GEWICHTHEBEN

Zwei Kitzinger bei WM im eigenen Land

Nach den Strapazen des Sommers wartet auf Karl-Heinz Schwenkert und Thomas Stöhr die Ernte. Die gereiften Heber genießen eine „Meisterschaft der Superlative“.
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Karl-Heinz Schwenkert vom KSV Kitzingen steht bei der WM seinen Mann. Foto: Foto: Michael Fischer

Die Chance, eine Weltmeisterschaft im eigenen Land zu besuchen, bekommt nicht jeder Sportler. Karl-Heinz Schwenkert und Thomas Stöhr, die beiden Gewichtheber des KSV Kitzingen, wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und hatten den Sommer über durchtrainiert. Vergangene Woche wartete nun die WM der Gewichtheber über 35 Jahre beim TSV Heinsheim in Baden-Württemberg.

Für die routinierten Heinsheimer war es nach der Europameisterschaft 2006 und 2011 der dritte internationale Großwettkampf mit mehr als 900 Meldungen. Die Veranstaltung begann bereits am 30. September und ging über neun Tage. Gehoben wurde in den Alters- und Gewichtsklassen des internationalen Gewichtheberverbandes IWF, wobei jeden Tag zwei Altersklassen von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends an den Start gingen.

Schwenkert auf Rang acht

Mit seiner Qualifikationsnorm war Karl-Heinz Schwenkert auf Platz dreizehn von achtzehn Startern der Gewichtsklasse bis 77 Kilo Körpergewicht gemeldet. Er startete mit nur einem Fehlversuch mit 60 Kilo im Reißen und 77 Kilo im Stoßen. Fred Lowe aus den USA überbot Schwenkert mit 64 Kilo im Reißen, blieb aber mit 76 Kilo im Stoßen hinter ihm. In der Gesamtwertung ergab das 140 Kilogramm, mit denen der Nordamerikaner sich vor dem Deutschen platzierte.

Der Rang hinter Schwenkert ging mit 55 Kilo im Reißen und 80 Kilo im Stoßen an den Dänen Erik Lennert. Am Ende kam der Kitzinger mit 137 Kilo im Zweikampf auf Platz acht der verbleibenden vierzehn Teilnehmer. Gewonnen hat die Klasse der Männer zwischen 65 und 70 Jahren der Franzose Roland Chavigny mit 196 Kilogramm im Zweikampf.

Stöhr ging am letzten Tag der Veranstaltung an die Hantel. Er hatte sich im Frühjahr genau mit der Mindestleistung qualifiziert und war damit auf dem letzten Startplatz gemeldet. Bereits beim Wiegen war zu sehen, dass es zahlreiche Ausfälle bei den 35- bis 40-Jährigen gab und nur noch sieben Starter in der Klasse bis 77 Kilo Körpergewicht übrig blieben. Trotz drei gültiger Versuche im Reißen und guten 92 Kilogramm blieb Stöhr um drei Kilo hinter dem Südafrikaner Allan Knoetze und dem Franzosen Jeremie Pailhes zurück, die beide 95 Kilogramm erreichten.

Im Stoßen bewältigte Stöhr 109 Kilo im zweiten Versuch. Den dritten Versuch an 112 Kilo konnte er noch umsetzen, scheiterte dann aber im Ausstoßen. Der Franzose sowie der Südafrikaner bewältigten jeweils 120 Kilo und erreichten 215 Kilogramm im Zweikampf. Stöhr fiel mit 201 Kilogramm auf den letzten Platz. Sieger dieser Klasse wurde der Ungar Tibor Kajary mit 253 Kilo.

So viele Teilnehmer wie nie

„Insgesamt war die Weltmeisterschaft der Master-Gewichtheber eine sehr gut ausgerichtete Meisterschaft der Superlative mit so vielen Teilnehmern wie noch nie zuvor“, heißt es in der Pressemitteilung des KSV Kitzingen. Mit mehr als 800 Heberinnen und Hebern, darunter der deutsche Olympiateilnehmer Almir Velagic (Platz 9 bei Olympia 2016), gehobenen Weltrekorden und über 150 Helfern habe sich Deutschland sehr gut präsentiert. „Für die beiden Kitzinger, die das Heimspiel im eigenen Land nutzten, um Erfahrung auf internationaler Bühne zu sammeln und gegen ehemalige Weltmeister zu heben, waren Platz sieben und acht besser als die Zielsetzung zu Beginn der Weltmeisterschaft“, heißt es vom Verein.

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