Volkach
Unfall

90-Kilometer-Verfolgungsjagd durch Unterfranken: 120.000 Euro Schaden, Autodieb in U-Haft

Da er sich einer Fahrzeugkontrolle auf der A3 entziehen wollte, hat sich ein 31-Jähriger am Montagabend mit einem gestohlenen Auto eine fast 90 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit mehreren Streifenwagen geliefert. Wie am Dienstagnachmittag gemeldet wurde, sitzt der Mann nun in Untersuchungshaft.
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IIn einem Kreisverkehr in Volkach endete eine fast 90 Kilometer lang Verfolgungsjagd in Untefranken am Montagabend. Weil er sich einer Fahrzeugkontrolle auf der A3 entziehen wollte, war ein 31-Jähriger mit einem gestohlenen Auto vor mehreren Streifenwagen geflohen.  Foto: News5/Desk
IIn einem Kreisverkehr in Volkach endete eine fast 90 Kilometer lang Verfolgungsjagd in Untefranken am Montagabend. Weil er sich einer Fahrzeugkontrolle auf der A3 entziehen wollte, war ein 31-Jähriger mit einem gestohlenen Auto vor mehreren Streifenwagen geflohen. Foto: News5/Desk

Ein schwerer Verkehrsunfall mit vier verletzten Personen und drei totalbeschädigten Fahrzeugen hat sich am Montagabend bei Volkach im unterfränkischen Landkreis Kitzingen ereignet. Dem Unfall ging eine Verfolgungsjagd über fast 90 Kilometer mit mehreren Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber voraus.

Update vom 06.11.2018, 16:28 Uhr:

Laut einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Oberstaatsanwaltschaft Unterfranken von Dienstagnachmittag wurde gegen den 31-jährigen Fahrer nun Untersuchungshaft angeordnet. Ersten Ermittlungen zufolge sei der von dem Mann gelenkte Dacia in Frankreich entwendet und zur Fahndung ausgeschrieben gewesen.

Wegen diverser Vergehen: 31-Jährigen in JVA überstellt

Der 31-jährige Mann, bei dessen Festnahme zusätzlich noch eine kleine Menge Marihuana aufgefunden wurde, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg am Dienstagnachmittag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs, gefährlicher Körperverletzung, Verkehrsunfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis und einem Verstoß nach dem Betäubungsmittelgesetz die Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten an. Der Mann wurde im Anschluss einer Justizvollzugsanstalt überstellt.

Die Polizeiinspektion Kitzingen bittet in diesem Zusammenhang noch Personen, die am Montagabend auf der Staatsstraße zwischen Kitzingen und Volkach unterwegs waren und durch den Dacia gefährdet oder gar geschädigt wurden, sich unter Tel. 09321/141-0 zu melden.

Erstmeldung vom Vormittag des 06.11.2018

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken wollten Beamte der Aschaffenburger Polizei gegen 20 Uhr ein Fahrzeug kontrollieren, das auf der A3 auf Höhe der Rastanlage Spessart in Richtung Würzburg unterwegs war. Anstatt anzuhalten, gab der 31-jährige Fahrer jedoch Gas und versuchte zu fliehen. Die Beamten alarmierten weitere Streifenwagen, mit denen der Fluchtwagen aufgrund seiner riskanten Fahrweise mehrmals beinahe zusammenprallte. Zudem versuchte der 31-Jährige, die Streifenwagen von der Fahrbahn abzudrängen, bis er schließlich mit einem der Autos kollidierte.

An der Ausfahrt Kitzingen/Schwarzach verließ der Fahrer die Autobahn und setzte seine Flucht auf der Staatsstraße mit hoher Geschwindigkeit fort. Zusätzlich zu den Streifenwagen war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Als der Fahrer bei Volkach entgegen der Fahrtrichtung in den Kreisverkehr einbog, prallte er dort mit einem entgegenkommen BMW zusammen. Der Flüchtige überschlug sich, würde über die Insel des Kreisverkehrs geschleudert und blieb auf der gegenüberliegenden Seite liegen. Ein nachfolgender Streifenwagen wollte dem Unfall ausweichen und prallte dabei selbst in eine Leitplanke.

Weitere Unfallmeldungen: Lkw rast in A9-Baustelle - Fahrer schwer verletzt, 150.000 Euro Schaden verursacht

Der 40-jährige BMW-Fahrer wurde bei dem Zusammenprall leicht, der 31-Jährige mittelschwer verletzt. Beide wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Auch zwei Polizisten wurden verletzt und mussten in einer Klinik medizinisch versorgt werden. Den bisherigen polizeilichen Ermittlungen zufolge wurde der Fluchtwagen in Frankreich gestohlen.

Im Geldbeutel des 31-Jährigen, der vorläufig festgenommen wurde, fanden die Beamten zudem ein geringe Menge Marihuana. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 120.000 Euro.

Gleich zwei Unfälle haben sich zu Wochenbeginn in Bamberg ereignet: Eine Kollision mit einem Fahrschulauto auf dem Münchner Ring am Montag. Und ein Auffahrunfall am Berliner Ring mit zwei Verletzten und zwei Totalschäden am Dienstag.

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