MICHELFELD

Wahl beim Feuerwehrverein Michelfeld ohne Ergebnis vertagt

Steht der Michelfelder Feuerwehrverein vor dem Aus? Wenn sich in vier Wochen wieder kein Freiwilliger für den Vereinsvorsitz findet, dann erlischt der Verein, den viele als Ausrichter des Michelfelder Seefest kennen.
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Andreas Wigand und Wolfgang Moser sind seit 25 Jahren aktiv bei der Michelfelder Feuerwehr und wurden dafür von Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht (von links) geehrt. Foto: Foto: Robert Haass

Steht der Michelfelder Feuerwehrverein vor dem Aus? Wenn sich in vier Wochen wieder kein Freiwilliger für den Vereinsvorsitz findet, dann erlischt der Verein, den viele als Ausrichter des Michelfelder Seefest kennen.

Samstagabend in der Alten Schule in Michelfeld. Wie immer ist die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr gut besucht. Nach den Berichten des Kommandanten und der Vereinsführung stehen Ehrungen an, Kreisbrandinspektor Dirk Albrecht zeichnet Andreas Wigand und Wolfgang Moser für 25 Jahre aktiven Dienst aus. Dann die Wahlen zur Vereinsführung, bei denen Albrecht und Bürgermeister Thomas Reichert den Wahlausschuss übernehmen.

Die Liste auf der Tafel wird länger und länger, nach dem neunten vorgeschlagenen Namen für einen Vorsitzenden, den Reichert mangels Bereitschaft wieder streichen muss, bricht der Wahlausschuss die Wahl ab: Es findet sich am Abend kein Michelfelder Feuerwehrler, der den Verein führen möchte – da ist auch die Wahl weiterer Vorstandsmitglieder sinnlos.

Appelle folgen: „Davon geht im Augenblick die Welt nicht unter, aber es könnte böse Folgen haben“, sagt etwa der Bürgermeister. Und auch Bernd Rüdiger, Alt-Kreisbrandinspektor, meldet sich zu Wort und zeigt sich sichtlich enttäuscht, bittet aber inständig, in sich zu gehen und sich zu überwinden. Kommandant Michael Kraft drohte gar: Ohne die Einnahmen aus dem Seefest wisse er nicht, ob er länger Kommandant bleiben werde. In vier Wochen steht die nächste Versammlung an.

Auf ein Jahr ohne gefährliche Einsätze blickte der Kommandant zurück, allerdings forderte der lange und trocken Sommer die Wehr: Sowohl der kleine, wie auch der große See in Michelfeld musste mit Sauerstoff versorgt werden – und es war wieder einmal ein Waldbrand zu löschen. Da sich die Brände im Wald witterungsbedingt häufen, will die Feuerwehr einen mobilen Faltbehälter mit 3000 Liter Fassungsvermögen anschaffen. Zudem sollen die Landwirte ihre Güllefässer melden, die im Notfall zum Einsatz kommen können. Schon zwei Einsätze hatte die Wehr in diesem Jahr, es waren Verkehrsunfälle mit Verletzten.

Es fehlt nur noch der positive Bescheid der Regierung, dann kann die Stadt den neuen Mannschaftstransportwagen für die Michelfelder Wehr beschaffen, kündigte Thomas Reichert in seinem Grußwort an. Von einem „Super-Seefest“ berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Gerhard Wolf. Alleine 65 Torten und Kuchen, alle selbst gebacken, konnten am Sonntagnachmittag verkauft werden. Bereits seit 25 Jahren versucht der Verein das Fest nachhaltig auszurichten: Abfall gibt es kaum, das Geschirr ist aus Porzellan, das Besteck aus Metall, die Trinkgefäße aus Glas, alles wird gespült und wiederverwendet.

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