„Wir bräuchten noch viel mehr solche Flächen.“
Burkhard Kneitz Jagdpächter

Nicht nur Erholung suchende Menschen haben Ansprüche an Natur und Umwelt. Auch die Tierwelt braucht Rückzugsräume. Das wissen vor allem die Mitglieder von Jagdgenossenschaften. Schließlich müssen sie für die bestandsgerechte Jagd das Wild in ihrem Jagdgebiet gut kennen und die Entwicklung der einzelnen Arten genau beobachten.

Im etwa 850 Hektar großen Gebiet der Jagdgenossenschaft Theilheim verschwinden Feldhase, Rebhuhn oder Fasan immer mehr. „Gerade mal einen Hasen haben wir in der letzten Saison geschossen“, berichtet Jagdpächter Burkhard Kneitz. „Rebhühner bejagen wir wegen des niedrigen Besatzes bei uns schon gar nicht mehr, auch wenn wir es theoretisch dürften.“

Kalte Böden

Warum genau sich das Niederwild in Theilheim, Westheim und der ganzen Region so schwertut, da rätseln laut Wallrapp selbst die Fachleute. Ein Grund, vermutet Kneitz, könnten die Böden sein, die dort oben dichter, schwerer und damit im Frühjahr kälter sind als die sandigeren Böden Richtung Lengfeld und Kürnach.

„Daher sind wir der Gemeinde Theilheim dankbar, dass sie uns jetzt ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung gestellt hat“, fügt Jagdvorsteher Andreas Wallrapp an. Auch von Seiten der Landwirtschaft werde man unterstützt, berichtet Wallrapp. Mit Hilfe des Landwirts Josef Beck haben die Jäger das betreffende Feld in diesem Jahr erstmals mit einer Wildblumenmischung eingesät, die dank der Wetterbedingungen sehr gut angewachsen ist.

Grünes Versteck

Das dicht bewachsene Grundstück soll Hasen, Fasanen und Rebhühner als Rückzugsgebiet dienen. Aber auch Fuchs, Dachs und Rehwild nutzen das üppige Grün, um sich darin zu verstecken und auszuruhen. Zudem summt und brummt es heftig in dem bunten Blütenteppich, aus dem die gelben Sonnenblumen hoch heraus ragen.

Schmetterlinge, Bienen, Hummel und andere Insekten fühlen sich ebenfalls sichtlich wohl in dem wildtierfreundlichen Biotop. Ein reichlich gedeckter Tisch für zahlreiche heimische Sing- und Wildvögel.

Wer sich genau alles in dem Biotop verbirgt, das wissen die Jäger freilich nicht. „Wir gehen ja ganz bewusst nicht rein“, so Kneitz. Denn nur so könne es den vollen Nutzen entfalten. Die ausgesäten Sorten, erläutert er, sind mehrjährig und bieten so auch im Winter Deckung und Äsung (Nahrung) für die Wildtiere.

Nach drei bis fünf Jahren erst hat sich die Wildblumenmischung erschöpft, haben sich wenige Arten so durchgesetzt, dass die Vielfalt schwindet und die Fläche neu bearbeitet werden muss. Vielleicht, so sind die Jäger zuversichtlich, überzeugt ja das wunderbar anzusehende Wildblumenfeld im Sinne eines guten Beispiels auch andere Grundstücksbesitzer ganze Felder oder zumindest Randstreifen ähnlich zu bewirtschaften.

Förderprogramme

„Programme dafür gibt es ja“, verweist Wallrap auf Angebote und Beratungsmöglichkeiten durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Wir bräuchten noch viel mehr solche Flächen“, ergänzt sein Jagdkollege.

Auch wenn die Theilheimer Jäger immer wieder mal Probleme mit Hundebesitzern haben, die ihre Hunde ganzjährig frei überall in den Feldern herumlaufen lassen, und wenn ihnen Autofahrer ein Dorn im Auge sind, welche die ausgebauten Asphaltwege als Abkürzungen nutzen, insgesamt, so Kneitz, wächst in seinen Augen das Verständnis für verantwortungsvolle Jagd momentan eher wieder.

Bürgermeister Hubert Henig genießt das Kleinod ebenfalls. Wenn nicht als Jäger so als Spaziergänger. „Hier oben ist es jetzt noch ein Stück schöner“, freut er sich über die bunte Pracht.

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