VOLKACH

Warten auf die Freibad-Studie

Weil im Volkacher Freibad kräftige Altersspuren zeigt, sind Erneuerungen ein Muss. Die könnten sehr teuer werden. Daher geht das Gespenst der Schließung um.
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Klares, kühles Wasser lädt zum erfrischendem Sprung ins Becken ein. Aber beim genaueren Hinsehen fallen im Volkacher Freibad Mängel auf, die nach einer Verbesserung verlangen. Foto: Peter Pfannes
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Zwei Becken, große Liegewiese mit vielen schattigen Bäumen, schöne Lage unweit des Mains: Das Volkacher Freibad ist eigentlich ein Traum. Der allerdings ist 50 Jahre alt und bräuchte dringend eine Sanierung. Die kostet vermutlich ein paar Millionen Euro. Weil die die Stadt – zumindest derzeit – nicht hat, schwebt das Gespenst der Schließung über der Anlage. Allerdings: Viele Freibadfans stemmen sich dagegen und hoffen auf ein Gutachten, das dem Bad eine Chance gibt.

Ein Verfechter der Erhaltung ist Stefan Hart. Der 50-Jährige ist als leidenschaftlicher Schwimmer ein häufiger Gast der Anlage. Was ihn dort aber ärgert, ist die aus seiner Sicht „mangelhafte Wartung“ der Duschanlage. Ein Duschventil sei schon seit Wochen undicht oder manchmal ganz außer Funktion.

Bereits von Anlage verabschiedet?

Hart treibt inzwischen der Verdacht um, die Stadt lasse das Bad verkommen, weil sich mancher bereits innerlich von der Anlage verabschiedet habe.

Der 50-Jährige sieht dagegen – ungeachtet der Kostendiskussion – Stadt und Stadtrat beim Bad in der Pflicht: „Den vielen Badegästen ist man es schuldig, dass man das funktionsfähig erhält, was mit öffentlichen Geldern errichtet wurde.“ Da rennt er bei Verwaltungsleiter Gerhard Wagenhäuser offene Türen ein. Vor allem mit Blick auf das Mängelbuch, das bei einer Dusche die Problematik der alten Anlagen zeigt. Innerhalb von zwei Wochen wechselt der Zustand mehrfach zwischen defekt und repariert.

Große Investitionen bleiben vorerst aus

Wagenhäuser betont: „Alle Reparaturen werden gemacht, um den Betrieb zu sichern. Wir wollen nicht, dass das Bad geschlossen wird.“ Aber: Große Investitionen, beispielsweise in den oft gescholtenen Duschbereich werde es vorerst nicht geben.

  • Standpunkt: Das Freibad darf nicht baden gehen.

Vorerst deswegen, weil die Stadt auf ein Gutachten zum Freibadzustand wartet. Das könnte laut Bauamtschefin Ulla Gistel-Gareiß demnächst im Stadtrat vorgestellt werden. Ob die Studie zur Schicksalsfrage wird, wie manche befürchten, wird sich zeigen. Sicher ist: Stadt und Stadtrat erwarten, dass belastbare Kosten für zwei Erhaltungsvarianten auf den Tisch kommen. Einmal zu einer Generalsanierung und einmal zu einer stark abgespeckten Möglichkeit, bei der das Bad laut Wagenhäuser mit kostengünstigen Mitteln für gut zehn Jahre „in einen ordentlichen Zustand“ gebracht wird.

500 ehrenamtliche Stunden

Viel Arbeit in dieser Richtung leistet der Förderverein Volkacher Bäder Rund 500 Stunden hätten die rund 30 bis 40 Aktiven des Vereins (rund 110 Mitglieder) im Vorjahr in Erhaltungs- und Verschönerungsarbeiten investiert, so Vorsitzende Barbara Schmitt. Alleine in diesem Frühjahr seien rund 350 Stunden ehrenamtlich geleistet worden.

Was ihre Mannschaft und die Stadt an Arbeit ins Bad gesteckt haben, kann sich nach Schmitts Meinung sehen lassen: „Es ist schön, es ist hergerichtet, es ist sauber.“ Schmitt verschließt allerdings keineswegs die Augen vor der Realität. Dass die Beckenköpfe eine Rundumkur brauchen und die Klagen über die Duschen nicht an den Haaren herbeigezogen sind, ist ihr klar. „Aber das ist halt alles 50 Jahre alt.“

Trotzdem ist die Fördervereinsvorsitzende nicht für halbherziges Reparieren: „Man muss es gescheit machen.“ Dazu werde viel Kapital gebraucht. Da hofft sie sowohl auf die Stadt, als auch auch auf Sponsoren.

Einiges an Geld verspricht sie sich auch von einer Aktion im Freibad am 15. Juli, bei der der 50. Badgeburtstag gefeiert wird – mit einem Benefizkonzert des Symphonischen Blasorchesters Volkach, bei dem der Verein mit Speis' und Trank weitere Einnahmen erzielen und Unterstützer für den Erhalt der Anlage finden will: „Wir müssen mehr Leute für unser Freibad begeistern.“

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