FUßBALL: KREISLIGA

Zu wenige Lichtblicke

Für Außenstehende überraschend stecken die Giebelstadter Kicker mitten im Abstiegskampf. Für Trainer Dominic Dorsch nicht. Er nennt die Gründe.
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Das freundliche Gesicht von Giebelstadts Trainer Dominic Dorsch passt zur Vorbereitung auf die Rest-Saison. Jetzt müssen seine Schützlinge die Leistung nur noch auf den Platz bringen. Foto: Foto: Hans Will

Selten standen die Giebelstädter Fußballer seit ihrer Rückkehr in die Kreisliga vor fünfeinhalb Jahren so schlecht da wie in dieser Runde. Nur 14 Punkte holten die Schwarz-Gelben in der ersten Saisonhälfte und überwintern mit dieser Bilanz wenig überraschend auf einem Abstiegsplatz. Dass es in dieser Spielzeit eng werden würde, hatte auch Übungsleiter Dominic Dorsch erwartet, dass sich seine Truppe so schwach präsentiert aber nicht.

Doch das hat Gründe. Die Ursprünge des diesjährigen Negativtrends sind in der Vorsaison zu suchen. Zwischenzeitlich – nach zwölf Spieltagen – lagen die Giebelstädter sogar in Schlagdistanz zur Tabellenspitze, ehe der Einbruch kam. Und diesen konnten die Dorsch-Mannen bis heute nicht wirklich stoppen. Bereits in der Vorsaison rissen sich die Zeka-Brüder das Kreuzband. Luan Kadrija fiel weg, ebenso Brian Vincent. Ausfälle, die die Spielvereinigung nicht kompensieren konnte, auch nicht im Sommer. „Wir hatten kaum Neuzugänge und ersetzten die fehlende Qualität nicht adäquat. Daher war mir bewusst, dass es gegen den Abstieg gehen wird“, schätzte der Übungsleiter die Situation bereits vor Saisonbeginn realistisch ein.

Erschwerend kam hinzu, dass einerseits die Liga nochmals deutlich stärker wurde durch die drei Aufsteiger aus Sickershausen, Bütthard und Estenfeld sowie die beiden Bezirksliga-Absteiger aus Schwarzach und Kitzingen. Andererseits blieb den Schwarz-Gelben das Verletzungspech treu. Mit ihrem Torjäger vom Dienst, Benjamin Kemmer, Philipp Deppisch, Ferdinand Lunz oder Michael Kutz musste Dorsch große Teile der ersten Saisonhälfte auf weitere Leistungsträger verzichten. „So war leider nicht mehr drin. Wir waren schlichtweg zu dünn und zu schwach aufgestellt“, resümiert der Übungsleiter ernüchtert.

Dementsprechend liest sich auch die bisherige Saisonbilanz. Mit 58 Gegentoren verfügen die Giebelstädter über die Schießbude der Liga, was Dorsch vor allem auf die ständigen Personalwechsel im Tor und in der Abwehr zurückführt. Dazu haben die Schwarz-Gelben mit die meisten Niederlagen (12) aller Teams kassiert und teils herbe Klatschen einstecken müssen wie gegen Heidingsfeld (0:6), Bütthard (1:6), Sickershausen (2:6) oder Sonderhofen (0:5). „Solche Ergebnisse tun schon sehr weh, besonders mir als gebürtigem Giebelstädter, für den es eine Herzensangelegenheit ist und große Freude, die erste Mannschaft hier trainieren zu dürfen“, gibt der im Umfeld viel gescholtene Trainer ehrlich zu. Das Positive werde dagegen kaum wahrgenommen.

Seine Schützlinge lieferten auch einige Lichtblicke wie die Erfolge gegen die Absteiger Bayern Kitzingen oder SC Schwarzach. „Wir sind durchaus konkurrenzfähig und können mithalten, rufen unser Potenzial, das noch immer vorhanden ist, aber leider zu selten ab“, so Dorsch, der die Seinen süffisant als „Robin Hood der Kreisliga“ bezeichnet. Denn auch gegen den FC Eibelstadt gelang den Schwarz-Gelben ein überraschendes, aber verdientes Unentschieden. Im Tabellenkeller hingegen punktete die Spielvereinigung nur gegen die DJK Würzburg und den SB Versbach.

Doch genau das soll sich in den verbleibenden Spielen ändern. Zwar fehlen bis zur Bestbesetzung noch einige wichtige Akteure, doch aufgrund einiger Rückkehrer sei die Hoffnung sehr groß, den Klassenerhalt zu schaffen. Zudem verstärkten Omar Cisse aus Randersacker, Andrei Vlad aus Kleinrinderfeld und der ehemalige Uettinger Julian Eckert den Kader. „Die Jungs haben eine richtig gute Vorbereitung hingelegt und sind gewillt, das Ruder herumzureißen“, geht Dorsch guter Dinge in die kommenden Wochen. Denn die Giebelstädter dürfen viermal in Folge zu Hause ran und empfangen dabei nach Bayern Kitzingen am Sonntag drei direkte Kontrahenten um den Klassenerhalt (TSV Güntersleben, TSG Estenfeld, TSV Reichenberg). „Aus diesen Spielen sollten wir möglichst neun Punkte holen“, so der Übungsleiter, der gegen den Tabellendritten ein torreiches Spiel erwartet. Hoffentlich mit dem besseren Ende für die Giebelstädter, um zur Aufholjagd blasen zu können.

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