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Kitzingen

Wenn selbst Maradona nicht an einer Strafe vorbeikommt

Ein Wiederholungstäter war mit 1,6 Promille am Steuer erwischt worden. Vor Gericht musste er sich anhören, dass nicht einmal ein prominenter Fußballer damit davon käme.
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Alkohol am Steuer brachte einem Wiederholungstäter vor Gericht. Foto: Fredrik von Erichsen, dpa

Der Versuch war nicht so recht erfolgreich: Mit dem Einspruch gegen einen Strafbefehl wollte ein Rentner die Folgen einer Autofahrt mit knapp 1,6 Promille auf dem Parkplatz einer Spielhalle reduzieren. Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht scheiterte er aber an der eindeutigen Aussage einer Zeugin.

"Ich habe den Angeklagten am Steuer seines Autos gesehen", sagte die Spielhallenaufsicht. Danach empfahl Richterin Patricia Finckenberger den Einspruch auf die Rechtsfolgen zu beschränken. "Sie sollten sich überlegen, wie sie an dieser Aussage vorbeikommen wollen", sagte sie  in Richtung Anklagebank und fügte hinzu: "Daran kommt nicht mal Maradona vorbei."

Der Hinweis aus der Welt des Fußballs wirkte. Der 67-Jährige nahm den Einspruch zurück. Damit hat er die Trunkenheitsfahrt eingeräumt. Dafür hat die Staatsanwältin für den Wiederholungstäter 1400 Euro Geldstrafe beantragt und den Entzug der Fahrerlaubnis für zwölf Monate. Der Verteidiger verwies auf die nur kurze Fahrt auf einem Privatparkplatz, hatte "maximal" 750 Euro gefordert. Am Ende standen 900 Euro (60 Tagessätze zu 15 Euro) im Urteil und der Entzug der Fahrerlaubnis. Immerhin hat der Mann da zwei Monate gegenüber den Strafbefehl herausgeholt, der 14 Monate vorgesehen hatte.

Ausflüchte halfen nichts

Sein Ziel hatte der Mann aber dennoch verfehlt. Er war mit der klaren Aussage ins Verfahren gegangen: "Ich bin zu diesem Zeitpunkt nicht gefahren." Seine Version: Ein Bekannter habe ihn nach dem Besuch "beim Griechen" kurz nach Mitternacht zur Spielhalle gefahren. Er habe das Auto nicht bewegt, auch auf dem Parkplatz nicht.

Das hatte die Spielhallenaufsicht anders gesehen. Die machte gerade eine Zigarettenpause im Eingangsbereich, als der Mann mit seinem Auto angefahren kam. Weil er auf dem Weg in die Spielhalle schwankte und sie deutlichen Alkoholgeruch feststellte, hat sie die Polizei informiert: "Bei uns herrscht striktes Alkoholverbot", sagte sie zur Erklärung. Betrunken spielen gehe nicht.

Die Polizei war schnell da und wenig später stand das Ergebnis der Blutprobe fest: 1,59 Promille. Das Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr lief an. Es gab den Strafbefehl und den Einspruch. Und dann in der Verhandlung die Aussage, an der nach Überzeugung der Richterin auch der weltbekannte Fußballer nicht vorbeigekommen wäre.