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Vitaminwunder – die Hagebutte

Hagebutten, auch „Frucht der Rosen“ genannt, sind nicht nur Vitaminbomben, sondern helfen auch bei Arthrose und Erkältung.
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Jetzt reifen die Früchte der Rosen: Hagebutten. Foto: Foto: Maria Sauer
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Wer kennt es nicht: „Ein Männlein steht im Walde . . .“, das Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben? Gemeint sind die Hagebutten, die „Frucht der Rosen“, welche jetzt in der Natur an den Hecken um die Wette mit ihrem kräftigen Rot zu leuchten beginnen. Man nennt sie auch Hiffen, Rosenäpfel oder Mehlbeere. Es handelt sich bei der Hagebutte um eine Sammelfrucht. Im Inneren tragen die prallen Beeren viele kleine Samen. Diese sind mit winzigen Widerhaken ausgestattet, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen. Früher nutzten Kinder sie gelegentlich zu Herstellung von Juckpulver. Bei mir sind es jedoch andere Kindheitserinnerungen zu diesen Früchten, weil meine Mutter immer selbst die Hagebuttenmarmelade herstellte. Aber bereits im Mittelalter verwendete man die Hagebutte gegen Erbrechen und Ruhr und Gallenerkrankungen. Die Verwendungsmöglichkeiten für die Hagebutte werden neuerdings immer vielseitiger. Ihr Gehalt an Vitamin C ist bis zu 20 Mal höher als der von Zitronen. Aber auch Vitamin A und B1 und B2, vor allen Dingen Kalzium, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink und Kupfer sind nachzuweisen. Man kann die Früchte zu Mus, Konfitüre, Fruchtwein, Likör, Tee und Hagebuttenkernöl verarbeiten.

Als neuesten Trend gibt man Hagebuttenpulver zur Würzmischung von Wildgerichten. Diese Früchte haben auch Heilung bei bestimmten Erkrankungen wie Arthrose und Erkältungen. Die Aussage: Hagebutten sorgen für starke Knochen, beweist die effektive Anwendung bei Osteoporose. Außerdem stärkt die kleine Wildbeere das ganze Immunsystem. Das Hagebuttenmus eignet sich besonders wegen seiner austreibenden Wirkung und wird als Aufguss gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Eine Studie weist positive Effekte bei Erkrankungen von Arthrose und Erkältungen nach. Hagebuttenmarmelade fördert zudem den Appetit und ist reich an Lycopin.

Aus den Kernen kann ein Öl gewonnen werden, welches enorme Erfolge bei der Hautpflege verzeichnet. Zudem erforscht die Universität Kopenhagen zurzeit an einer Ernährungstherapie mit Hagebuttenpulver. Nachdem die Früchte oft den ganzen Winter am Strauch bleiben, sind sie vom Herbst bis in den Frühling hinein problemlos genießbar, denn selbst ein starker Frost kann ihnen nichts anhaben.

Mein Rezeptvorschlag: Hagebutten-Muffins

Zutaten:

600 Gramm Hagebutten

1 Bio-Zitrone 50 Gramm Butter 100 Gramm Zucker 1 Prise Salz 250 Gramm Mehl 2 Teelöffel Backpulver 2 Eier 100 ml Milch Zubereitung:

Hagebutten waschen, halbieren, Kerne entfernen und das Fruchtfleisch würfeln; Zitrone heiß waschen, dünn abraspeln und Saft auspressen. Butter, Zucker und Salz cremig aufschlagen.

Mehl und Backpulver mischen. Eier nacheinander unterrühren, Mehl mischen, Zitronensaft und Milch abwechselnd zugeben und verrühren. Zitronenschale und Hagebuttenfruchtfleisch unterheben.

Teig vorsichtig in Muffinförmchen bis zur Hälfte füllen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad

(Umluft 175 Grad) ca. 20-25 backen. Mit Puderzucker bestäuben.

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