FUSSBALL: TOTO-POKAL

Zwei Nachbarn in misslicher Lage

Wiesentheid und Geesdorf treffen sich im Pokalwettbewerb zum immergrünen Duell. Vor allem der Trainer des einen spricht vom anderen Klub mit viel Respekt.
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FC Geesdorf
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Es ist die Begegnung zweier Kellerkinder. Tief in der Krise stecken derzeit die Fußball-Bezirksligisten FC Geesdorf und TSV-DJK Wiesentheid, zumindest aus sportlicher Sicht: die einen, Geesdorf, nach fünf Auftritten weiter sieglos und am Wochenende mit dem dritten Remis in Folge zumindest stabil geblieben; die anderen, Wiesentheid, mit einem 0:5 die nächste Leistungstiefe auslotend. Was ist da los bei zwei Mannschaften, die in der Saison zuvor zumindest am oberen Tabellendrittel kratzten? Und die an diesem Mittwoch (18 Uhr) im Toto-Pokal-Wettbewerb aufeinanderprallen.

Vielleicht würden anderswo schon die Alarmglocken schrillen. In Geesdorf und Wiesentheid, geographisch keine zwei Kilometer auseinander, ist von Panik nichts zu spüren. Weshalb auch? Die Klubs wissen um ihre Herausforderung, die sie zu bewältigen haben. Geesdorfs Spielertrainer Hassan Rmeithi hat schon vor der Saison geahnt, was seiner Mannschaft wohl blühen werde. Die ersten Wochen, in denen die personellen Probleme am größten sind, müsse man irgendwie überstehen. Und in Wiesentheid hält sich der neue Trainer Stefan Schöler ohnehin nicht mit schnöden Zahlen auf, die eine Tabelle aussagt. Er denkt in anderen Kategorien.

Platz drei oder Platz sieben? „Solche Ziele interessieren mich nicht. Das ist nicht meine Welt.“ Dem 47-Jährigen, der vorher die A-Jugend des Vereins trainierte, geht es um die großen Linien. Es geht ihm um die Weiterentwicklung von Klub und Team.

In diesem Geist wird er nun auch den Status quo moderieren. Wichtig sind ihm Mut und Leidenschaft, Ein-satz und Begeisterung, Werte, wie sie die letzten Jahre der direkte Nachbar verkörperte. Einigermaßen fasziniert blickt Schöler auf die Entwicklung in Geesdorf, die sich zuletzt weniger an Tabellenplätzen festmachen ließ. Der Klub aus dem 340-Seelen-Ortsteil hat sich in jüngerer Zeit immer mal wieder daran gemacht, dem Rivalen auf Augenhöhe zu begegnen oder gar den Rang abzulaufen.

Ehe sich die beiden Klubs Anfang Oktober im Kampf um Punkte in der Liga begegnen, geht es nun im Pokal schon mal um Prestige. Es ist ein immergrünes Duell, das von der Spannung und kleinen Spitzen lebt. Aber ob es den Vereinen derzeit so gelegen kommt? Zumindest bietet es beiden die Gelegenheit, ihre missliche Lage ein wenig aufzuhübschen und in der Liga mit mehr Selbstvertrauen voranzuschreiten.

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