KITZINGEN

Rotary Club Kitzingen lädt zur traditionellen Soirée ein.

Ein Hilfsprojekt auf den Philippinen und die Rappelkiste werden unterstützt.
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Der Kitzinger Zahnarzt Dr. Georg Lilly war schon mehrfach in Toril, um die Menschen zahnmedizinisch zu versorgen. Foto: Fotos: Lilly
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Die Veranstaltung hat Tradition: Anfang des Jahres lädt der Rotary Club Kitzingen zur Soirée ein. Es geht um interessante Vorträge, schöne Musik und vor allem einen guten Zweck. Viele Projekte in der Heimat, aber auch in aller Welt konnten so schon unterstützt werden. Am 20. Januar sind wieder alle Interessierten, und jeder, der helfen will, willkommen.

Die Rotarier verstehen sich als Serviceclub, erklärt Georg Lilly. „Freundschaft zu pflegen, Erfahrungen zu teilen und anderen zu helfen“, nennt der Präsident des Kitzinger Clubs die Ziele. Die Soirée bezeichnet er als Abbild dieser Ziele und freut sich, dass dazu längst nicht mehr nur Rotarier kommen – eingeladen sind alle, die dabei sein wollen. Das Programm der Veranstaltung und die Hilfsprojekte, die damit unterstützt werden, ändern sich jedes Jahr. Der jeweilige Präsident ist zuständig dafür, sich ein Vortragsthema für die Soirée zu überlegen, und schlägt vor, wer unterstützt werden soll.

Als Zahnarzt auf den Philippinen

Heuer geht die Hälfte des Geldes an die Hilfsorganisation KTEP („Kressbronn Toril Education Program“) auf den Philippinen – ein Projekt, das 1992 von den beiden Rotariern Aurora und Reinhold Kugel aus Kressbronn am Bodensee gegründet wurde. In Toril haben sie ein Haus gebaut, um den dort lebenden armen Menschen zu helfen. Nähstube, Bäckerei, Büros gibt es dort, zwei Kindergärten wurden im Laufe der Jahre gegründet, eine kleine Zahnarztpraxis eingerichtet. Georg Lilly ist Zahnarzt und schon mehrfach auf die Philippinen gereist, um dort die Menschen zahnmedizinisch zu versorgen. Er beteiligt sich an der Finanzierung einer Zahnärztin vor Ort.

Das ist nicht die einzige Verbindung der Kitzinger Rotarier auf die Philippinen. Schon mehrfach wurde KTEP unterstützt – in Patenschaften werden Kindern Stipendien für ihr Schulgeld ermöglicht. Mit Spenden aus der Region wurden Brunnen gebohrt, um die Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen. Teils weisen Schilder darauf hin, wer die Kosten für den Brunnen übernommen hat – und so taucht unter anderem der Name der Marktstefter Brauerei mitten auf einer Insel im Westpazifik auf.

Die Spendengelder, die bei der Neujahrssoirée gesammelt werden, gehen allerdings nicht nur nach Südostasien. Mit der zweiten Hälfte des Betrages wird die Rappelkiste in Kitzingen unterstützt. Die Einrichtung wurde vor vielen Jahren von Ehrenamtlichen ins Leben gerufen. Pädagogische Fachkräfte betreuen dort Kinder. Lernen, Spielen, Kreativität stehen im Mittelpunkt. Die Kinder lernen dort das Einhalten von Regeln und Strukturen, erkunden ihre Fähigkeiten, basteln und spielen, treiben Sport und machen Exkursionen, essen und kochen gemeinsam. Die Rappelkiste wird unter der Leitung der Aktionsgemeinschaft Sozialisation e.V. geführt.

Vortrag über Franken

Nicht nur eines der beiden Hilfsprojekte dieses Jahres hat einen Heimatbezug – die Heimat steht auch im Mittelpunkt des Festvortrages der Soirée am Sonntag, 20. Januar, um 16 Uhr in der Alten Synagoge. Unter der Überschrift „Ins Land der Franken fahren“ wird Prof. Dr. Matthias Stickler, Professor an der Uni Würzburg, Überlegungen zur historischen Verortung einer traditionsreichen Geschichtslandschaft vortragen. „Wir werden erfahren, wie unsere fränkische Heimat entstanden ist und welche historische Vielfalt sich hinter Namen wie Ober-, Mittel- und Unterfranken verbirgt“, erklärt Präsident Georg Lilly. Der Referent wird erklärten, warum diese Bezeichnungen vergleichsweise neu sind und ob es „den Franken an sich“ überhaupt gibt. „Aus den Antworten lassen sich Schlüsse ziehen, welche Bedeutung Franken in Zukunft haben will und haben kann.“

Georg Lilly hat sich gezielt dafür entschieden, im Jahresprogramm den Schwerpunkt auf das Fränkische zu legen. In Radtouren wurde die Region erkundet, die Adventsfeier fand in einer typisch fränkischen Gaststätte statt. „Mich interessiert es, wie Franken entstanden ist, und wie seine Zukunft aussehen kann“, sagt er.

Was die Rotarier tun

Während die Soirée öffentlich ist, gibt es das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen nur für die 53 Mitglieder des Kitzinger Clubs. Einmal pro Woche treffen sich alle, jedes Mal steht ein Referat eines anderen Mitgliedes auf dem Programm. Ob es um die Arbeitswelt geht, um eine Reise, um ein Hilfsprojekt, um ein interessantes Buch – Hauptsache, man lernt voneinander und tauscht sich aus. Daneben werden Firmen besichtigt, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen besucht. Und auch außerhalb der Soirée werden viele Projekte unterstützt, wie beispielsweise Schwimmkurse für Kinder, die in der 3. Klasse noch nicht schwimmen können, Büchereiausweise für alle Kitzinger Erstklässler, das Hornsche Spital in Dettelbach, die Sozialpaten der Caritas, der Malteserdienst mit der Trauerbewältigung für Kinder, Schulfahrten, das Polio Plus Programm zur weltweiten Auslöschung der Kinderlähmung, die Lebenshilfe Kitzingen und das Rotary Landwirtschaftsprogramm.

Rotary-Soirée 2019

Was: Der Rotary-Club Kitzingen lädt alle Interessierten ein zur Neujahrs-Soirée am Sonntag, 20. Januar, um 16 Uhr in der Alten Synagoge.

Programm: Begrüßung durch den Präsidenten Dr. Georg Lilly. Vortrag von Prof. Dr. Matthias Stickler: „Ins Land der Franken fahren – Überlegungen zur historischen Verortung einer traditionsreichen Geschichtslandschaft“. Musikalische Umrahmung durch Mary Lynn Zack, Violine, und Christian Stegmann, Klavier. Umtrunk im Foyer.

Spenden: Anstelle eines Eintritts wird um einen Beitrag von 10 Euro gebeten. Der Reinerlös kommt benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugute – der Rappelkiste Kitzingen und KTEP auf den Philippinen.

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