NORDHEIM

Wasserspeicher am Weinbergsplateau

Die Trockenheit beschäftigt die Nordheimer. Deshalb vergab der Gemeinderat eine Konzepstudie zur Bewässerung der Rebhänge.
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Die Weinberge an der Mainschleife gehören zu Frankens schönsten Seiten – wie hier bei Nordheim und Escherndorf. Foto: Archivfoto: Georg Hippeli

Der Klimawandel und die damit verbundene, zunehmende Trockenheit spielt insbesondere auch im Weinbau eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt deshalb suchen der Weinbauverein und die Beregnungsgemeinschaft Nordheim nach einem Gesamtkonzept, wie eine Beregnung der Nordheimer Weinbergsflächen umgesetzt werden kann.

Gemeinde ist Antragsteller

In der Sitzung am Montagabend beschäftigten sich die Gemeindevertreter mit der Auftragsvergabe einer Konzeptstudie für die Weinbergsbewässerung Nordheim. Da es zur Stunde noch keinen antragsberechtigten Wasser- und Bodenverband in Nordheim gibt, tritt, wie berichtet, die Gemeinde Nordheim in Hinblick auf Fördermittel als Antragsteller für eine Konzeptplanung auf.

Wie Ratsmitglied Dietmar Rohmfeld als Mitarbeiter des Ingenieurbüros Röschert (Würzburg) mitteilte, ist auf dem Weinbergsplateau in der Nähe des Aussichtspunktes die Errichtung eines Speicherbeckens für eine Wassermenge von etwa 100 000 Kubikmetern geplant. Das Becken könnte eine Fläche von 200 mal 200 Metern mit einer Wassertiefe von etwa acht Metern umfassen.

Wasserentnahme geregelt

Gemäß der Vorabstimmung mit der Genehmigungs- und Fachbehörde ist vorgesehen, dass die Wasserentnahme von November bis Mai aus dem Main erfolgt. Wie Rohmfeld mitteilte, sind im Zuge der Machbarkeit des Projektes mit einer geschätzten Kostensumme von 8,1 Millionen Euro geologische und hydrogeologische Untersuchungen erforderlich. Die Kosten der notwendigen Probebohrungen im Mainvorland und auf dem Berg bezifferte Rohmfeld auf gut 30 000 Euro. Hinzu kommen Auslagen für geotechnische- und hydrogeologische Auswertungen und Untersuchungen, so dass die Kommune zunächst mit insgesamt 96 906 Euro in Vorleistung gehen muss.

Förderung mit 75 Prozent

Das Konzept, so Rohmfeld, soll schließlich zur Förderung im Rahmen eines Pilotförderungsprogramms bis zum 31. Dezember dieses Jahres beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt eingereicht werden. Wie mehrfach in der Sitzung betont wurde, sieht das Programm eine Förderung der Konzepte mit 75 Prozent vor. Bei der anschließenden Diskussion kam zur Sprache, dass man zur Realisierung des Projektes Weinbergsbewässerung Nordheim unbedingt die Zustimmung der Winzer benötigt. Ralf Bäuerlein vermisste bislang die Reaktion der Winzer und betonte, „man sollte das Projekt nur mit Zustimmung eines Großteiles der Winzer starten“.

Bei den derzeit im Raum stehenden pro Hektar-Kosten von circa 20 000 Euro erscheint dieses Ansinnen nicht einfach.

„Nordheim lebt vom Weinbau“

Dennoch und darüber ließ Markus Schneider keine Zweifel aufkommen: „Nordheim lebt vom Weinbau und wir müssen die Planungen in Hinblick auf die Förderung schnellsten vorantreiben.“ Die Meinung vertraten auch Bürgermeister Guido Braun sowie die Gemeindevertreter, die bei einer Gegenstimme der Konzeptstudie durch das Architektenbüro Röschert aus Würzburg den Wasserspeicher Nordheim befürworteten.

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