Mainsondheim

Wenn Donald Trump die Kerm ausgräbt

Kerm in Sunda – das bedeutet, dass das Dorf auf den Beinen ist. Mehr noch: Im Umzug stellte die Burschenschaft die Großen der Welt dar: Putin, Markel, Erdogan und andere.
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Donald Trump alias Obergeometer Andreas Böhm grüßt huldvoll die Mainsondheimer beim Kirchweihumzug am Sonntag. Foto: Foto: Regina Sterk

Kerm in Sunda – das bedeutet, dass das ganze Dorf auf den Beinen ist. Am Sonntag zum großen Umzug der Burschenschaft stehen die Zuschauer dicht an dicht und wer nicht zuschaut ist als Akteur beteiligt: Kindergartenkinder, Jungs und Mädels im Grundschulalter und natürlich die Jugendlichen der Burschenschaft haben zusammen wieder einiges auf die Beine gestellt. Die Motivwagen des Umzugs widmen sich den großen politischen Themen: Da kommt Donald Trump samt Rednerpult vorbeigerollt und grüßt huldvoll in die Menge. Weiter hinten fahren die Großen der Weltpolitik gemeinsam auf dem Fahrrad vorbei: Wladimir Putin, Angela Merkel, Barack Obama und Recep Tayyip Erdogan. Hintendrein muss Kim Jong Un zu Fuß gehen, begleitet von zwei vollverschleierten Damen, die vielleicht gar keine sind. Die Botschaft dazu steht auf dem letzten großen Wagen: „In Sunda schlägt a neuer Beat, der Terror keinen Raum hergibt…“

Der Umzug endet an einer Wiese am Ortsrand, wo die Kirchweih ausgegraben wird. Das ist aber gar nicht so einfach. Kirchweihprediger und Obergeometer Andreas Böhm, der unter der markanten Trump-Perücke steckt, führt durch das kleine Schauspiel auf der Suche nach der „Apollonia“, wie das Kirchweihfass genannt wird. Da muss zunächst ein leibhaftiges Pokémon gefangen werden bevor gegraben werden kann.

Aber dann stürmen auf das Kommando „Ausgräber los, die Spaten nein Boden“ die Burschen los. Sie finden aber nicht das ersehnte Bier sondern nur ein Plüschpferd. Böhm befindet, dass es sich um ein trojanisches Pferd handelt und übergibt es an Bürgermeisterin Christine Konrad als Anspielung auf den Datenklau in der Dettelbacher Verwaltung. Konrad spielt mit und nimmt das Pferdchen entgegen. Zu guter Letzt wird auch das Fass noch gefunden und als es angezapft wird, geht die Feierei richtig los. Von der Weltpolitik direkt vor die Haustür geht es in der Kirchweihpredigt. Andreas Böhm nimmt die Mainsondheimer und manche ihrer Marotten aufs Korn. Etwa den Zeitgenossen, der Pech hatte mit seinem selbstfahrenden Staubsauger, denn der hat die Hinterlassenschaften des Hundes gleichmäßig in der Wohnung verteilt.

Gefeiert wurde in Mainsondheim fünf Tage lang, mit Essen im Sportheim, einem Beatabend am Samstag und dem Gottesdienst sowie „Ständerlessingen“ am Montag. Am heutigen Dienstag wird die Kerm wieder eingegraben, bevor beim Fischessen die Feierei ausklingt.



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