Mainbernheim

Wie die Herrnstraße künftig aussehen könnte

Parkende Autos nur noch auf einer Seite, mehr Grün, ordentlich gepflastert und die Hausfassaden alle saniert - so wurde dem Mainbernheimer Stadtrat die Straße präsentiert.
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Der Bereich um den Vierröhrenbrunnen soll eine deutliche Aufwertung erfahren. Foto: Gerhard Krämer
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Viel diskutiert wurde bereits über das Stadtboden- und Parkkonzept in Mainbernheim. Die Stadtplanerinnen Yvonne Slanz und Sylvia Haines unterbreiteten dem Stadtrat nun Vorschläge zur Umsetzung. Beschlossen wurde aber noch nichts, denn vorher werden die Bürger in einer Bürgerversammlung am 28. Mai über das Konzept informiert. Das kündigte Bürgermeister Peter Kraus an.

Flächen mit Sanierungsbedarf beziehungsweise -priorität sind laut Sylvia Haines die Bereiche um den Vierröhrenbrunnen und an den Ortseingängen. Sie zeigte Bilder von mal mehr, mal weniger gelungenen Sanierungen in verschiedenen Kommunen, zum Beispiel von Mindelheim, Iphofen, Dinkelsbühl oder Rothenburg ob der Tauber. Dabei erläuterte sie die Pflasterart, die Rinnenführung, die Orientierung an Linienführungen oder das einseitige Parken.

Letzteres präsentierte sie auch den Räten bei einer visualisierten Darstellung der Herrnstraße. Die für die Stadt prägende Straße war in der Darstellung auf der Rathausseite frei von parkenden Autos, ordentlich gepflastert und die Fassaden der Häuser waren alle saniert. Außerdem war Grün in der Straße zu sehen. Ein Bild, mit dem sich die Stadträte mehr als anfreunden könnten.

Auch die vorgestellten Pflasterungen um den Vierröhrenbrunnen gefielen. Denn die Stärkung der zentralen Mitte ist auch ein Ziel der Stadt. Die Herrnstraße auf einmal neu zu gestalten, wird aber ein Traum bleiben, das weiß auch Sylvia Haines, die eine Sanierung Stück für Stück als realistisch ansieht. Sie schlug deshalb "eine Aufwertung der Herrnstraße in mehreren Bauabschnitten" vor.

Barrierefreiheit wird nicht überall zu schaffen sein

Robert Finster wünschte sich neben der Optik auch die Barrierefreiheit. Dem musste Haines entgegnen, dass es nicht zu schaffen sei, alles barrierefrei zu gestalten.

Die Verwendung des alten Pflasters in manchen Bereichen regte Marc Poser an. Skeptisch sah er den möglichen Wegfall von Parkplätzen. "Da sehe ich Konfliktpotenzial", meinte er. Das weiß auch Bürgermeister Peter Kraus, der in diesem Zusammenhang das Thema Quartierstellplätze wieder in Erinnerung rief.

"Nägel mit Köpfen" und "es muss jetzt endlich mal jemand die Schaufel in die Hand nehmen", wünschte sich Michael Hutterer. Bevor dies jedoch geschieht, will der Bürgermeister die Bürger informieren und deren Meinung hören.

Italienisches Vorbild: Private und städtische Gebäude sollen als Herberge dienen

Bürger, vor allem die, die Ferienwohnungen oder Privatzimmer haben oder einrichten wollen, sind beim Projekt "Albergo diffuso" gefragt. Um Leerstände zu vermeiden, sollen nach italienischem Vorbild private oder städtische Gebäude künftig als Herberge dienen – verteilt auf die gesamte Altstadt. Ein eingetragener Verein "Albergo diffuso Mainbernheim" wird sich dazu gründen, informierte der Bürgermeister. Nach reger Diskussion beschloss das Gremium, dass die Stadt Gründungsmitglied wird. Kraus strebt dabei aber nicht den Posten des Vorsitzenden an, bekräftigte er, als dies aus den Reihen des Stadtrats vorgeschlagen wurde.

Die Radlerherberge, das Obere Tor und der Pulverturm sind Objekte in städtischer Hand, die in das Projekt könnten. Beim Oberen Tor und beim Pulverturm sind, das haben detaillierte Untersuchungen ergeben, Ferienwohnungen möglich. Allerdings mit nicht geringem Aufwand. In Gesprächen mit der Regierung von Unterfranken und der Denkmalpflege wird nun unter anderem über die Sicherstellung des Brandschutzes im Oberen Tor gesprochen werden. Ebenso geht es um Kosten und Zuwendungen.

Hühnerstall bitte nur ohne Gockel

Außerdem ging es in der Stadtratssitzungen um Bauanträge, unter anderem den Neubau eines Wohnhauses im Baugebiet Langwasen und einen Hühnerstall. Allerdings soll der ohne Gockel bestückt sein, wünschten sich etliche Räte, weswegen mit dem Antragssteller gesprochen werden soll.

Für das Kindergartenjahr 2019/2020 müssen weitere Kindergartenplätze bereitgestellt werden. Der Musikraum in der Mehrzweckhalle könnte dazu vorübergehend genutzt werden. An Betreuungsplätzen erkannte der Stadtrat 75 Kindergarten- und 35 Krippenplätze an. Alle Ratsmitglieder sind aufgefordert, sich Gedanken über eine mögliche Erweiterung zu machen.

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