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KITZINGEN

Stehender Applaus für ein gelungenes Konzert

Brahms Deutsches Requiem: Was passt besser zum Volkstrauertag als dieses gewaltige Werk für Chor, Orchester und Solisten. Das Kitzinger Publikum war beeindruckt.
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Dekan Hanspeter Kern bedankt sich bei Martin Blaufelder, Anna Nesyba und Uwe Schenker-Primus (von links) für eine gelungene Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms am Sonntagabend in der evangelischen Stadtkirche Kitzingen mit dem Chor der Paul-Eber Kantorei und dem Consortium musicale Würzburg. FOTO: Robert Haaß

Brahms Deutsches Requiem: Was passt besser zum Volkstrauertag als dieses gewaltige Werk für Chor, Orchester und Solisten. Das erklang am Sonntagabend in der evangelischen Stadtkirche in Kitzingen und wurde nach knapp anderthalb Stunden mit großem Beifall gefeiert. Dekanatskantor Martin Blaufelder gelang es, die am Abend Beteiligten harmonisch zusammen zu führen.

Schon in der kurzen Einführung und Begrüßung machte Dekan Hanspeter Kern klar: Das Brahmsche ist kein „normales“ Requiem, keine „Liturgie einer Totenmesse“. „Es sind Stücke der Zuversicht, die heute Abend aufgeführt werden“, so Kern. Die Texte in deutscher Sprache aus dem alten und neuen Testament der Lutherbibel werden kombiniert mit Musik „den Lebenden zum Trost“.

Trauer, Abschied – das ist immer mit Schmerz verbunden. Nicht nur seelischen Schmerz, oft auch körperlichen. Brahms Musik spiegelt das bei allem Trost wieder und Blaufelder schafft es mit seinem Chor, der Paul-Eber Kantorei und den Consortium musicale Würzburg, diesen Schmerz aufs Publikum zu übertragen – mit einer Steigerung fast bis zum unerträglich Lauten. Das aber sofort wieder zurück genommen wird, um in der Schönheit der Melodik des Komponisten trostvoll zu verklingen.

Keine Schwächen gezeigt

Es war viel Arbeit für einen Chor, der kaum Verschnaufpausen hat: Bei Brahms gibt es keine Arien für die Solisten und nur wenige Passagen des Orchesters ohne den Chor. Trotzdem schaffen es die Laienmusiker die Spannung über die gesamt Aufführung zu behalten, zeigen keine Schwächen, sind immer beim Dirigenten und können auch in den leisesten Passagen überzeugen.

Die Solisten sind Teil der Gesamtarchitektur und stehen im Dialog mit dem Chor. Uwe Schenker-Primus kräftig, ohne Pathos und immer verständlich. Anna Nesyba mit klarem, hellem Sopran das Publikum anrührend. Dazu das Consortium musicale Würzburg, das die solide Basis für den gelungenen Abend stellte.

Am Ende erst kurze Stille im Kirchenraum, dann langer und stehender Beifall für ein tolles Konzert, das ein tief berührtes und begeistertes Publikum zurück ließ.

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