KITZINGEN/WIESENTHEID

Wenn Nilpferddame Amanda einkaufen geht

Fürs Publikum war's ein Heidenspaß. Für das Deutsche Fastnacht Museum kamen gut 10 000 Euro zusammen. Und wo sonst gibt's Amanda mit Waltraud und Mariechen auf der Bühne?
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Ungewöhnlicher Bühnen-Treff (von links): Mariechen (Volker Heißmann), Nilpferddame Amanda mit Sebastian Reich, die Fränkische Weinkönigin Christina Schneider und Waltraud (Martin Rassau) machen in Wiesentheid zusammen ihre Späße – und gerade ein Selfie. Foto: Foto: Norbert Hohler

Den ganzen Abend war Amanda auf der Suche nach Waltraud & Mariechen: Und siehe da, am, Ende treffen sich Sebastian Reich und seine Nilpferddame mit den beiden alten Tratschweibern (Martin Rassau und Volker Heißmann) auf der Bühne, erzählen Witze, tanzen, reißen das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Der gemeinsame Auftritt der Stars aus „Fastnacht in Franken“ war zweifellos Höhepunkt der Benefizgala für das Deutsche Fastnachtmuseum. In der dampfigen Steigerwaldhalle (Martin Rassau: „Hier gibt es keine Klimaanlage. Nur eine Belüftung, die draußen die Temperatur absenken soll“) gab es am Ende stehende Ovationen. Vergessen war, dass es eigentlich viel zu heiß war, um sich beim Klatschen zu verausgaben.

Fulminanter Auftritt

Gut 550 Zuschauer waren da, nicht alle Plätze besetzt. „Es wäre natürlich schön gewesen, wenn der ein oder andere mehr gekommen wäre“, bilanzierte Bernhard Schlereth, der Präsident des Fastnacht-Verbandes Franken. Dennoch freut er sich über die gut 10 000 Euro für das Museum und stellte noch einmal das Engagement der Künstler in den Vordergrund. „Sie haben einen fulminanten Auftritt hingelegt, für null Gage.“

Dabei erfuhr das Publikum, wie sehr Amanda das Leben von Sebastian Reich verändert hat. „Wenn ich in den Supermarkt gehe, heißt es: Schau, die Amanda geht einkaufen.“ An der Wursttheke würden die bestellten 100 Gramm genau abgewogen. „Aber dann legt die Verkäuferin noch zwei Scheiben extra drauf – für Amanda. Kein Wunder, dass ich so aussehe“, sagt der Bauchredner mit Blick auf sein Hüftgold.

Keine Kohlenhydrate

Amanda ist das wurscht: Sie flirtet diesmal mit Lothar, „der Horst ist ja nicht da.“ Und macht sich lustig über ihren Meister, der abnehmen will, nach 18 Uhr Kohlenhydrate vermeidet. „Bitte auf keinen Fall klatschen: Das Brot des Künstlers wäre gerade ziemlich kontraproduktiv“.

Heißmann und Rassau lästern übers Publikum, das trotz der Hitze gekommen ist. „Euch hat man zum Kartenkauf gezwungen. Ihr hättet sonst heute sicher Besseres zu tun gehabt. Wir übrigens auch.“ Das Duo von der Comödie Fürth zeigt sich irritiert von der aufgeregten Jagd nach den virtuellen Pokemon-Figuren. „In Fürth brauchen wir so etwas nicht. Bei uns laufen die Monster frei rum.“

Ein Hut für Amanda

Später verrät Mariechen, wie sie Silvester nach der Bowle aus Gin, Rum, Vodka und Frankenwein die Prophezeiungen fürs neue Jahr liest – im Erbrochenen. „Das ist exklusiv für Sie heute. In Veitshöchheim dürfen wir so etwas ja nicht bringen. Da wird ganz aufgeregt eingegriffen.“

Beim gemeinsamen Auftritt mit Sebastian Reich und Amanda steht Mariechen dann plötzlich ohne Kopfbedeckung da – Nilpferddame Amanda hat sich den Hut geschnappt, gefällt sich im neuen Outfit. Mariechen indes lässt sich kurzerhand die Krone der Fränkischen Weinkönigin aufsetzen, „davon habe ich schon immer geträumt“.

Selfie zum Schluss

Jetzt erschließt sich, wozu Christina Schneider kurz vorher auf die Bühne geholt worden ist. Ein Selfie noch, Mariechen strahlt mit Amanda um die Wette – dann ist der kurzweilige, heiße Abend zu Ende.

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