LANDKREIS KITZINGEN

Weil wir nur diese eine Welt haben: Projekt für mehr Nachhaltigkeit startet

Damit Lebensräume geschützt werden und der Klimawandel bewerkstelligt werden kann, startet der Landkreis mit dem Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch.
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Umweltbildung
Weil wir nur die eine Welt haben: Der Landkreis Kitzingen stellt die Nachhaltigkeit verstärkt in den Mittelpunkt. Nach einer ersten Bestandsanalyse soll es jetzt in die konkrete Umsetzung gehen – dafür wurden zwei zunächst befristete Stellen genehmigt. Foto: Archiv-Foto: Umweltbildung Sommerhausen

Das Kitzinger Land in Zahlen: Mit 61 Prozent nimmt die Landwirtschaft den größten Flächenanteil ein. 22 Prozent werden forstlich genutzt. Der Siedlungsanteil liegt bei 14 Prozent. Zwei Prozent sind von Wasser bedeckt.

Klimatisch erstreckt sich der Landkreis größtenteils im Mainfränkischen Becken, weshalb es wärmer und trockener als im weiteren Umland ist. Das hat zur Folge, dass die Vegetationszeit 240 bis 250 Tage beträgt, üblicherweise sind es 210 bis 230. Die landschaftliche Vielfalt ist enorm: 15 Naturschutzgebiete und vier Landschaftsschutzgebiete hat der Landkreis ausgewiesen.

Ein kleines Paradies

Kurzum: ein kleines Paradies. Damit das möglichst so bleibt, damit die besonderen Lebensräume geschützt werden und nicht zuletzt um Herausforderungen wie den Klimawandel besser bewerkstelligen zu können, startet das Landrasamt jetzt mit einem Projekt durch, das bayernweit Projekt durch, das die Überschrift „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) trägt.

„Beim Klimaschutz heißt es dran bleiben!“

Ein sperriger Begriff, der sich aber auf einen einfachen Nenner bringen lässt: Es geht um Nachhaltigkeit. Und darum, das Umweltbewusstsein noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken – samt der Erkenntnis, dass es eben nur diese eine Erde gibt, die pfleglich behandelt werden will. Ein erster Schritt innerhalb des BNE-Projekts war eine Analyse: Ein Fachbüro führte eine Bestandsaufnahme durch. Die Kosten lagen bei knapp 50 000 Euro, die Hälfte davon wurde gefördert.

Das Büro nahm Kontakt mit 24 Institutionen auf, protokollierte die eingangs erwähnte Untergliederung, was Landwirtschaft, Wald und Wohngebiete betrifft . Der „Blick von außen“ sollte Stärken und Schwächen aufzeigen, Leitbilder entwickeln und letztlich eine Grundlage für weitere Schritte liefern.

Das Ergebnis der Analyse wurde jetzt dem Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschuss vorgestellt, der auch gleich den nächsten Schritt ging: Befristet auf zwei Jahre werden zwei Stellen geschaffen, um das BNE-Projekt voranzutreiben und koordinieren zu können. Dafür stellt der Landkreis insgesamt 200 000 Euro bereit. Angesiedelt werden die beiden Stellen an den Landschaftspflegverband Kitzingen. „Beim Klimaschutz heißt es dran bleiben!“, betonte Landrätin Tamara Bischof bei der Sitzung.

Neue Koordinierungsstelle

Das weitere Vorgehen ist ebenfalls schon klar: Das neue Kind braucht ein zuhause – als nächstes steht also die Einrichtung einer BNE-Koordinierungsstelle an. Danach könnte als weiteres Projekt eine Umweltstation entstehen. Ein Anlaufpunkt, von dem aus die nächsten Projekte – etwa Umwelterziehung für Kinder – gestartet werden könnten. Umwelt und Bildung – das soll eine starke Kombination werden. Gut 50 Umweltstationen gibt es bereits in Bayern, sieben davon in Unterfranken.

Das Projekt findet, das wurde bei der Diskussion im Sitzungssaal des Landratsamtes deutlich, über Parteigrenzen hinweg Zustimmung und sei „ein guter Impuls“. Gleichzeitig wurde moniert, dass es für die von der Staatsregierung gewollte BNE-Bewegung kaum Fördermittel gibt.

Ganz gut aufgestellt

Insgesamt ist der Landkreis, auch das wurde nicht zuletzt durch die Analyse deutlich, in Sachen Nachhaltigkeit schon schon ganz gut aufgestellt. Die Volkshochschule hat sich der Thematik schon länger verschrieben. Ein Leuchtturm bei der Nachhaltigkeit ist zudem das Kloster Münsterschwarzach, das hier seit Jahren einen eigenen Weg beschreitet und immer wieder mit überraschenden Projekten auf sich aufmerksam macht.

Der Fantasie, was alles möglich ist, sind dabei keine Grenzen gesetzt. Denkbar ist in dem Bereich vieles. Die Stärkung der regionalen Produkte kann dabei ebenso im Mittelpunkt stehen wie etwa der Kampf gegen die To-go-Kaffeebecher. Überhaupt, der Müll. Jeder Einwohner im Landkreis produzierte im vergangenen Jahr 521 Kilo Abfälle – was mit Nachhaltigkeit auch noch nicht gerade viel zu tun hat.

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