VOLKACH

Tausende Besucher informieren sich über Kunst des Brennens

Hochprozentiges stand bei der Volkacher Messe Desta im Mittelpunkt. Beim Probieren erfuhren die Besucher nicht nur, wie Schnapstrinken die heimische Natur schützt.
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Die Obstvielfalt in natürlicher und in flüssiger Form lernten die Besucher auf der 12. Desta, der Messe edler Brände am Wochenende in der Volkacher Mainschleifenhalle kennen. Bei dem kurzweiligen Messetreff stand das Hochprozentige wieder einmal auf dem Prüfstand. Foto: Foto: Peter Pfannes

„Mit jedem Schluck Destillat betreiben die Verbraucher ein Stück Heimatschutz“, sagte Alois Gerig zum Auftakt der Desta in Volkach. Der Bundesvorsitzende der Klein- und Obstbrenner eröffnete am Samstag gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen die zwölfte Auflage der Messe edler Brände. Auf 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche in der Mainschleifenhalle machten 50 Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet das Desta-Erlebnis mit allen Sinnen spürbar.

Schon am Eröffnungstag tummelten sich unzählige Besucher im Mekka der Destillate, das die Stadt Volkach in Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Klein- und Obstbrennerverband und der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) wieder gut organisiert hatte.

Frankens Streuobstvielfalt stand im Mittelpunkt der diesjährigen Präsentation. Viele seltene Sorten von Äpfeln und Birnen konnten die Besucher dabei begutachten. Am Stand der LWG gab es jede Menge Informationen zur Verwertung des Streuobstes und zum Erhalt des landschaftsprägenden Kulturbiotops. Qualitativ hochwertige Edelbrände aus seltenen Obstsorten standen im Blickpunkt. Weil sich diese Brenner aus der breiten Masse der Obstbrand-Produzenten herausheben, gewinnen die Streuobstwiesen wieder an Wert, werden gepflegt und es wird auch wieder nachgepflanzt, so die Botschaft der LWG-Mitarbeiter.

Artenschutz sei wichtig, die Politik müsse sich das etwas kosten lassen, forderte Bundesvorsitzender Gerig. Die Desta sei eine großartige Plattform, auf der Brenner und Konsumenten mit Blick auf die Vielfalt des Lebens (Biodiversität) gut ins Gespräch kommen.

Volkachs Bürgermeister Peter Kornell stellte die Bedeutung von Streuobst und Insekten in den Fokus seiner Begrüßungsrede. „Wir müssen die biologische Vielfalt immer mehr in den Blick nehmen“, sagte der Hausherr. Die Desta habe mittlerweile ein großes Stammpublikum gefunden, was nicht zuletzt das Ergebnis einer funktionierenden Teamarbeit sei, wandte sich das Stadtoberhaupt an die Vertreter der Klein- und Obstbrenner sowie der LWG.

Ein dickes Lob bekamen Messeleiter Marco Maiberger und seine Mannschaft von Hubert Fröhlich. „Durch Ihre Arbeit hat die Desta in Volkach Hand und Fuß. Und sie macht Spaß“, betonte der Vorsitzende des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbands. Bevor die Ehrengäste zum Rundgang durch die Welt der Destillate starteten, erklärte Maiberger die Details. So waren diesmal Whiskey, Rum und Gin in vielen Variationen die Trendthemen.

Großer Resonanz erfreuten sich die Seminarangebote, die mittlerweile an drei Tagen im Rahmen der Desta stattfanden. Sie reichten vom Brennkurs bis zur Brennerei-Entdeckertour an der Mainschleife. Die 180 Seminarteilnehmer kamen aus ganz Deutschland, so Maiberger. Auch aus Luxemburg waren Leute angereist, die sich bei den Seminaren fortbilden ließen.

Als Höhepunkte der diesjährigen Desta bezeichnete Maiberger die Live-Aktionen in der Desta-Erlebniswelt mit regionalen Köchen und edlen Bränden. Unter dem Motto „Erleben und fühlen“ waren „Junge Wilde“ unter den Brennern in der Erlebniswelt im Einsatz. Sie plauderten über ihre pfiffigen Ideen und außergewöhnlichen Erzeugnisse. Mit Käse, Schokolade und anderen kulinarischen Verführungen wurde der Desta-Besuch für die Gäste zum kurzweiligen und nicht selten hochprozentigem Vergnügen. Für die fränkischen Brenner und vor allem für die Landwirte aus der Region, die in Handarbeit das Obst verarbeiten, war die Desta der Höhepunkt des Jahres. In zwei Jahren trifft man sich wieder.

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