CASTELL

Wasser und Wein

Für Dreharbeiten besucht der SWR die Feuerwehr in Castell - und deren prominentestes Mitglied
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Immer mittendrin: Kameramann Markus Windmeier hat Carolin Meyer im Blick. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Das Martinshorn erklingt, das alte Löschgruppenfahrzeug kommt vor der Reithalle im Casteller Schlossgarten zum Stehen. Die Einsatzkräfte springen heraus, Kommandant Stefan Gegner erteilt knapp und präzise Anweisungen. In Windeseile werden die Schläuche ausgerollt, ein Löschangriff vorbereitet. Zum Glück ist es nur eine Übung – eine ganz besondere noch dazu.

Am 27. September wird die Deutsche Weinkönigin in Neustadt an der Weinstraße gewählt. Die Zeremonie wird live im SWR übertragen. Die Vorbereitungen beginnen Monate davor. Kaum einer weiß das so gut wie Wolfgang Junglas. Der SWR-Redakteur war schon bei der ersten Wahl im Jahr 1987 mit dabei. Zehn Jahre später ist die Wahl zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen worden. „Seither hat sich die mediale Aufmerksamkeit enorm erhöht“, sagt Junglas. Mehr als eineinhalb Millionen Zuschauer verfolgen die Sendung vor den Bildschirmen.

Seriöses Casting

In diesem Jahr werden die Einschaltquoten in Castell und Greuth besonders hoch sein. Carolin Meyer ist am 22. März zur Fränkischen Weinkönigin gewählt worden. Und natürlich will sie sich Ende September auch zur Wahl der Repräsentantin für alle deutschen Weinanbaugebiete stellen. Eine professionelle Vorbereitung ist dafür unabdingbar. Und die begann dieser Tage schon – unter anderem im Schlossgarten von Castell.

Mit dreiminütigen Filmen wird jede der Kandidatinnen bei der Wahl vorgestellt. „Seriöses Casting“, nennt es Wolfgang Junglas. Sein Ziel: einen möglichst authentischen und persönlichen Film erstellen, das soziale Umfeld und die Berufswelt der Kandidatinnen zeigen. Entsprechende Vorschläge für Drehorte hatte Carolin Meyer dem Filmteam im Vorfeld zukommen lassen. Vorschläge, die gut ankamen. Und so drehten Kameramann Markus Windmeier und der für den Ton zuständige Sören Peter sowie Wolfgang Junglas unter anderem im Weingarten Castell, am Fürstlich Castell'schen Domänenamt, im Weinberg der Familie Meyer in Greuth und auf deren heimischer Terrasse mit Familie. Und weil die Fränkische Weinkönigin seit sechs Jahren Mitglied der örtlichen Feuerwehr ist, werden auch Stefan Gegner und seine Kameraden in dem Film vorkommen – wenn auch nur kurz. Etwa eine Stunde dauerten die Dreharbeiten bei der Feuerwehr. Rund 20 Sekunden wird die Sequenz im Film zu sehen sein. Die Casteller Feuerwehrler legten sich trotzdem ins Zeug.

Film dauert drei Minuten

Drei Wochen vor den Dreharbeiten ist der Kommandant informiert worden. Also hat er alle 20 Kollegen und fünf Kolleginnen zusammengetrommelt. Die meisten erschienen tatsächlich zu der ganz besonderen Probe. Im Mittelpunkt stand natürlich die Fränkische Weinkönigin, die seit ihrer Wahl kaum mehr Zeit für die Feuerwehr hat. Bei mehr als 300 Terminen im Jahr kein Wunder.

Dass sie in der Zwischenzeit nichts verlernt hat, zeigte sich bei den Dreharbeiten. Gekonnt löschte Carolin Meyer zusammen mit ihren Kameraden den fiktiven Brand und machte dabei – ganz im Sinne des Filmteams – eine ganz natürliche Figur. „In drei Minuten lässt sich mehr zeigen, als man denkt“, versichert SWR-Redakteur Wolfgang Junglas. „Die Persönlichkeit eines Menschen kommt da schon rüber.“

Sendezeiten: Am 21. September, ab 16 Uhr, im Internet. Am 22. September, um 13.45 Uhr im SWR. Kommt Carolin Meyer ins Finale, ist eine Kurzfassung des Films noch mal am 27. September, um 20.15 Uhr zu sehen.

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