Würzburg

Weiter Streit um Staatsarchiv

Die Staatsregierung bleibt dabei. Die Verlagerung des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen wird kommen. Wohin steht nach nicht fest.
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Kitzingen: Mit großen Transparenten wird am Zaun des Innoparks in Kitzingen auf den möglichen Umzug des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen hingewiesen. Im Innopark jedenfalls wäre das Archiv willkommen.

Chefsache ist die umstrittene Verlagerung des Würzburger Staatsarchivs nach Kitzingen im Münchner Wissenschaftsministerium offenbar nicht: Zwar berichtete Minister Ludwig Spaenle (CSU) im Landtag am Mittwoch höchstpersönlich über den geplanten Münchner Konzertsaal. Die direkt anschließende kontroverse Debatte über das mainfränkische Archiv überließ er dann aber doch lieber seinem Staatssekretär Bernd Sibler (CSU).

Der äußerte zwar Verständnis für die Emotionalität der Debatte in Würzburg. An den Plänen werde aber nicht gerüttelt: Die Umsiedlung schaffe eine „Verbesserung der archivarischen Situation“ und einen „wichtigen regionalpolitischen Impuls“. Einen zweistelligen Millionenbetrag will der Freistaat in Kitzingen in einen Neubau investieren und ein Vorzeige-Archiv schaffen, das ein „Nukleus“ für weitere wissenschaftliche Einrichtungen sein könne. Und bei jährlich rund 3000 Besuchern des Staatsarchivs bleibe auch für die Stadt selbst „etwas hängen“.

Vier Standorte sind derzeit noch in der Prüfung: Im Deuster-Areal, auf den Marshall-Heights sowie zwei im „Innopark“, den früheren Larson-Barracks. Schon in den nächsten Wochen könnte Standort-Klarheit geschaffen werden, hofft man im zuständigen Finanzministerium.

Die Opposition im Landtag hält dennoch an ihrer Kritik fest. Der Umzug sei „historisch wie fachlich völlig unbegründet“, schimpfte der SPD-MdL Georg Rosenthal: Ein Staatsarchiv gehöre an den zentralen Ort. „Das ist eine Entscheidung, die wir später bitter bereuen“, glaubt auch die Grüne Kerstin Celina.

Kritik, die der CSU-MdL Steffen Vogel gar nicht verstehen kann: „Wir zerschlagen doch nichts“, entgegnete er. „Wir lagern die Dokumente künftig nur in einem neuen Gebäude an einem anderen Standort.“



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