IPHOFEN

Steigerwaldklub Iphofen vor der Auflösung

Der eigenständige Steigerwaldklub Iphofen-Kitzingen steht weiter auf der Kippe. Das gilt auch nach der jüngsten Versammlung
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Keine guten Aussichten gibt es für den Steigerwaldklub Iphofen. Foto: Archivfoto: Frank Weichhan

„Für mich wäre es das einfachste, wenn ihr als eigenständiger Steigerwaldklub bestehen bleibt“, legte Horst Altenhöfer am Dienstag den Mitgliedern des Steigerwaldklubs Iphofen-Kitzingen ans Herz.

„Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen.“
Volker Dungs Ehemaliger Vorsitzender

Der Verein hat sich Ende vergangenen Jahres nach dem Rücktritt der kompletten Vorstandsriege formell aufgelöst, aber hatte jetzt noch eine Galgenfrist, die laut dem ehemaligen Vorsitzenden Volker Dungs bis nächste Woche reiche. „Wenn sich bis Montag nichts mehr tut, dann werde ich unser Geld dem Hauptverein überweisen, das wars dann endgültig mit unserem Verein“, beschrieb Dungs die letzte Konsequenz.

Dieser Umstand erschreckte einige Mitglieder bei einer letzten Versammlung am Dienstag, dennoch fruchteten viele Appelle von Volker Dungs nicht. Auch Wanderwart Siegfried März winkte erneut ab als ein Vorsitzender händeringend gesucht wurde. Horst Altenhöfer wandte ein, dass die Organisation von Wanderungen die größte Arbeit sei, während sich die Funktionen eines Vorsitzenden oder Kassiers nicht annähernd so umfangreich im Arbeitsaufwand darstellen würden.

Altenhöfer versuchte sich als Brückenbauer, um mit der Vergabe von Arbeiten und Posten an einzelne Personen doch noch jemanden dazu zu bewegen, sich als Vorsitzender zur Wahl zu stellen. „Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen“, gab sich Volker Dungs nach einer Stunde Sitzung und den endgültigen Abgesang vor Augen ernüchtert.

Wie Volker Dungs ausführte, habe er in der Mitgliederversammlung am 15. November den Auftrag erhalten, Möglichkeiten zur weiteren Existenz des Vereins mit seinen aktuell noch 51 Mitgliedfern auszuloten. Seitdem habe er mehrere Gespräche geführt mit den Verantwortlichen des Turn- und Sportvereins (TSV). In den Gesprächen hätte sich eine Option ergeben, die vor allem der langjährige TSV-Kassier Horst Altenhöfer maßgeblich unterstützt habe. Es habe sich die Chance aufgetan, dass der Steigerwaldklub eine neue Abteilung im TSV werden könnte und Horst Altenhöfer hätte sich bereit erklärt, den Vorsitz der Abteilung zu übernehmen. Dieser Variante hätte auch der Steigerwaldklub-Hauptverein zugestimmt. Doch auf der Zielgeraden habe die TSV-Vorstandsriege einen Rückzieher gemacht und seitdem seien die Perspektiven ziemlich mau geworden.

Volker Dungs gab zu bedenken, dass er bis zur endgültigen Abwicklung des Vereins für die Finanzmittel des Vereins persönlich haften müsse. Denn laut der Satzung des Steigerwaldklubs müssten alle Gelder des Zweigvereins an den Hauptverein abgeführt werden und kein Euro blieb in Iphofen. „Die kriegen einen Haufen Geld“, warf die ehemalige Kassenwartin Eva Dülk ein, denn der Verein habe über 5000 Euro Vermögen. „Mir geht es gar nicht ums Geld, mehr um die 110 Jahre Tradition unseres Vereins“, reagierte Ernst Seufert auf Dülks Information.

Wenn jemand aus den Reihen der Iphöfer Mitglieder im Steigerwaldklub bleiben wolle, dann blieben nur die Optionen, dem Hauptverein als Einzelmitglieder beizutreten oder sich dem Nenzenheimer Zweigverein anzuschließen. Ansonsten bliebe nur noch der Beitritt beim TSV, um unter Altenhöfers Regie eine Wandergruppe statt einer Abteilung zu bilden, wie Volker Dungs aufzeigte.

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