Kitzingen

Startschuss für Generalsanierung

Es wird ernst mit der Generalsanierung der Fach- und Berufsoberschule in Kitzingen. Die erste Aufträge sind vergeben, Anfang Juli startet das 3,5 Millionen-Projekt.
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In einem Musterzimmer ist aber schon mal zu sehen, welche Mittel beim Unterricht in Zukunft der FOS/BOS zur Verfügung stehen. Zum Beispiel ein Visu-Board mit interaktivem Beamer, dessen Technik Hausmeister Florian Oster Landrätin Tamara Bischof und dem Kreisrat und ehemaligen Lehrer, Alfred Rückel (rechts) erklärt. FOTO: Siegfried Sebelka

Es wird ernst mit der Generalsanierung der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in Kitzingen. Am Montag hat der Schulausschuss des Kreistags Aufträge in Höhe vorn fast zwei Millionen Euro abgesegnet. Für insgesamt knapp 3,5 Millionen Euro soll die über 40 Jahre alte Schule im Schulzentrum auf Vordermann gebracht werden.

„Sehr sportlich, aber machbemachbar.“ So hat Architekt Sebastian Schäfer den „straffen Zeitplan“ für die Innensanierung des Gebäudes in der Thomas-Ehemann-Straße bezeichnet. Das Ziel: Fertigstellung zum Schuljahresbeginn 2017/2018, also in gut einem Jahr.

Nach dem Abi gehts los

Los gehen soll es nach dem Worten vor Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner nach dem Abschluss der Abiturprüfungen Anfang Juni. Wie Schäfer sagte, werden dann die Räume im zweiten Obergeschoss nicht mehr gebraucht. „Wir machen die Türe zu und gehen relativ ruhig an die Arbeit“, sagte der Architekt. Ende Juli bis zum 15. September geht es den in den großen Ferien in die Vollen.

Der nächste Schritt ist das Erdgeschoss mit den ehemaligen Werkstatträumen und den WC-Anlage. Insgesamt soll das Projekt in fünf Bauabschnitten über die Bühne gehen. Und zwar so, dass es keine Beschwerdeanrufe geben wird, wie Schäfer auf Nachfrage von Landrätin Tamara Bischof zusagte.

Gattenlöhner hatte die neuesten Zahlen von der Regierung von Unterfranken dabei. Danach wird das Projekt mit 55 Prozent gefördert. Bisher waren es bei Schulsanierungen des Landkreises in der Regel zwischen 42 und 45 Prozent. „Erfreulich“, sagte die Landrätin, „aber auch nur recht und billig“. Immerhin würden Schulsanierung in anderen Landkreisen schon mal mit bis zu 70 Prozent gefördert.

Erfreulich auch das Ergebnis der Ausschreibung. Das erste Paket hat von den Elektroarbeiten bis zur Gebäudetechnik 16 Gewerke. 14 sind vergeben. Das Interesse an der Ausschreibung war sehr unterschiedlich. Für manche Arbeiten gab es auf Anhieb überhaupt keinen Interessenten, um andere stritten sich 19 Bewerber.

Unterm Strich hat der Kreis bisher fast 500 000 Euro gegenüber der Kostenberechnung in Höhe von gut 1,9 Millionen Euro „gespart“. „Ein Polster, das wir womöglich noch gut brauchen werden“, sagte Abteilungsleiter Matthias Will. Bei Generalsanierungen bei laufendem Betrieb sei alles möglich. Das gute Ergebnis führen Bischof und Will vor allem auf das Prinzip des Landkreises zurück, alle Aufträge öffentlich auszuschreiben und auf beschränkte Ausschreibungen zu verzichten. Damit sei der Landkreis immer gut gefahren, sagte Bischof. Zuletzt hat die Generalsanierung des Gymnasiums Marktbreit rund eine Million Euro weniger gekostet als veranschlagt.

Nach den Vergaben steht dem Baubeginn nichts mehr im Weg. Der Grundsatzbeschluss war im Kreistag einstimmig gefasst worden. Die Botschaft damals wie heute: Der an der FOS/BOS angebotene Weg zum Fachabitur oder Abitur muss erhalten werden. Die Schule ist ein wichtiger Baustein in der Schullandschaft des Landkreises und der ist in gut einem Jahr auf dem neuesten Stand.

FOS/BOS

Start: Die Staatliche Fachoberschule Kitzingen, jetzt Staatliche Berufliche Oberschule Kitzingen (Fachoberschule und Berufsoberschule), nahm als eine der ersten Fachoberschulen in Bayern im Herbst 1970 ihren Betrieb auf.

Zuständigkeit: Am 1. Januar 1976 hat der Landkreis Kitzingen die Sachaufwandsträgerschaft übernommen. 1979 wurde mit dem Neubau begonnen, 1980 ging er in Betrieb.

Die Maßnahme: Die jetzt anlaufende Sanierung ist der letzten Schritt zur runderneuerten FOS/BOS. Von außen ist das Gebäude energetisch im Zug des Konjunkturpakets saniert worden. Auch das Dach ist erneuert. Damit ist die Außensanierung abgeschlossen. Zudem wird die Schule über die moderne Heizanlage des Schulzentrums mitversorgt. Was bleibt, ist die komplett überholte Technik sowie die aus den 80er Jahre stammenden Toilettenanlagen und Inneneinrichtungen.

Schülerzahlen: Bis Ende der 90er Jahre gingen durchschnittlich 315 Schüler pro Schuljahr zur Schule. Ab dem Jahr 2000 stiegen die Schülerzahlen explosionsartig an, da die städtische Schule in Würzburg massive Eingangsbeschränkungen erließen. Zum Schuljahresbeginn 2013/14 ging die neue Staatliche Fach- und Berufsoberschule in Würzburg in Betrieb. Die Kitzinger Zahlen haben sich eingependelt. Derzeit besuchen 386 Schüler in 16 Klassen die Staatliche Berufliche Oberschule Kitzingen. Die Zukunft der Schule gilt als gesichert.



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