VOLKACH

Volkacher Fußballer bei Lommbock-Dreh dabei

13 junge Kicker von der Mainschleife sind als Komparsen bei den Dreharbeiten zum Film "Lommbock" dabei. Um mitmachen zu könnten, drehten sie zuerst selbst einen Film.
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Urkunden für die neuen „Edelfans“ des VfL Volkach Moritz Bleibtreu (links) und Lucas Gregorowicz. Das Foto entstand nach den Dreharbeiten. Die Volkacher Komparsen sind (von links) Joachim Kern, Jonas Hofmann, Maximilian Bedenk, Patrick Kebel, Jonas Lechner, Lukas Springer, Julian Wiederer, Leon Häberlein, Maximilian Lutz, Felix Nicola, Marco Heinrich und Florin Häberlei. Auf dem Foto fehlt Daniel Caspari. Foto: Foto: Kim Doyenn

„Habt ihr Bock auf Lommbock und wollt ein Teil vom Nachfolger vom Kultfilm ,Lammbock‘ werden? Dann bewerbt euch jetzt und schickt uns euer Video!“ Dieser Aufruf eines privaten Würzburger Radiosenders schlug bei zehn jungen Fußballern des VfL Volkach ein wie eine kleine Bombe.

Schnell stand fest: Die Kicker von der Mainschleife spielen für „Lommbock“, den Nachfolger der Kiffer-Komödie „Lammbock“, drei kurze Szenen ein. Gefilmt wurden die Grätsche von Mehmet Scholl auf dem Fußballplatz, Limbo im Vereinsheim und der Konflikt mit einem im Kofferraum eingesperrten Drogenfahnder der Polizei. Drehort war das Vereinsgelände des VfL Volkach, die jungen Fußballer trugen Trikots mit teilweise nicht mehr existierenden Sponsoren.

„Jungs, ihr seid dabei! Ihr werdet ein Teil von Lommbock!“
E-Mail von Regieassistentin Kim an die Fußballer des VfL Volkach

Hochladen auf die Homepage „BockAufLommbock“, dann hieß es: warten. Drei Wochen später kam von der Regieassistentin Kim eine E-Mail: „Jungs, ihr seid dabei! Ihr werdet ein Teil von Lommbock!“

Glückliche Meldung über WhatsApp verbreitet

„Das gab einen Mords-Jubel“, erzählt Patrick Kebel, einer der Fußballer. Bei dem Bewerbungsvideo hatte Patrick, Student der Volkswirtschaft, nicht mitspielen können, war durch Prüfungen verhindert gewesen. Die Nachricht, dass 13 Fußballer als Komparsen in einer Club-Szene mit den Hauptdarstellern Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz mitwirken durften, postete er in der WhatsApp-Gruppe.

Die Resonanz war nicht überraschend: „In Nullkommanichts meldeten sich 25 Leute, auch welche, die in unserem Video gar nicht mitgespielt oder seit zwei Jahren nicht mal was geschrieben haben.“ Im Endeffekt fuhren die zehn am Film Beteiligten und drei weitere junge Fußballer ins Odeon nach Würzburg, um einer Club-Szene Leben einzuhauchen.

Erlebnis war den Aufwand wert

Acht Stunden lang „kippten“ sie, auf Treppen stehend, ein „Bier“ und einen „Cocktail“ nach dem anderen in sich hinein – für eine Szene, die im Film 1:45 Minuten lang sein wird. „Wenn überhaupt – aber das war uns völlig wurscht“, sagt Kebel. Allein schon das Erlebnis sei den Aufwand wert gewesen, vor allem deshalb, weil sie mit den Hauptdarstellern drehen durften.

Natürlich tranken die 200 Komparsen aus ganz Deutschland während des Drehtages keinen Alkohol, sondern gefärbtes Wasser, Fanta oder Cola.

Ständig lief ein „Rauchmann“, wie er genannt wurde, herum, um mit Trockeneisnebel Club-Atmosphäre zu erzeugen. „Angeheizt“ durch Disco-Beats („Die kann man nach acht Stunden echt nicht mehr hören“) und „ermuntert“ durch den „Alkohol“, erzeugten die Komparsen eine Club-Szene, in der die beiden Hauptdarsteller auf der Suche nach einer bestimmten Person sind. „Das haben wir mit Sicherheit an die zehn Mal gedreht, Minimum“, sagt Kebel.

Immer wieder waren Mitglieder des Filmteams zwischen den Drehs unterwegs, um bei 40 Grad ihre Komparsen mit Getränken zu versorgen. Überhaupt ging es familiär zu. Zwar habe es schon mal ein „Ruhe bitte!“ per Lautsprecher gegeben. „Aber das war die Ausnahme, die waren alle supernett.“

Zeit mit den Stars verbracht

Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz hatten auch immer wieder Zeit für kurze Gespräche und auch mal einen Witz. Derjenige, der am wenigsten auffiel, war Regisseur Christian Zübert. „Der ist immer irgendwie durch die Reihen geschlichen, war aber ansonsten recht zurückhaltend“, sagt Keber. Fotografieren durfte beim Filmdreh niemand: Die Fotolinsen aller Smartphones und Handys mussten vorher zugeklebt werden.

Die Gage von 60 Euro pro Person steuern die Fußballer zum Kauf neuer Trikots bei. „Dann müssen wir auch nicht mehr mit dem Sponsor ,Asklepios Klinik Volkach‘ auflaufen“, so Keber. Dieses und ähnliche „VfL-Volkach-Gedächtnis-Trikots“ kamen beim eigenen Videodreh zum Einsatz. Sie sind auch auf dem Erinnerungsfoto zu sehen, bei dem die Fußballer nach Feierabend die beiden Hauptdarsteller des Films mit Urkunden zu „Edelfans“ erklärten. Das Foto wird künftig das Vereinsheim schmücken – Erinnerung an acht Stunden Filmtag für 1:45 Minuten Film.

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