Marktbreit

Standpunkt: Unbequem aber lohnenswert

Der Landkreis Kitzingen intensiviert seine Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es ist überfällig, dass der Umwelt der gleiche Stellenwert eingeräumt wird wie der Wirtschaftsförderung.
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Die Teich-Kläranlage in Buch (im Vordergrund) muss dringend saniert werden. Der Gemeinderat Theres erteilte dem Büro ?Akut Umweltschutz Ingenieure Burkard und Partner? den Auftrag, zwei Varianten auszuarbeiten. FOTO Ulrike Langer Foto: Ulrike Langer

Der Landkreis Kitzingen intensiviert seine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Es ist überfällig, dass dem Thema Umwelt der gleiche Stellenwert eingeräumt wird, wie zum Beispiel der Wirtschaftsförderung. Und dass Umweltbildung in der lokalen Politik verankert wird. Ein gleichnamiges Weltaktionsprogramm der Unesco wurde schließlich bereits 2005 beschlossen. An Initiativen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit mangelt es nicht: Im ganzen Landkreis findet man Kurse, Naturführungen, Ausstellungen oder Informationsmaterialien. Trotzdem ist Naturschutz noch nicht in allen Köpfen angekommen. Sobald Eigeninteressen und die Macht der Gewohnheit mit Ansprüchen der Umwelt kollidieren, wird Nachhaltigkeit unbequem. Ein kurzfristiger Vorteil ist meist überzeugender. Gerade deshalb ist Umweltbildung eine öffentliche Aufgabe.

Wenn es es eine zentrale Stelle gibt, könnte das Thema regional verankert werden. Argumente müssen gefunden werden, warum es sich lohnt, nachhaltig zu leben. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit kann vor Augen führen, welche Vorteile der Einzelne hat. Die Auftaktveranstaltung im Marktbreiter Gymnasium mit rund 70 politischen Entscheidungsträgern, Multiplikatoren und Privatpersonen hat gezeigt, dass ein Umdenken eingesetzt hat. Hier kann man weitermachen. Ein Handlungskonzept für BNE ist ein erster Schritt; vielleicht folgt ja das Umweltbildungszentrum.

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