BILLARD

Wilde Zeiten in Las Vegas

Die Wild Seventies gewinnen bei der Weltmeisterschaft die Trostrunde – und bereiten sich schon auf die nächste Reise nach Las Vegas vor.
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Die Kitzinger Wild Seventies sind (von links) Gerhard Klöber, Michael Luckert, Berat Arifi, Walter Lauth, Marco Stöcklein, Christoph Spall, Christian Gehrsitz, Udo Schieder und Tobias Schunder. Foto: Foto: Hartmut Hess
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Der Traum von Las Vegas hat sich für die Billard-Mannschaft der Wild Seventies erfüllt, die in der „Sportsbar“ in der Kitzinger Rosenstraße ihre sportliche Heimat haben. Sie hatten sich im vergangenen Jahr die Tickets für die Billardweltmeisterschaft im US-Spielerparadies verdient und legten dort „recht ordentliche Leistungen“ hin, wie Walter Lauth sagte.

In Las Vegas vertraten die Kitzinger die Farben des Deutschen Sportautomatenbunds (DSAB) in der Regular-Klasse, in der alle Mannschaften eingruppiert werden, die erstmals an der WM teilnehmen. In allen drei Klassen (Masters, Intermedian, Regular) mischten 400 Teams mit, allein 309 in der Regularklasse. Aus beruflichen Gründen musste Kitzingens Mannschaftskapitän Marco Stöcklein die WM sausen lassen, und so flogen Michael Luckert, Walter Lauth, Tobias Schunder, Gerhard Klöber, Christian Gehrsitz und Berat Arifi ohne ihren Anführer über den Großen Teich. „In der Gewinnerrunde haben wir nach deutschen Regeln sogar die amtierenden Weltmeister geschlagen“, sagte Walter Lauth stolz.

Doch in den USA zählen nicht die gewonnenen Spiele, nach denen die Wild Seventies 13:12 gegen das Team Bigs Gravy Train aus South-Dakota obsiegt hätten – vielmehr kommt es auf die Zahl der eingelochten Bälle an, womit die Titelverteidiger ihren Kopf noch aus der Schlinge zogen, die die Kitzinger ihnen angelegt hatten. „Klar waren wir erst ein bisschen enttäuscht“, erzählt Michael Luckert, doch diese Enttäuschung wandelten die Kitzinger bald im Kampfgeist.

Denn für unglücklich ausgeschiedene Mannschaften gibt es das Zusatzturnier „Team Hardluck Championships“, für dasdie besten 128 der 309 Mannschaften qualifiziert sind. Nach einem Freilos holten die Wild Seventies vier Siege am Stück gegen Teams aus Neuseeland, Kanada und den USA – und damit gewannen sie das Zusatzturnier. Im Endklassement belegten die Wild Seventies Rang 49, was die DSAB-Verantwortlichen mit dem Satz kommentierten: „Sie sind ein Team, dass sich bravourös geschlagen hat und auf das der DSAB stolz sein darf. Das war eine gute Investition.“

Im Einzelwettbewerb errang Michael Luckert einen Achtungserfolg als 33. in der Achtball-Kategorie. Dabei war die Vorstellung der hiesigen Truppe noch höher zu bewerten, da der ungewohnte USA-Modus eine Umstellung erfordert und obendrein in den USA auf kleinere Billardtische mit größeren Löchern gespielt wird, die für deutsche Spieler gewöhnungsbedürftig sind.

Durch die WM-Teilnahme sind die Kitzinger Billardspieler vom DSAB in in die ranghöchste Mastersklasse der nationalen Meisterschaftsrunde aufgenommen worden. „Deswegen haben wir Verstärkung gebraucht“, sagt Stöcklein. Die Neuen sind der WM-erfahrene Udo Schieder aus Kitzingen und Christoph Spall aus Würzburg. Mit ihnen wollen die Wild Seventies am Wochenende des 19./20. November bei der Deutschen Liga-Mannschaftsmeisterschaft im Würzburger Brakers Inn ranklotzen. Denn dort werden die Tickets für die WM 2017 in Las Vegas vergeben. Diesen vom DSAB mit bezahlten Flügen und Hotel finanzierten Trip möchten sie nächstes Jahr zu gerne noch einmal erleben.

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