VOLKACH/PROSSELSHEIM

Volkacher Stadtrat bleibt bei Kreisel standhaft

Die künftige Anbindung von Escherndorf an die Staatsstraße 2260 gefällt dem Volkacher Stadtrat nicht. Der will einen Kreisel. Den lehnen die Planer aber ab.
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Die Staatsstraße 2260 zwischen Volkach und Prosselsheim soll als Umgehung in Teilen neu gebaut werden, ebenfalls der Anschluss an die Kreisstraße Richtung Escherndorf. Die Escherndorfer wollen einen Kreisel, das Staatliche Bauamt eine normale Einmündung mit Abbiegespuren. Foto: Foto: Peter Pfannes

Ein kleiner, aber für Escherndorf bedeutsamer Abschnitt in der geplanten Umgehung Prosselsheim stößt im Volkacher Stadtrat auf – fast – einmütige Ablehnung: Die Anbindung der (neuen) Staatsstraße an den Winzerort soll nach den Plänen des Staatlichen Bauamts eine normale Einmündung mit zwei Abbiegespuren werden, das Gremium fordert an dieser Stelle einen Kreisel.

Gegenwind von den Winzern

Die neue Führung der Staatsstraße (St 2260) steht nicht nur im Stadtrat, sondern auch bei den Escherndorfer Winzern im Gegenwind. Der kam beim Staatlichen Bauamt wohl nicht zum Tragen. Der Kreisverkehr sei abgelehnt, eine Einmündung der Kreisstraße von Escherndorf aus geplant, erklärte Bürgermeister Peter Kornell. Und um den Landwirten und Winzern entgegenzukommen, ist eine Unterführung der Staatsstraße nahe der Einmündung vorgesehen.

Unterführung auch für Radler

Für das Runterbremsen auf freier Strecke durch einen Kreisel sehe das Bauamt wenig Anlass, so Peter Kornell. Schließlich rollten über die Staatsstraße gut 10 000 Fahrzeuge pro Tag, während lediglich 500 die Kreisstraße von Escherndorf frequentierten. Zudem habe die geplante Unterführung den „Charme“, dass damit eine riskante Querung der Staatsstraße durch Nutzer des nahen Radwegs vermieden werden.

Für die Winzer sei das allenfalls die zweitbeste Lösung, betonte FWG-Fraktionschef Herbert Römmelt: „Kreisel sind die Kreuzungen der Zukunft.“ Die geplante Gerade der Umgehung sei eine Einladung für Schnellfahrer, während eigentlich eine Verlangsamung des Verkehrs an der Kreuzung zur Risikoentschärfung nötig sei.

Flächenverbrauch und starke Kurven

Kritisch sieht der Escherndorfer Stadtrat auch die Unterführung, die sich unter der Staatsstraße hindurch zur Kreisstraße schlängelt. Diese verbrauche „unheimlich viel Fläche“ und weise sehr starke Kurven auf, die dem landwirtschaftlichen Verkehr nicht gerade entgegenkämen. Wenn die Unterführung trotz allem kommen sollte, müsste nach Römmelts Meinung zumindest bei der Straßenbreite – wegen des Begegnungsverkehrs – nachgebessert werden.

Verleitung zum Schnellfahren?

Die Unterführung stieß bei der Ratsmehrheit zwar nicht gerade auf Gegenliebe, aber nicht auf Komplettablehnung. Die gibt's beim Kreisel: „Die Straße verleitet garantiert zum Schnellfahren“, sagte Karl-Heinz Bernard (CSU). Eine Feststellung, die im Gremium fast einhellig geteilt wurde.

Lediglich Bürgermeister Kornell zweifelte an der Bremswirkung eines Kreisverkehrs an der Escherndorfer Zufahrt. Der Kreisel würde in einer Mulde liegen, die dem Autofahrer den Blick auf die folgende Gerade ermögliche: „Und wozu verleitet das?“, fragte Kornell rhetorisch und ordnete das Stadtrats-Nein zur Umgehungsplanung in die politische Wirksamkeit ein: „Wir haben's nicht zu bestimmen.“

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