KITZINGEN

Werbung verbrannt statt auszutragen

Der neue Job – irgendwie war's das nicht. Die 34-Jährige hätte Anfang vergangenen Jahres eigentlich Werbung austragen sollen, doch schnell stellte sich heraus, dass die Frau dafür nicht gemacht war. Von der Schwiegermutter musste sie sich jedes Mal das Auto ausleihen, um auch überall hinzukommen. Das verursachte Stress, irgendwie war das alles nicht zu bewerkstelligen.
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Aus dem Gericht
Foto: Regina Krömer

Der neue Job – irgendwie war's das nicht. Die 34-Jährige hätte Anfang vergangenen Jahres eigentlich Werbung austragen sollen, doch schnell stellte sich heraus, dass die Frau dafür nicht gemacht war. Von der Schwiegermutter musste sie sich jedes Mal das Auto ausleihen, um auch überall hinzukommen. Das verursachte Stress, irgendwie war das alles nicht zu bewerkstelligen.

Doch statt dass die Frau die Arbeit beendete oder nachfragte, ob sie weniger machen kann, kam sie auf eine geradezu fatale Idee: Wenn sie es mal wieder nicht schaffte, alles auszutragen, wurde der Rest einfach im Altpapier entsorgt oder gerne auch mal im Holzofen verbrannt.

„Ich weiß, dass es falsch war.“
Die Angeklagte zeigt sich reumütig

Im April vergangenen Jahres flog die Sache dann auf, weil es zunehmend Beschwerden gegeben hatte, weil dieses oder jenes nicht angekommen war. Inzwischen hat die Frau als Reinigungskraft eine Anstellung gefunden.

Längst hat sie begriffen, dass sie damals einen falschen Weg beschritten hat: „Ich weiß, dass es falsch war“, betont sie vor Strafrichter Bernhard Böhm und gibt rundherum alles zu und erspart so allen Beteiligten eine langatmige Beweisaufnahme.

Die 34-Jährige hat im Leben schon einiges mitmachen müssen: Die Jobs reichen kaum, um genug Geld fürs Leben zu verdienen. Weil es mitunter gar so schwierig war, geriet die Angeklagte schon zweimal mit dem Gesetz in Konflikt.

Eine Bankrott-Erklärung gab es auch schon, allerdings hatte sie da den Kopf für andere hingehalten. Lebensumstände, die beim Gericht Wirkung hinterließen. Weshalb es auch nicht einfach eine – wie von der Staatsanwaltschaft geforderte – Geldstrafe gab.

Der Richter entschied sich für einen eher ungewöhnlichen Weg der Bestrafung und sprach eine Verwarnung aus. Die 34-Jährige steht jetzt zwei Jahre unter Bewährung und muss erst einmal nichts zahlen. Sollte sie die Bewährung jedoch nicht schaffen und wieder etwas anstellen, sind 300 Euro (30 Tagessätze zu je zehn Euro) fällig. Außerdem muss die Frau 30 Stunden soziale Hilfsdienste leisten.

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