KITZINGEN

Was der Häcker übers Rathaus weiß

Der Kulturpreisträger kann planen: Die Stadträte haben am Donnerstag den Finanzrahmen für die Aufführung der Häckerchronik im Juli/August 2015 gebilligt. An sechs Terminen werden rund 100 Laiendarsteller unter der Leitung von Regisseur Helmut Fuchs die Kitzinger Stadtgeschichte vorstellen. Dabei wird erstmals auch eine neue Szene über den Bau des Rathauses eingebaut.
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Seit Jahren dabei: Als Häcker führt Reinhard Hüßner durch die Kitzinger Stadtgeschichte. Foto: Foto: Weiskopf
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Der Kulturpreisträger kann planen: Die Stadträte haben am Donnerstag den Finanzrahmen für die Aufführung der Häckerchronik im Juli/August 2015 gebilligt. An sechs Terminen werden rund 100 Laiendarsteller unter der Leitung von Regisseur Helmut Fuchs die Kitzinger Stadtgeschichte vorstellen. Dabei wird erstmals auch eine neue Szene über den Bau des Rathauses eingebaut.

„Es ist keine Frage, das kulturelle Highlight muss wieder über die Bühne gehen“, sagte Kulturreferentin Brigitte Endres Paul und traf damit die Meinung des gesamten Gremiums. Insgesamt 56 000 Euro an Ausgaben werden in den Haushalt eingestellt, an Einnahmen durch Eintrittsgelder werden 15 000 Euro angesetzt. Der Beschluss fiel ohne Diskussion und einstimmig.

Die Häckerchronik wurde 1951 zur 1200-Jahrfeier der Stadt zum ersten Mal aufgeführt, geschrieben hat sie der Kitzinger Mundartdichter Engelbert Bach. Mit der Zeit wurden mehrfach zusätzliche Szenen eingebaut, beispielsweise zur Einführung des Weingesetzes oder zum Geschehen in der Hill-Billy-Bar in der Nachkriegszeit.

Alle fünf Jahre wird die Häckerchronik laut Stadtratsbeschluss aufgeführt. Die Zeit seit 2010 hat Regisseur Helmut Fuchs genutzt, um erneut eine neue Szene zu schreiben. Darin wird die Entstehungsgeschichte des Kitzinger Rathauses erzählt. Die Geschichte hatte die Häckerbühne bereits im November 2013 anlässlich des 450-jährigen Rathausjubiläums vorgestellt – wenn auch in längerer Version.

„Wir brauchen vor allem viel Volk, im Alter querbeet, von klein bis groß.“
Helmut Fuchs, Regisseur

Bis der Bau 1563 abgeschlossen werden konnte, hatte es viele Debatten und Diskussionen gegeben. Das Kloster war alles andere als begeistert vom Wunsch der Kitzinger Bürger nach einem Rathaus. Um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, wandten sich die Bürger an den Markgraf von Ansbach, mit dem aber auch lange verhandelt und gefeilscht werden musste, bis es endlich losgehen durfte.

Der Regisseur kann sich nach dem Stadtratsbeschluss vom Donnerstag jetzt an die Planungen für die Aufführungen machen. Dazu gehört natürlich vor allem, die Rollen zu besetzen. Das Problem: Viele Darsteller sind schon seit Jahrzehnten dabei, einige von ihnen haben sich aus Altersgründen noch nicht entschieden, ob sie wieder mitmachen werden oder können. „Ich hoffe, dass sie noch dabei sind“, sagt Fuchs.

Die Darsteller kennen den Text, haben Erfahrung. Trotzdem ist er sich bewusst, dass es einige Neubesetzungen geben wird. „Wir werden wieder Schauspieler brauchen“, sagt er und hofft, dass sich viele Bürger melden, um bei den Aufführungen in historischen Kostümen mit auf der Bühne zu stehen. „Wir brauchen vor allem viel Volk, im Alter querbeet, von klein bis groß“, so Helmut Fuchs.

Informationen zur Häckerbühne, die regelmäßig weitere Stücke im Programm hat und zur Häckerchronik gibt es im Internet unter www.haeckerbuehne.de, die E-Mail-Adresse lautet: info@haeckerbuehne.de

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