MARKTSTEFT

Stimmungsvolle Andacht zum 140-jährigen Bestehen

(ro) Ihren 140. Geburtstag beging die Marktstefter Feuerwehr am Wochenende mit einer eindrucksvollen Feier.
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Mit einer Andacht und dem Totengedenken auf dem Friedhof sowie einem Festabend beging die Marktstefter Feuerwehr die Feier ihres 140-jährigen Bestehens. Foto: Foto: ROBERT HAASs

„Die Feuerwehr steht bereit, 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr.“ Der Satz des Marktstefter Feuerwehrkommandanten, gesprochen anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten der Marktstefter Feuerwehr kann um eine weitere Zahl ergänzt werden: Und das seit 140 Jahren.

Denn seit 140 Jahren gibt es die Marktstefter Feuerwehr: Grund genug für einen Festabend, der neben Rück- und Ausblick auch ein außergewöhnlich feierliches Totengedenken beinhaltete.

Nach dem Sektempfang in der Mehrzweckhalle bewegte sich ein festlicher Zug mit den Feuerwehrleuten, Bürgermeister und Stadträten, Fahnenabordnungen der Vereine, angeführt von den Spessart Highlanders (einer traditionellen schottischen Dudelsackband) zum Friedhof, um der toten Kameraden zu gedenken. Wie sehr die Feuerwehr in Marktsteft verwurzelt ist, zeigte die große Zahl der Besucher auf dem Friedhof. Die Plätze unter den Arkaden reichten nicht aus, etliche Teilnehmer mussten stehen.

Ergreifender Moment

Pfarrer Peter Stier zelebrierte die festliche Andacht mit Totengedenken unter dem Motto „Christliche Hoffnung angesichts von Tod und Vergänglichkeit“ von der Friedhofskanzel aus. Es war, so Stier, eine bewusste Entscheidung gewesen, diese Andacht auf dem Friedhof zu halten, auf dem wohl die meisten der verstorbenen ehemaligen Kameraden der Feuerwehr ihre letzte Ruhe gefunden haben. Passend dazu das Lied „Auld Lang Syne“, zu Deutsch „Nehmt Abschied, Brüder“, das traditionell zum Gedenken an die Toten gespielt wird. Dargebracht von fünf Dudelsackspielern und drei Schlagzeugern – ein ergreifender Moment.

Zurück in der Mehrzweckhalle blickte Vorsitzender Simon Matthäus auf die Gründungszeit der Marktstefter Wehr zurück. Ein erster Gründungsversuch 1869 durch den Turnverein scheiterte an der Gemeindeverwaltung, wurde aber im gleichen Jahr noch vom Bezirksamt als Pflichtfeuerwehrmannschaft angeordnet. Bei einer Übung einige Jahre später zeigt sich allerdings, dass es eher ein Haufen ohne Organisation war.

Um das zu ändern, schlossen sich Mitte 1876 45 Mann aus Marktsteft zusammen und gründeten eine freiwillige Feuerwehr. Die, so Matthäus, übte fleißig, kleidete sich selbst ein und war allmählich imstande, sich eine bessere Ausrüstung anzuschaffen, was angesichts der Einsätze in den ersten Jahren auch durchaus nötig war.

Wie viel sich im Bereich der Feuerwehr in den vergangenen 140 Jahren geändert hat, machte Kommandant Dirk Albrecht deutlich. Da ist natürlich das Feuerwehrhaus, das 1990 eingeweiht werden konnte. Die Stadt ist sichtbar gewachsen, Gewerbe- und Baugebiete, eine Tankstelle, sowie auch der gestiegene Verkehr haben deutlichen Einfluss auf den „Dienstbetrieb“ der Freiwilligen Feuerwehr.

Aber nach all den Jahren ist die große Angst eines Kommandanten nie eingetroffen: Beim Einsatz alleine vor dem Feuerwehrhaus zu stehen. Auch heute gibt es noch immer 42 Aktive in Marktsteft.

Und wie es sich für einen rührigen Feuerwehrverein gehört, hortet der nicht das Geld, das bei den vielen Veranstaltungen, die das Gemeindeleben bereichern, angesammelt wird. Er investiert es in die Ausrüstung der Wehr. So auch am Sonntagabend, als Vorsitzender Simon Matthäus 20 neue Feuerwehrhelme im Wert von 4500 Euro an Kommandant Dirk Albrecht und Bürgermeister Thomas Reichert überreichte.

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