GNODSTADT

Was tun, wenn das Wasser nicht mehr aufzuhalten ist?

Mai 2016: Ein Regen bei Gnodstadt brachte so viel Wasser, dass die Massen ins Dorf schossen – mit Auswirkungen bis Marktbreit. Die schwierige Suche nach einer Abhilfe.
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Marktbreits Umweltreferent Manfred Krauß zeigt auf eine Schwachstelle beim Wasserabfluss nach Starkregen in Gnodstadt. Im Mai vergangenen Jahres war der Wasserdruck so stark, dass sogar die Fachwerkfüllungen eingedrückt wurden. Foto: Foto: Robert Haass

Im Mai vergangenen Jahres war es wieder einmal so weit: Ein Starkregen oberhalb von Gnodstadt in Richtung B 13 brachte so viel Niederschlag, dass der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte und ungehindert ins Dorf schoss. Die Auswirkungen waren bis nach Marktbreit zu spüren. Gibt es dagegen Abhilfe? Der Marktbreiter Bauausschuss machte sich am Mittwochabend ein Bild vor Ort.

Wer am „Bad“, dem Feuerlöschweiher und der Sommerabkühlung für die Dorfjugend in Gnodstadt steht, hat freien Blick bis zur B 13. Rund einen Kilometer steigt das Gelände von hier aus an. Kommen mehrere Faktoren zusammen, dann kann von hier aus eine große Wassermenge in Richtung Dorf rauschen.

Faktor 1: Natürlich braucht es dazu einen Starkregen. 40, 50 Liter pro Stunde müssen es schon sein, die da in kurzer Zeit vom Himmel fallen.

Faktor 2: Der Boden ist ausgetrocknet, Feldfrüchte sind im späten Frühjahr oder frühen Sommer noch jung, der Boden ist noch nicht bedeckt. Vor allem beim Anbau von Mais oder Zuckerrüben ist die Gefahr groß.

Rollt das Wasser dann los, kommt es wie in einem Trichter in Richtung Bad und hier wird es dann noch enger, denn das Tal mündet in ein Bächlein, das einige Meter weiter von der Ortsbebauung umschlossen ist. Am Ende sammelt sich alles an der tiefsten Stelle, dem Kreuzungsbereich von Channs, Hauptstraße und – bezeichnenderweise – Wassergasse. Von hier geht es durch Kanäle unterirdisch weiter in den Bräubach in Richtung Marktbreit.

Gegen solche Naturereignisse, das war den Räten beim Ortstermin klar, gibt es keine Hilfe. Aber vielleicht gegen die Wassermassen, wenn sie im Vorfeld aufgefangen werden können. „Wir haben erste Maßnahmen angedacht“, sagte Bürgermeister Erich Hegwein noch am „Bad“. Denn eh die Wassermassen von hier aus ungehindert in das Bächlein in Richtung Ort fließen können, sollten sie, zumindest teilweise, aufgehalten werden. Das könnte durch eine größere Mulde auf einem Acker neben dem Bad geschehen. Dort könnte ein erster Wasserschub aufgefangen und später geregelt abgeführt werden.

Die zweite Engstelle ist das Ende des Bachs mitten im Ort, wo das Wasser eigentlich in die Kanalisation abfließen sollte. Hier ist ein Gittertor als Kinderschutz angebracht. Wird das nicht rechtzeitig geöffnet, staut sich das Wasser und schießt dann ins Dorf. Beim Starkregen im vergangenen Jahr war der Wasserdruck auf dem durch Schwemmgut verstopften Gitter so stark, dass sogar die Bachmauern gelitten hatten. Hier könnte eine technische Lösung Abhilfe schaffen.

Am Ende war klar: Es bedarf noch einiger Überlegungen, um beim nächsten Starkregen gewappnet zu sein. Denn hundertprozentigen Schutz wird es wohl nie geben.

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