SULZFELD/HANDTHAL

Warum Michael Glos nur ein Stück mitgeht

Mit Anja auf Tour: Das ließ sich auch ihr Vorgänger Michael Glos, Ex-Bundeswirtschaftsminister, nicht entgehen und er ist immer noch sehr gefragt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gute Laune am höchsten Punkt des Baumwipfelpfades im Steigerwald: Anja Weisgerber (Zweite von rechts) und ihr Vorgänger Michael Glos (Dritter von links) mit Teilnehmern der Wanderung. Foto: Foto: Norbert Hohler

Eines ist offenkundig im Steigerwald bei Ebrach, am höchsten Punkt des Baumwipfelpfads: Wenn die CSU-Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber und ihr Vorgänger Michael Glos zusammen unterwegs sind, dann ist auch der ehemalige Bundeswirtschaftsminister sehr gefragt.

„Ich bin da, weil ich hinter dir stehe“, sagt der 71-Jährige später beim Ausklang auf der Stollburg zu seiner „Wunschnachfolgerin“. Eifersüchteleien, zwischen Vorgänger und Nachfolger oft üblich, seien ihm fremd. „Mich freut, dass Anja die Wanderung fortführt. Aber ich halte gar nichts davon, ihr den ganzen Weg auf den Füßen rumzustehen. Deshalb gehe ich nur ein kleines Stück mit – es ist ihre Veranstaltung.“

Glos hat 1993 die Wanderung begonnen, als er Landesgruppenchef wurde und die Opposition im Landkreis vermutete, er werde wegen seiner Karriere jetzt kaum mehr Zeit für die Arbeit vor Ort haben. „Das hat mich herausgefordert: Teilweise waren wir eine ganze Woche wandern, haben 40 Orte besucht“, so Glos.

Geblieben ist bis heute, dass sich Peter Rinke aus Volkach und seine Familie um die Auswahl der Strecke und die Organisation kümmern. Auch heuer klappte alles bestens, jeweils rund 70 Wanderer waren von Freitag bis Sonntag „mit Anja auf Tour“, etwa 15 davon die ganze Zeit. „Ich werde ihre Anliegen weitertragen“ verspricht die 40-Jährige, die mit einigen Teilnehmern feste Termine vereinbart hat. „Das Schöne an der Wanderung ist, dass mich dabei Leute ansprechen, die nie zu CSU-Veranstaltungen gehen würden.“

Am Freitag in Sulzfeld war Weisgerber wichtig, zu zeigen, was mit Hilfe der Städtebauförderung alles saniert und erneuert werden konnte. Vier Millionen Euro seien seit 1986 geflossen, gerade weitere 450 000 Euro für den barrierefreien Eingang zum Rathaus zugesagt worden.

Den Samstag durch die Wernecker Flur habe sie mit einer Gedenkminute für die Opfer von München begonnen. „Es gab viele Fragen zur Sicherheit – und oft großes Lob für die Arbeit der Polizei“, so Weisgerber.

Am Sonntag habe sich gezeigt, dass es gut sei, den Steigerwald „zu schützen und zu nützen.“ 100 000 Besucher seien binnen kürzester Zeit zum Baumwipfelpfad gekommen, „eine Erfolgsgeschichte“. Am Schluss dann noch der Panoramablick von der Stollburg: Der Lieblingsplatz von Michael Glos hat neue Fans gefunden.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.