BIEBELRIED

Wer muss Kirchturmrenovierung bezahlen?

Die katholische Kirche gegen die Gemeinde Biebelried: Ums Geld geht es in einem nicht alltäglichen Verfahren am 15. März am Verwaltungsgericht Würzburg.
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Die katholische Kirche und die Gemeinde Biebelried wollen beim Verwaltungsgericht Würzburg ein für alle Mal klären lassen, wer die Baulast für den Turm der Pfarrkirche zu tragen hat. Foto: Foto: Robert Haass

Es ist ein nicht alltägliches Verfahren, das für diesen Dienstag (15. März) am Verwaltungsgericht Würzburg angesetzt ist: Die katholische Kirche und die Gemeinde Biebelried wollen dort ein für alle Mal klären lassen, wer die Baulast für den Turm der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu tragen hat, teilt der evangelische Pressedienst mit.

Die Katholische Kirchenstiftung Biebelried ist der Auffassung, dass die Baulast der 1606 vom Orden der Johanniter erbauten Kirche zwar bei der Kirchengemeinde selbst liege, die für den Turm jedoch bei der politischen Gemeinde. Diese aber sieht das anders. Sie streckte zwar das Geld für die Turmsanierung vor, forderte jedoch eine grundsätzliche gerichtliche Klärung. (Az: W 1 K 15.1244)

Die Geschichte mit dem Kirchturm zieht sich seit Jahren. Im August 2009 forderte der Gemeinderat, dass die Kirche eine Baulastverpflichtung der politischen Gemeinde nachweisen müsse. 2013 beschloss das Gremium, dass die Gemeinde die geplanten Renovierungskosten für den Turm von 47 500 Euro unter dem Vorbehalt übernimmt, dass die Kirchenstiftung bis 31. März 2014 ein Gerichtsverfahren zur Klärung der Baulastfrage einleitet.

Sollte das Gerichtsverfahren ergeben, dass die Baulast nicht bei der Gemeinde liegt, gelten 24 000 Euro der ausbezahlten Summe als Zuschuss ohne Anerkennung einer Rechtspflicht für die Zukunft – den Rest müsste die Kirchenstiftung der Gemeinde erstatten.

Während die Kirchenstiftung die Baulast der politischen Gemeinde aus alten Dokumenten ableitet, vertritt die Gemeinde die Auffassung, dass trotz dieser Dokumente keine Baulast-Anerkennung seitens der Gemeinde vorliege. Eine solche aus dem Jahr 1921 sei zudem nichtig, weil der damalige Bürgermeister eine Baulast bereits als gegeben angenommen und der Gemeinderat keinen Beschluss dazu gefasst habe.

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