Und dann war nur noch ein einziges, kollektives Strahlen. Mittendrin lächelte Tamara Bischof, die alte und neue Landrätin, umringt von Familie, Parteifreunden, Unterstützern. Sie schüttelte viele Hände, bedankte sich, nahm Glückwünsche entgegen. Der prognostizierte Sieg, er war eingetreten. Und so konnte es noch ein lockerer Abend werden bei der Wahlparty der Freien Wähler in der Lagerhalle in Marktbreit.

Locker und gelöst hatte sich der Gegenkandidat Rafiq Iqbal schon präsentiert, als er die ersten Ergebnisse auf dem großen Bildschirm im Landratsamt durchklickte.

Mit ihm schauten seine "Ziehväter" von Bündnis 90/Die Grünen und der ödp auf die Tabellen, die grün und orange leuchteten und von Beginn an ein klares Ergebnis vermuten ließen. So waren die einzelnen Städte und Ortschaften auf der Landkreis-Landkarte zwar fast alle orange eingefärbt, mit einzelnen Ergebnissen waren Rafiq Iqbal und seine Wahlkampftruppe aber mehr als zufrieden - und das blieb bis zum endgültigen Ergebnis so. "Wir freuen uns sehr über das Ergebnis", erklärte der Unterlegene, dass er sich nicht als Verlierer fühlt. "Wir konnten viele Impulse setzen und haben unser Ziel erreicht, dass Frau Bischof einige Wahlversprechen geben musste. Jetzt sind wir gespannt, was sie davon auch umsetzen wird."

Die faire Geste des Glückwunsches ließ er sich aber dennoch nicht entgehen.

"Ich gratuliere Frau Bischof, sie hat diese demokratische Wahl für sich entschieden." Nun sei er gespannt darauf, wie die großen Volksparteien reagierten. "Sie müssen nach vorne schauen und etwas tun, um den Nachwuchs aufzubauen. Er selbst wolle auf keinen Fall komplett vom politischen Parkett verschwinden, sondern auch weiterhin Akzente setzen. "Jetzt freuen wir uns aber erst einmal über das tolle Ergebnis, feiern heute Abend in der großen Runde des Wahlkampfteams und lassen die vergangenen Wochen Revue passieren."
Das tat auch Landrätin Tamara Bischof in Marktbreit. "Die letzten Tage vor der Wahl waren sehr anstrengend, und so war ich sehr glücklich, als heute die ersten Ergebnisse eingelaufen sind." Das Lächeln ging denn auch kaum mehr aus ihrem Gesicht, und spätestens, als die Musiker vom Franken-Sextett ihr umgedichtetes "Tamara"-Lied anstimmten und der ganze Saal miteinstieg, war alle Anspannung von ihr abgefallen. "Wir Freien Wähler sind eine große Familie - das ist ein großer Schatz, den ich da habe", erklärte sie in ihrer Euphorie, die anfangs fast ein bisschen zu groß schien. "Bin ich zu laut?", fragte sie, als sie nach ihren ersten Worten winkende Zeichen aus dem Hintergrund erblickte. Wer wollte es ihr verübeln, schließlich hatte sie gerade einen großen Sieg errungen. "Das ist ein großartiger Vertrauensbeweis, und ich danke Euch allen dafür", wand sie sich nicht nur an ihr Wahlkampf-Team, sondern an ihre Wähler.

So soll sie auch in den nächsten siebeneinhalb Jahren der "wahre Leuchtturm" sein, den Landtagsabgeordneter Günther Felbinger heraufbeschwor.

In seinen Glückwünschen nannte er Tamara Bischof "das Aushängeschild" der Freien Wähler, das es immer wieder schafft, "alle anderen mitzureißen". Auch der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Josef Mend, bei dem Tamara Bischof die Stunden der Auszählung verbrachte, bat die Landrätin: "Bleib einfach unsere Tamara, und so wie Du bist". Es habe sich an diesem Abend schnell ein "relativ gutes Glücksgefühl" eingestellt, das er dann auch gerne mit allen Gästen feiern wollte.
Erster Gratulant in Marktbreit war aber der Kreisvorsitzende Paul Streng gewesen. "Sie versieht ihr Amt mit Herz und Verstand und ist damit ein echter Glücksfall für den Landkreis." Dafür gab es dann auch nicht nur die stehenden Ovationen, sondern auch eine Torte für die Frau, die "bei Süßem nicht widerstehen kann."