KITZINGEN

Wenn die roten Ampeln nachts nerven

Der Kitzinger Verkehrsrechner ist regelmäßig der Prügelknabe, wenn Ampelkritiker zuschlagen. Aber es gibt auch ein wenig Licht am Horizont der Verkehrslenkung.
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Ampeln sind seit jeher ein Aufreger in Kitzingen. Dass hier auch manche Stadträte Rot sehen, erfuhr Sonja Schwarz vom Staatlichen Bauamt zuletzt bei ihrem Vorstellungsbesuch im Kitzinger Verwaltungs- und Bauausschuss. Angesichts kritischer Stimmen hatte die für den Landkreis Kitzingen zuständige Abteilungsleiterin eine gute Nachricht dabei: Der oft gescholtene Verkehrsrechner, der viele Ampeln im Stadtgebiet steuert, bekommt ein Update. Dass der Computer immer mehr Verkehr an den Ampeln an der B 8 und auf der Nordtangente abzuarbeiten hat, machte Schwarz deutlich. Deshalb werde die Erfassung auf den diversen Geräten erneuert, mehr Daten zu den Fahrzeugen und deren Geschwindigkeit aufgezeichnet. Ziel sei es, die Ampeln und damit den Verkehrsstrom noch besser als bisher zu steuern. Die angeblich fehlenden grünen Wellen waren in der Sitzung ausnahmsweise nicht der Hauptangriffspunkt. Stephan Küntzer (CSU) geißelte vor allem die „Flut“ der Anlagen: „Warum bauen wir an jeder Stelle eine Ampel?“ Was den Stadtrat und nicht nur ihn zusätzlich nervt, sind rote Ampeln, die nachts die Autofahrer – aus Küntzers Sicht – unnötig aufhalten. Trotz allem Verständnis für Küntzers Argumentation unterstreicht Schwarz, dass Ampeln der Verkehrssicherheit dienten. Dies sei gerade in Kitzingen wichtig, „wo es wahnsinnig viele Zufahrten“ in die B 8 oder die Nordtangente gebe. Eine Nachtabschaltung, wie sie in manchen Orten eingeführt sei, werde auch von der Polizei abgelehnt. Hintergrund seien Studien, die zeigten, dass es an Stellen mit abgeschalteter Ampel in den Nachtstunden „oft zu schweren Unfällen kommt.“ Nicht eben begeistert zeigte sich die Abteilungsleiterin auch von einem Wunsch der Arbeitsgemeinschaft soziale Stadt, den SPD-Rätin Astrid Glos mit Blick auf den Verkehr im Bereich der Siedlung vorbrachte. Danach wünscht sich die Gruppe einen Kreisel anstelle der Kreuzung Königsberger Straße/B 8. Ein Kreisverkehr sei nur dort sinnvoll, wo möglichst viele etwa gleich starke Verkehrsströme aufeinanderträfen. Wenn – wie bei der B 8 – die Hauptrichtung alles deutlich überstrahlt, sei die Verteilerwirkung schlecht, so Schwarz. Auch OB Siegfried Müller hält wenig von dem Vorstoß. Über die Kreuzung führe der Weg vieler Schulkinder. Ohne eine Ampel sei der Überweg hier viel zu gefährlich. Die B 8 hat noch einen Problempunkt, der fast schon das Prädikat Dauerprovisorium verdient. Im Spätherbst 2014 richtete das Staatliche Bauamt an der Kreuzung B8/Siegfried-Wilke- und Jahnstraße eine zusätzliche Geradeausspur Richtung Würzburg ein, das Linksabbiegen in die Jahnstraße entfiel. Daneben gab's seither noch eine Rechtsabbiegespur in die Siegfried-Wilke-Straße. Aus dem Provisorium sollte eigentlich – nach der geplant sechsmonatigen Testphase – ein „Endzustand“ werden, auf den OB Siegfried Müller seit langem wartet. Seine Anfrage an Schwarz bekam eine vermutlich wenig befriedigende Antwort. Der Ausbau sei ebenso angedacht wie ein lärmmindernder Belag in dem Bereich. Wann beides kommt, konnte die Abteilungsleiterin nicht konkret sagen. Es blieb bei einem unverbindlichen „bald“. Foto: Archivfoto: Siegfried Sebelka

