NORDHEIM

Wie kommen die Laster in die Nordheimer Au?

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au - eigentlich für 2017 geplant – kommt nur zäh voran. Ein Knackpunkt ist die Zu- und Abfahrt.
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Ein Blick aus den Weinbergen oberhalb von Köhler auf die Au in Nordheim, wo die Kitzinger Firma LZR (Lenz-Ziegler-Reifenscheid) schon seit längerem einen Sand- und Kiesabbau plant. Eine der noch offenen Fragen ist die Ab- und Zufahrt für bis zu 40 Laster täglich. Foto: Archivfoto: Harald Meyer

Die Zeitpläne für den umstrittenen Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au ziehen sich weiter hin. Die mehr als 150 Stellungnahmen zu dem Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) wurden im Landratsamt geprüft.

40 Kieslaster pro Tag

Nun ist LZR am Zug, die Planung für die auf neun Hektar geplanten Arbeiten im Mainvorland auf die in den Stellungnahmen angesprochenen Probleme abzuklopfen. Ein Knackpunkt ist die Zu- und Abfahrt der bis zu 40 Kieslaster pro Tag.

Der Abtransport von Sand und Kies aus dem Gelände zwischen Radweg und Main (auf sieben der neun Hektar wird abgebaut) steht laut Michael Köber, Abteilungsleiter Baurecht, vor einigen Hürden, auf die man LZR jetzt hingewiesen habe. Ein Stoppzeichen setzte der Nordheimer Gemeinderat Anfang Juni, als er sich erneut gegen die – geänderten – LZR-Pläne aussprach und besonders die Erschließung des Abbaugeländes zum Knackpunkt erklärte.

Fünf Tonnen maximal

Das Problem: Die Zufahrt zur Kläranlage ist auf fünf Tonnen Maximallast beschränkt und kann die Schwerlaster nicht tragen. Die Gemeinde Nordheim will, so das Echo in der Gemeinderatssitzung, das Problem nicht lösen und den Weg samt Brücke nicht ausbauen. Konfliktpotenzial hat auch der Mainradweg, der laut Köber ein Stück weit von den Lastern befahren würde. Wie Probleme mit Radlern zu vermeiden wären, „dazu müsste LZR eine Lösung anbieten“, sagt Köber.

Einzige Chance in dem Dilemma wäre ein Lösungsvorschlag, den LZR in seinem Konzept zur Au auf den eigenen Internet-Seiten anbietet. Eine Strecke nur auf eigenen Grundstücken, die im Süden des Abbaugebiets bis zur Kreisstraße führen würde. Allerdings gibt's auch hier eine bislang nicht überwundene Hürde für die Abfuhrstrecke: Zwischen Kreisstraße und geplantem Sandabbau liegen Grundstücke, die LZR noch nicht gehören, wie es im Gemeinderat im Juni hieß.

Der Wasserweg ist fraglich

Bliebe eigentlich nur der Wasserweg, um die Rohstoffe aus der Au abzutransportieren. Den schließt LZR laut Internet-Präsentation bisher aus. Der Main habe zu wenig Tiefe für moderne Transportschiffe und: „Die früheren kleinen Sandschiffe mit 120 Tonnen Ladevolumen sind nicht mehr vorhanden.“

Der Sand- und Kiesabbau ist eine zähe Angelegenheit. Nach ihren ersten Plänen wollten die Verantwortlichen des Kitzinger Rohstoffunternehmens eigentlich schon 2017 mit dem Abbau beginnen. Widerstand durch Bürgerinitiativen und die Ablehnungen sowohl im Nordheimer wie im Volkacher Stadtrat haben bislang das Vorhaben verlangsamt. Derzeit ist es im Genehmigungsverfahren am Landratsamt, das über das weitere Schicksal der Streuobstflächen im Mainvorland zu entscheiden hat – wenn LZR die noch offenen Fragen behandelt hat und weitere mögliche Hindernisse wie eine Petition an den Landtag weggeräumt sind.

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