Kitzingen
Hobby

Überraschungseier sind seine Leidenschaft

Peter Müllers Hobby ist das Sammeln. Er ist auf der Jagd nach Briefmarken, Autos und den Figuren aus den Überraschungseiern. Seine Bilanz ist beeindruckend.
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Peter Müller und ein Teil seiner Überraschungseier.
Peter Müller und ein Teil seiner Überraschungseier.
26 mal 10 mal 7. So rechnet ein leidenschaftlicher Sammler seinen Erfolg aus. In Worten klingt das Zahlenspiel dann so: "Ich habe 26 volle Sätze. Jeder Satz besteht aus zehn Figuren, die ja in jedem siebten Ei sein sollen".
Peter Müller schmunzelt. Der Kitzinger hat allein in seinen Sammelboxen somit 1820 Figuren aus den Überraschungs- oder einfach nur "Ü-Eiern", die es seit 1974 in nahezu jedem Supermarkt zu kaufen gibt. "Happy Hippos", "Peppy Pingos", Figuren aus Asterix, Wickie oder "Fancy Foxes", verrückte Füchse, liegen da in kleinen Plastikschatullen. Ein verrückter Fuchs ist Müller auch. "Ja, ich bin wirklich ein Verrückter", gesteht er lachend. "Jeder Sammler ist irgendwie verrückt."
In Spitzenzeiten hat er bis zu 50 Ü-Eier im Monat gekauft. Damit wird dann auch klar, dass er weit mehr als die 1820 Treffer erzielt hat.
Unzählige Male hat er Doppelgänger erwischt, also einen zweiten oder dritten Asterix oder irgendein Spielzeug, aber eben nicht die eine Figur der Gallier, die ihm noch fehlte. "Erst dann bin ich auf den Flohmarkt gegangen und habe das gesuchte Exemplar bei einem Händler gekauft".
Müller stöbert auf den Flohmärkten in ganz Franken herum, wenn er auf der Jagd nach einem ganz besonderen Objekt ist. Doch die Zahl seiner Kontaktleute hat abgenommen. Das Geschäft habe sich mehr und mehr ins Internet verlagert. "Heute findest du auf den Märkten vielleicht mal einen einzigen ordentlichen Händler von Ü-Ei-Figuren", berichtet der Kitzinger.
Er selbst könnte inzwischen auch einen Handel mit den Figuren betreiben. Keines, auch nicht die doppelten, hat er weggeschmissen. Viele Eier liegen noch in Kartons bei ihm zuhause. "Im Ei ist alles sauber aufgeräumt", sagt er beim Öffnen eines solchen Dopplers. Der Inhalt wird, wie er im Schokoladenei zu finden ist, nicht angetastet. Auch der Beipackzettel ist dabei, und das hat seinen Grund. "Erst wenn der Beipackzettel dabei ist, stimmt alles", verrät der Eiersammler.
Der kleine Zettel, auf dem der Name der Figur steht oder die Anleitung zu sehen ist, falls ein Modell erst zusammengebaut werden muss, gilt in der Branche als eine Art Echtheitszertifikat. Selbst mit diesen Zetteln wird ein reger Handel betrieben. Müller hat einen ganzen Packen davon.
Zur besseren Übersicht hat er allerdings Sammlerkataloge. Jede Figur aus den Ü-Eiern ist da mit Erscheinungsdatum und dem geschätzten Wert abgedruckt, den das Plastikspielzeug auf dem Markt erzielen müsste. 120 Euro sind da keine Besonderheit. "An den Figuren darf aber auch gar nichts kaputt sein", warnt Müller. Bricht doch mal irgendetwas an den Handbemalten Ü-Ei-Figuren ab, dann - wen wundert´s - gibt es auch dafür Händler, die die Ersatzteile anbieten.

Süße Sucht

Welche Serie die Firma Ferrero mit den Eiern auf den Markt bringt, verrät dem Sammler meist die TV-Werbung. Ein Vierteljahr etwa sind die Eier mit den beworbenen Figuren zu kaufen, dann folgt die nächste Serie. Es sind die Hummel-Figuren des kleinen Mannes. Kaum jemand, der nicht schon vor der Supermarkt-Kasse ein solches Ei mal geschüttelt und danach gekauft hat. "Und es stimmt ja auch, was die Werbung verspricht", räumt der Sammler ein. "Spiel, Spannung und was zu essen", das gibt es in jedem Ei.
Apropos Essen: Was macht ein Sammler eigentlich mit dem Schokoladen-Ei? Müller lacht und streicht sich über den Bauch. "Das ist der Grund, der die Sammelleidenschaft bremst." Auch ein Profi unterliegt der süßen Sucht und genießt die 20 Gramm dünne, außen braune und innen weiße Eihülle. Müller hat aus diesem Grund die Jagd nach den Ü-Eiern zurückgefahren. Auto-Modelle haben es ihm jetzt weit mehr angetan. Wo in anderen Wohnzimmern Bücher stehen, residieren bei Müller Ferrari & Co. Wer übrigens meint, ein Sammler hause in Chaos und Unordnung, der irrt. Von der Briefmarke über rund 660 Automodelle bis hin zur kleinsten
Ü-Ei-Figur hat alles seinen Platz, ist alles im dafür vorgesehenen Aufbewahrungsort verstaut. Für Kinder wäre das Wohnzimmer dennoch ein Paradies. Gespielt wird aber weder mit den Autos, noch mit den Ü-Eiern. "Das Suchen und Finden - das ist der Kick für mich", sagt Peter Müller. Diesbezüglich dürfte es in den kommenden Tagen etliche, meist ja doch jüngere Menschen geben, die ihm da beipflichten werden.

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