Ampeln sind seit jeher ein Aufreger in Kitzingen. Dass hier auch manche Stadträte Rot sehen, erfuhr Sonja Schwarz vom Staatlichen Bauamt zuletzt bei ihrem Vorstellungsbesuch im Kitzinger Verwaltungs- und Bauausschuss. Angesichts kritischer Stimmen hatte die für den Landkreis Kitzingen zuständige Abteilungsleiterin eine gute Nachricht dabei: Der oft gescholtene Verkehrsrechner, der viele Ampeln im Stadtgebiet steuert, bekommt ein Update.

Mehr Daten für besseren Verkehrsfluss

Dass der Computer immer mehr Verkehr an den Ampeln an der B 8 und auf der Nordtangente abzuarbeiten hat, machte Schwarz deutlich. Deshalb werde die Erfassung auf den diversen Geräten erneuert, mehr Daten zu den Fahrzeugen und deren Geschwindigkeit aufgezeichnet. Ziel sei es, die Ampeln und damit den Verkehrsstrom noch besser als bisher zu steuern.

Die angeblich fehlenden grünen Wellen waren in der Sitzung ausnahmsweise nicht der Hauptangriffspunkt. Stephan Küntzer (CSU) geißelte vor allem die „Flut“ der Anlagen: „Warum bauen wir an jeder Stelle eine Ampel?“ Was den Stadtrat und nicht nur ihn zusätzlich nervt, sind rote Ampeln, die nachts die Autofahrer – aus Küntzers Sicht – unnötig aufhalten.

Wenig Sympathie für Nachtabschaltung

Trotz allem Verständnis für Küntzers Argumentation unterstreicht Schwarz, dass Ampeln der Verkehrssicherheit dienten. Dies sei gerade in Kitzingen wichtig, „wo es wahnsinnig viele Zufahrten“ in die B 8 oder die Nordtangente gebe. Eine Nachtabschaltung, wie sie in manchen Orten eingeführt sei, werde auch von der Polizei abgelehnt. Hintergrund seien Studien, die zeigten, dass es an Stellen mit abgeschalteter Ampel in den Nachtstunden „oft zu schweren Unfällen kommt.“

Nicht eben begeistert zeigte sich die Abteilungsleiterin auch von einem Wunsch der Arbeitsgemeinschaft soziale Stadt, den SPD-Rätin Astrid Glos mit Blick auf den Verkehr im Bereich der Siedlung vorbrachte. Danach wünscht sich die Gruppe einen Kreisel anstelle der Kreuzung Königsberger Straße/B 8.

Kreisel an der Königsberger Straße?

Ein Kreisverkehr sei nur dort sinnvoll, wo möglichst viele etwa gleich starke Verkehrsströme aufeinanderträfen. Wenn – wie bei der B 8 – die Hauptrichtung alles deutlich überstrahlt, sei die Verteilerwirkung schlecht, so Schwarz. Auch OB Siegfried Müller hält wenig von dem Vorstoß. Über die Kreuzung führe der Weg vieler Schulkinder. Ohne eine Ampel sei der Überweg hier viel zu gefährlich.

Die B 8 hat noch einen Problempunkt, der fast schon das Prädikat Dauerprovisorium verdient. Im Spätherbst 2014 richtete das Staatliche Bauamt an der Kreuzung B8/Siegfried-Wilke- und Jahnstraße eine zusätzliche Geradeausspur Richtung Würzburg ein, das Linksabbiegen in die Jahnstraße entfiel. Daneben gab's seither noch eine Rechtsabbiegespur in die Siegfried-Wilke-Straße.

Aus dem Provisorium sollte eigentlich – nach der geplant sechsmonatigen Testphase – ein „Endzustand“ werden, auf den OB Siegfried Müller seit langem wartet. Seine Anfrage an Schwarz bekam eine vermutlich wenig befriedigende Antwort. Der Ausbau sei ebenso angedacht wie ein lärmmindernder Belag in dem Bereich. Wann beides kommt, konnte die Abteilungsleiterin nicht konkret sagen. Es blieb bei einem unverbindlichen „bald“.

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