MÜNSTERSCHWARZACH

Tagung über Essen und Trinken im Märchen

„Bratenwunder, süßer Brei – oder Menschenfresserei?“ - mit diesem Thema beschäftigen sich Märchen-Experten in der Abtei Münsterschwarzach. Preise werden auch verliehen.
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Die Märchen-Stiftung Walter Kahn habe bislang fast jedes gesellschaftliche Thema auf Märchen herunterbrechen können, sagt die Freiburger Professorin Sabine Wienker-Piepho. So ist es auch bei der diesjährigen Tagung. Sie findet von Mittwoch bis Freitag, 12. bis 14. Oktober, in der Abtei Münsterschwarzach (Lkr. Kitzingen) statt und dreht sich um Essen und Trinken im Märchen beziehungsweise um „Bratenwunder, süßer Brei – oder Menschenfresserei?“

Sabine Wienker-Piepho ist Mitglied im Vorstand der Märchen-Stiftung, die in Volkach beheimatet ist. Beispiele zum Tagungsthema finden sich laut der Volkskundlerin auch in den Grimm'schen Märchen, sei es das Raspelbrot in „Die goldene Gans“ oder „die steinharten Kartoffelklöße, die es bei der Wassernixe zu essen gibt“. Näher betrachtet werden in den Vorträgen zudem „Speisewunder und Wunderspeisen“ aus religionsgeschichtlicher Sicht oder „Die Ratte in der Pizza – moderne Sagen vom Essen und Trinken“.

Am 13. Oktober findet ab 18 Uhr der Festakt mit den Preisverleihungen im Schelfenhaus in Volkach statt. Der mit 5000 Euro dotierte Europäische Märchenpreis 2016 geht an den Volkskunde- und Germanistikprofessor Hermann Bausinger (Uni Tübingen) für „seine lebenslange Leistung in Sachen Erzähl- und Märchenforschung“. Ute Hager (Uni Passau) erhält den Lutz-Röhrich-Preis für ihre Masterarbeit über eine literaturgeografische Betrachtung der Wälder in den Grimm-Märchen. Florian Schütz (Uni Jena) wird mit dem „Gesonderten Förderpreis“ ausgezeichnet für seine Masterarbeit „Zauberfüchse zwischen Bits und Bytes. Wie viel narratives Erbe steckt in Videospielen?“

Informationen im Internet unter: www.maerchen-stiftung.de

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