Kitzingen

Übergriffe auf Polizisten steigen rasant an

Die Kitzinger Polizei legt den Sicherheitsbericht 2018 für den Landkreis vor: Nordheim ist statistisch gesehen der sicherste Ort. Und welcher ist der unsicherste?
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Die Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu: Im Landkreis Kitzingen gab es vergangenes Jahr 55 Übergriffe, das entspricht einer Steigerung um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verletzt wurden dabei 28 Beamte.  Foto: Fredrik von Erichsen (dpa)
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2018 wurden von den Beamten der Polizeiinspektion Kitzingen 11 415 (Vorjahr: 11 557) Vorgänge bearbeitet und 10 164 (Vorjahr:  9650) Einsätze bewältigt. Die Vorgänge beinhalten neben Verkehrsunfällen, Verkehrsstraftaten, Ordnungswidrigkeitsverfahren und Berichten an andere Behörden auch 3068 Straftaten, die in die polizeiliche Kriminalstatistik eingeflossen sind.

Aufklärungsquote bei fast 70 Prozent

Ein Augenmerk wurde laut des vorgelegten "Sicherheitsbericht 2018" im Landkreis Kitzingen auf die Wohnungseinbrüche gelegt. Zwar beträgt der Anteil dieses Delikts weniger als ein Prozent der Gesamtkriminalität, allerdings sind die Auswirkungen auf die Betroffenen sehr tiefgreifend. In diesem Zusammenhang erfolgten zahlreiche Sondereinsätze.

Entgegen der Entwicklung der vergangenen Jahre wurden 2018 weniger Straftaten angezeigt. Nach 3201 Fällen 2017 sank die Marke auf 3068.  Ein Indikator für die Sicherheit in einem Bereich ist die Häufigkeitszahl. Durch diese wird ausgedrückt, wie viele Straftaten, bezogen auf 100 000 Einwohner, in einer Region verübt werden. Die Häufigkeitszahl hat sich im zweiten Jahr reduziert und liegt im Landkreis bei nunmehr bei 3393 (siehe auch Grafik).

Mit diesem Wert verzeichnet der Bereich Kitzingen eine Häufigkeitszahl, die deutlich unter dem bayerischen und unterfränkischen Durchschnitt liegt. Die Gemeinde mit der geringsten Häufigkeitszahl im Landkreis ist mit 705 Nordheim, wo man statistisch gesehen 2018 am sichersten gelebt hat. Am meisten belastet war Buchbrunn mit (7781).

Neben der Häufigkeitszahl stellt die Aufklärungsquote einen wichtigen Baustein für die Sicherheit dar. Im abgelaufenen Jahr betrug die Aufklärungsquote 68,6 Prozent. Von 3068 registrierten Straftaten wurden somit 2105 Fälle geklärt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei Kitzingen die höchste Aufklärungsquote seit über zehn Jahren. Sie stieg in Kitzingen vergleichsweise am stärksten um 4,4 Prozentpunkte.

Die Kriminalstatistik für den Landkreis Kitzingen wird von vier Deliktsfeldern geprägt: Diebstahl (715 Fälle), Sachbeschädigungen (422), Rohheitsdelikte (576) sowie Vermögensdelikte (496).  Zugenommen hat die Gewalt gegen Polizeibeamte: Hier gab es einen Anstieg um 88 Prozent auf 55 Fälle. Ebenso stieg die Zahl der verletzten Polizisten um 155 Prozent auf 28 Beamte an.

Straftaten gegen das Leben

Bei den Straftaten gegen das Leben registriert die Polizei fünf Fälle. In Sulzfeld kündigte ein 46- Jähriger seiner Exfrau an, sie abzustechen. Der Drohung kam er insoweit nach, dass er zum Anwesen der Frau fuhr, die Haustür eintrat und auf die Anwesenden mit einem Messer losging , diese trat und auf sie einschlug. In Kitzingen stach ein 62-Jähriger in einem Speisesaal unvermittelt einem gleichaltrigen Mann mit einem Vorstecher in den Hals. Weiterhin kam es zwischen zwei 21-Jährigen, die gemeinsam ein Zimmer in einer Unterkunft in Kitzingen bewohnten zu einer Auseinandersetzung. Hierbei stach einer der Männer auf den anderen ein. 

Angriff auf Mutter

In Schwarzach kam es zu einem Angriff einer 32-Jährigen gegen ihre knapp 70 Jahre alte Mutter. Die Frau stach drei Mal mit dem Messer in den Kopf der Mutter, die trotz ihrer Verletzung noch im Stande war, die Polizei zu rufen. 

Rückläufig die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Sie sanken um 9,1 Prozent auf 40 Fälle. Bei den Rohheitsdelikten war ein Anstieg von 515 auf 576 Fälle festzustellen. Der Anstieg ist laut Polizei auf die Körperverletzungsdelikte sowie Nötigungen zurückzuführen. Die Körperverletzungsdelikte machen rund dreiviertel der Rohheitsdelikte aus. Die gefährlichen Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen erhöhten sich von 15 auf 35 Fälle. Insgesamt wurde bei den Rohheitsdelikten die Aufklärungsquote auf 93,8 Prozent gesteigert.

Die Diebstähle sanken um gut ein Viertel auf 715. Die Wohnungseinbrüche gingen nach 24,3 Prozent im Vorjahr erneut um 7,5 Prozent zurück. Im Landkreis wurden insgesamt 18 Wohnungseinbrüche angezeigt. Die Aufklärungsquote beträgt hier 16,7 Prozent. In zwölf der 18 Fälle scheiterte der Einbrecher.

1628 Tatverdächtige

Die 422 aufgenommenen Sachbeschädigungen stellten einen Rückgang um 17,1 Prozent dar. Bei der Rauschgiftkriminalität gab es einen Anstieg von 232 auf 285 Delikte.  Insgesamt ermittelte die Polizei 1628 Tatverdächtige. Hierbei überwiegen mit 79 Prozent die Männer. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 6,2 Prozent Verdächtige mehr.

Jugendkriminalität: 2017 wurden 387 Täter ermittelt, die jünger als 21 Jahre waren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl um 21 Prozent gestiegen. Gemessen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen sind 23 Prozent unter 21 Jahre.

Bei den 2105 geklärten Fällen traten 860 Personen in Erscheinung, die polizeilich bereits in der Vergangenheit als Täter überführt wurden. Somit sind 48,9 Prozent der Tatverdächtigen erstmalig aufgefallen. Nun ein Blick auf die Ausländerkriminalität: Gemessen an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen macht der Anteil der nichtdeutschen Täter mit 444 gut ein Viertel aus. 166 der nichtdeutschen Tatverdächtigen sind sogenannte Zuwanderer.  

Noch ein paar interessante Zahlen: 2018 fanden im Landkreis Kitzingen knapp 1100 Veranstaltungen – auf 231 Tage verteilt – statt. Darunter fallen die insgesamt 37 Weinfeste gleichermaßen wie diverse kleine Feste. 55 der Veranstaltungen wurden durch die Polizei Kitzingen betreut. 

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