PRICHSENSTADT

Verzwickte Situation wegen Parkplätze in der Altstadt

Wie der Straßenbelag der Schlossgasse von Prichsenstadt nach der Kanalsanierung gestaltet und die Parkplatzsituation gelöst werden soll, ist noch offen.
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Sanierungsbedarf besteht in der Prichsenstädter Schlossgasse (hier eine Aufnahme vom 2. Februar 2017). Foto: ARCHIV-Foto: GUIDO CHULECK

Wie der Straßenbelag der Schlossgasse in der Altstadt von Prichsenstadt nach der Kanalsanierung gestaltet und die verzwickte Parkplatzsituation gelöst werden soll, dieses Problem hat der Stadtrat Prichsenstadt auch in seiner jüngsten Sitzung nicht gelöst.

Zur Debatte standen zwei vom Planungsbüro Valentin Maier erarbeitete Varianten, die sich im Laufe der Sitzung auf drei erhöhten – mit dem Ergebnis, dass die Räte mit keiner wirklich glücklich waren und das Büro um zwei weitere Varianten bat, die nach der Sommerpause unter die Lupe genommen werden sollen.

Autos parken zu dicht an Häusern

Variante eins, die Georg Schreiber vom Planungsbüro vorstellte, war bereits im Bauausschuss nicht wohlgelitten: an der Seite der Wohnhäuser zehn Längs-Parkplätze – und die Fahrbahn wird 3,50 Meter breit mit Ausweichmöglichkeiten. Diese Variante hätte Schreiber nicht gewählt, hätte er von den Bedenken des Bauausschusses Kenntnis gehabt: die Autos parken zu dicht an den Häusern, so dass durch die kleinen Fenster kaum mehr Licht in die Häuser fallen würde.

Auch Variante zwei fand nicht unbedingt den Beifall der Räte: ein Gehweg an der Häuserfront und im Verlauf der Straße drei Parkplätze, um den Bewohnern der gegenüberliegenden Seite die Zufahrt in ihre Hofeinfahrten nicht zuzuparken. „Diese drei Parkplätze sind reine Dekoration“, befand zweiter Bürgermeister Alfons Saugel. Weiteres Problem: bei großen Feiern im Hotel Freihof beobachteten nicht nur die Anwohner, sondern auch Bürgermeister René Schlehr ein regelrechtes Wildparken.

Zuhörer durften mitreden

Die Idee von Schlehr, die Straße, die ohnehin eine Anliegerstraße sei mit Zufahrt zum Hotel Freihof, verkehrsberuhigt zu gestalten, fand zwar die Zustimmung der Räte, aber nicht unbedingt die der Anwohner, denen als Zuhörer in der laufenden Debatte Rederecht eingeräumt wurde. Mit dem Ergebnis, dass zum einen noch mehr Varianten und zum zweiten eine gewisse Spannung, ja fast Aggressivität dazu kamen und zum dritten die Räte später diese Entscheidung deshalb als „Fehler“ einstuften.

Wie verzwickt die Situation ist, verdeutlichte auch ein Beitrag von Stefan Deppisch. „Wir können die Schlossgasse nicht verkehrsberuhigt machen. Wo parken die Anwohner der engen Kirchgasse, und wo parken die Touristen, die sich unsere Stadt anschauen wollen“, so seine eher rhetorischen Fragen. Und auch ein 90-Grad-Parken kommt für den Planer nicht in Frage, „dafür ist die Straße trotz ihrer 10,50 Meter Breite zu eng, wir brauchen fünf für den Parkplatz und sechs zum Rangieren, also elf“, sagte er. Auch der Vorschlag von Anwohnern, alles zu belassen, da sich das Parken „von selbst“ regeln würde, stieß im Rat auf wenig Anerkennung. „Nicht umsonst haben wir in Deutschland so viele Vorschriften und Regeln“, so der Bürgermeister, „hier regelt sich auch im Straßenverkehr und insbesondere beim Parken rein gar nichts von selbst“.

Weitere Varianten werden nach Sommerpause behandelt

Nach einer einstündigen intensiven Debatte behandelten die Räte den Antrag von Helmut Happel, die Gasse als „verkehrsberuhigt“ einzustufen, nicht. Sie stimmten mehrheitlich für den Antrag von Martin Ebert: vertagen, weitere Varianten nach der Sommerpause behandeln. Das Einzige, was im Rat breite Zustimmung fand, war der Straßenbelag: Es wird – auf eine Empfehlung vom Landesamt für Denkmalpflege - Muschelkalk werden.

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